Bern

22. Dezember 2011 22:42; Akt: 22.12.2011 20:00 Print

100 Flüchtlinge kommen nun ins Länggassquartier

von Nora Camenisch - Nun muss auch die Stadt Bern Flüchtlinge aufnehmen. Während sich andernorts Widerstand formiert, zeigen sich die Bewohner der Länggasse aber tolerant.

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Die Zivilschutzanlage des Hochfeld-Schulhauses im Länggassquartier wird bereitgemacht. Foto: meo

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Die Schweizer Asylzentren platzen aus allen Nähten. Deshalb nimmt auf Bitte des Kantons hin nun auch die Stadt Bern Flüchtlinge auf. Bis zu 100 Asylbewerber werden ab dem 4. Januar in die Zivilschutzanlage des Hochfeld-Schulhauses im Länggassquartier einziehen. «Wir haben dort bereits im Jahr 2008 Flüchtlinge untergebracht und gute Erfahrungen gemacht», sagt Iris Rivas vom kantonalen Migrationsamt. Security und Polizei patrouillieren und sollen für Sicherheit sorgen. Rivas: «Ausserdem richten wir eine Hotline für die Bevölkerung ein.»

Während sich vielerorts im Land Widerstand gegen Durchgangszentren formiert, zeigen sich die meisten Länggass-Bewohner tolerant. «Schon als ich im Hochfeld zur Schule ging, haben in der Zivilschutzanlage Flüchtlinge gewohnt. Dies verlief unproblematisch», sagt David Stampfli (29), Präsident der SP Länggasse Felsenau und der Quartierkommission. Auch Anwohnerin Ruth Brönnimann hat keine Angst: «Irgendwo müssen sie ja hin.» Für problematisch hält SVP-Grossrat Erich Hess, dass die Asylbewerber beim Schulhaus untergebracht werden. «Dies birgt ein Gefahrenpotenzial. Die Kids könnten mit Drogenhandel in Kontakt kommen.»

Geplant ist, dass die Flüchtlinge maximal einige Monate in der Unterkunft bleiben. «Unterirdische Anlagen sind Notunterkünfte», so Rivas.

Hotline (ab 4.1.): 031 302 13 38.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Moser am 25.12.2011 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Geplant ist, dass die Flüchtlinge...

    "......maximal einige Monate in der Unterkunft bleiben." finde ich sehr gut... ;-) Also sehr lange!

  • Länggiige am 23.12.2011 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Widerstand

    Als sozusagen Länggassbewohner muss ich sagen, dass mir diese Info neu ist. Vielleicht gibt es deswegen noch keinen Widerstand? Am Schluss ist es wie immer: Benehmen sich die Asylanten anständig geht's gut, ansonsten nimmt halt der Unmut zu. Ich wage sogar zu behaupten, dass mit einer Nulltoleranz-Politik bezüglich Kriminalität (d.h. sofortige Ausweisung bei Straftat) eine Ausschaffungsinitiative so bachab geschickt worden wäre, wie ein EU-Beitritt!

  • Peter, Bern am 23.12.2011 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Verlogene Asylpolitik

    Anstatt diesen Wirtschaftsflüchtlingen falsche Hoffnung zu machen, muss ein Verfahren innerhalb weniger Wochen defintiv abgeschlossen werden. Danach müssen diese Leute nach Hause. Dies ist ehrlicher als der naive Glaube, dass die Leute dann schon wieder ausreisen, wenn man den Aufenthalt so unattraktiv wie möglich gestaltet. Ich wohne übrigens auch in der Länggasse und wurde nicht gefragt. Die Situation vor ein paar Jahren war übrigens nicht ganz so unproblematisch, wie hier wieder schöngeredet wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rolf Moser am 25.12.2011 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Geplant ist, dass die Flüchtlinge...

    "......maximal einige Monate in der Unterkunft bleiben." finde ich sehr gut... ;-) Also sehr lange!

  • Peter, Bern am 23.12.2011 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    Verlogene Asylpolitik

    Anstatt diesen Wirtschaftsflüchtlingen falsche Hoffnung zu machen, muss ein Verfahren innerhalb weniger Wochen defintiv abgeschlossen werden. Danach müssen diese Leute nach Hause. Dies ist ehrlicher als der naive Glaube, dass die Leute dann schon wieder ausreisen, wenn man den Aufenthalt so unattraktiv wie möglich gestaltet. Ich wohne übrigens auch in der Länggasse und wurde nicht gefragt. Die Situation vor ein paar Jahren war übrigens nicht ganz so unproblematisch, wie hier wieder schöngeredet wird.

  • Länggiige am 23.12.2011 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Widerstand

    Als sozusagen Länggassbewohner muss ich sagen, dass mir diese Info neu ist. Vielleicht gibt es deswegen noch keinen Widerstand? Am Schluss ist es wie immer: Benehmen sich die Asylanten anständig geht's gut, ansonsten nimmt halt der Unmut zu. Ich wage sogar zu behaupten, dass mit einer Nulltoleranz-Politik bezüglich Kriminalität (d.h. sofortige Ausweisung bei Straftat) eine Ausschaffungsinitiative so bachab geschickt worden wäre, wie ein EU-Beitritt!

  • Chris von Swiss am 23.12.2011 11:32 Report Diesen Beitrag melden

    Nett sein ist so einfach

    Dann ist ja alles in bester Ordnung, da ja alles unproblematisch verlief!

  • Xaver Gobet am 23.12.2011 07:33 Report Diesen Beitrag melden

    Flüchtlinge

    Wievuiele Flöchtlinge will die Schweiz noch Aufnehmen?

    • Renato am 24.12.2011 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      ALLE aufnehmen!

      ALLE uns geht es ja gut und wir haben so viel Land bzw. Platz! Also nehmen wir doch ALLE auf! Wir passen uns dann einfach an, wie schon das Hochdeutsch in den Kindergärten und Schulen. Adieu Schweizerkultur!

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