Beschädigter Acker

12. Juni 2019 04:50; Akt: 12.06.2019 07:52 Print

Bauer droht Hunden mit Bärenfallen auf Feld

Ein Plakat mit abgebildeter Bärenfalle in Arch BE soll Hundehalter dazu animieren, ihren Vierbeiner an die Leine zu nehmen. Ob leere Drohung oder nicht: Die Warnung sorgt für Aufsehen.

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Um die Kartoffelsetzlinge vor Hunden zu schützen, spannte ein Bauer aus der bernischen Region Arch einen Elektrozaun um sein Feld. Um ganz sicherzugehen, versah er den Zaun mit zwei Plakaten, auf denen steht: «Liebe Hundebesitzer. Im Kartoffelfeld lauert die Gefahr für ihre Hunde.» Bebildert wird der Hinweis mit einer grossen schwarzen Bärenfalle. Die Botschaft ist unmissverständlich: Nehmt eure Hunde an die Leine, sonst droht ihnen Unheil.

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Yvonne Burri stiess am Sonntag bei einem Spaziergang mit ihren Hunden auf die Warnung. «Ich war schockiert, als ich das Plakat mit der Bärenfalle sah», sagt Burri. Zwar hat sie Verständnis für die Bauern und findet, dass man Hunde immer an der Leine führen solle. Die Falle sei ausserdem wohl wohl nur eine leere Drohung. Aber: «Solche Einschüchterungen gehen zu weit.»

Falle wäre «klarer Fall von Tiermisshandlung»

Auch ein weiterer Bauer aus Arch kritisiert die Vorgehensweise seines Kollegen: «Das Plakat ist schon ein bisschen brüsk.» Es würde ein schlechtes Licht auf die Bauern werfen. Der Landwirt räumt aber ein, dass Hunde, die nicht an der Leine geführt werden, ein grosses Problem für die Berner Bauern seien. «Im Kanton Solothurn herrscht Leinenzwang, hier bei uns nicht.» Das könne er nicht verstehen.

Eine Bärenfalle auf dem Feld würde das Tierschutzgesetz verletzen. «Wenn ein Hund oder auch ein anderes Tier in die Falle gerät, handelt es sich klar um einen Fall von Misshandlung und somit um eine Tierquälerei im rechtlichen Sinne», erklärt Andreas Rüttimann, juristischer Mitarbeiter bei Tier im Recht (TIR).

Jagd mit Fallen ist verboten

Weil der Bauer im vorliegenden Fall damit rechnen müsse, dass auch Wildtiere hineintappen, würde er zugleich gegen das Jagdgesetz verstossen. «Die Jagd mit Fallen ist – von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen – in der Schweiz verboten», so Rüttimann.

Selbst wenn keine Tiere in die Falle gehen würden, mache sich der Urheber strafbar, handle es sich doch um versuchte Tatbegehung.

TIR empfiehlt Landwirten, denen Hunde Probleme bereiten, effizientere Umzäunungen ihrer Felder, soweit diese im Einzelfall praktikabel sind, sowie Hinweistafeln, die auf Information und konstruktiven Dialog statt auf Abschreckung setzen.

Das sagt der Landwirt zum Plakat

Den Urheber der Warnplakates konnte 20 Minuten ausfindig machen. Der Landwirt stellt auf Anfrage klar: «Auf dem Feld gibt es keine Bärenfallen.» Die Situation mit den Hunden sei jedoch unhaltbar gewesen. «Unser Kartoffelacker sah ganz lausig aus», sagt der Landwirt. Daher habe er sich für einen Elektrozaun und die Warntafeln entschieden. Dass solche Massnahmen überhaupt nötig seien, finde er bedenklich: «Eigentlich sollte es doch selbstverständlich sein, dass man seine Hunde nicht auf fremde Felder lässt.»

(km/sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mary Drake am 12.06.2019 05:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht Alle sind gleich..

    Ich habe auch einen Hund (Schäfer) und ja, es sollte klar sein, dass der Hund NICHT auf ein Kartoffelfeld gehört. Manchmal schäme ich mich wirklich für meine "Hündeler" Kollegen. Anstand und Respekt ist heutzutage nirgens mehr selbstverständlich, oder?

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  • Sparfuchs Aargau am 12.06.2019 05:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei

    Weil ein par Hundefreunde nicht in der Lage sind ihre Tiere an der Leine zu führen muss der Bauer alle seine Felder einzäunen? Und die Einzäunung wird finanziert über die Hundesteuer?

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  • CaptainLonestarr am 12.06.2019 05:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Konstruktive Gespräche

    sind mit Hündelern oft nicht möglich. Bei uns in den Bergen werden die Hunde trotz Verbot und Aufklärungstafeln von der Leine gelassen. Wilde Jungtiere interessieren nicht. Kommentare: Mein Hund jagd nicht, mein Hund gehorcht immer oder wenn ich ihn nicht von der Leine lassen kann, dann kann ich ihn ja nirgends spielen lassen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Wölfin am 12.06.2019 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich verstehen

    "TIR empfiehlt Landwirten, denen Hunde Probleme bereiten, effizientere Umzäunungen ihrer Felder, soweit diese im Einzelfall praktikabel sind" Ich kann die Bauern sehr gut verstehen! Würden die Hundehalter auf das Eigentum anderer Rücksicht nehmen, wäre Allen geholfen. Leider sind Viele in Arroganz und Egoismus nicht zu überbieten. Dann grosses Geschrei wenn schärfere Sanktionen und immer mehr Leinenzwang herrscht. Und ja ich bin Hundehalter.

  • gut- so! am 12.06.2019 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    spricht mir aus dem Herzen

    Bauer du hast ja soooo recht!!

  • Pete am 12.06.2019 13:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fallen

    Und eine Mäusefalle ?

  • Roland am 12.06.2019 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesetze

    Die Menge macht das Gift. Wenn wir nun viel mehr Haustiere besitzen braucht es Regeln oder gar Gesetze.

  • el padre am 12.06.2019 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    ich fidne es zimelich traurig zu lesen wie viele tierhasser es hier gibt... und wieso kene menschenhasser? schlussendlich ist der mensch und nicht das tier dafür verantwortlich!