Kanton Freiburg

28. März 2019 15:43; Akt: 28.03.2019 16:01 Print

Ausgelaufene Gülle tötet über 500 Forellen

Wegen einer Panne in einer Biogasanlage sind 50'000 Liter Gülle in den Fluss Sonnaz geraten. Die Folgen für den Bach sind gravierend.

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Infolge einer Störung in einer Biogasanlage bei Seedorf waren 50 Kubikmeter Gülle in die Sonnaz geraten. Nun sind durch eine Elektroabfischung des Amtes für Wald, Wild und Fischerei die Folgen der Verschmutzung bekannt. Wie das Amt am Mittwoch mitteilte, sind diese für Fisch­fauna und Ökosystem fatal.

Nicht nur Fische betroffen

Es kamen insgesamt 518 Fische ums Leben. Dabei handle es sich überwiegend um Forellen. Auch sogenannte Makroinvertebraten – wirbellose Kleinlebewesen wie Insektenlarven, Flohkrebse oder Schnecken haben darunter gelitten, wie die «Freiburger Nachrichten» berichten.

Das Amt schätzte durch die Elektroabfischung die Sterberate der Fische in der Sonnaz auf 100 Prozent bis Autafond, auf 80 Prozent bis zum Tiguelet in Belfaux und auf 50 Prozent bis zum Schiffenensee. «Im See selber sind keine Fische zu Schaden gekommen», sagte Sébastien Lauper, höherer technischer Sachbearbeiter beim Waldamt, gegenüber der Zeitung.

Ursache geklärt

Laut Christophe Joerin, Vorsteher des Waldamts, ist die Ursache des Unfalls geklärt. Die Störung in der Biogasanlage sorgte dafür, dass Gärgut (Rückstände aus der Vergärung) auf einen gesicherten Lagerplatz floss. Als der Alarm ausgelöst wurde, hatte sich das Gärgut bereits während eines Grossteils der Nacht verbreitet. Der Platz hatte aber gemäss dem Waldamt nicht die Kapazität, um eine derart grosse Menge an Schlamm aufzunehmen. So verstopfte die Kanalisation allmählich und das Gärgut floss in die Sonnaz.

Um den Fischbestand wieder aufzubauen will das Waldamt in den nächsten vier Jahren einen Besatz organisieren. Zudem werde im Herbst eine zweite Kontrolle durchgeführt, um zu sehen, wie sich die Situation entwickelt hat.


(pal)