Überfall in Berlin

14. Februar 2011 20:15; Akt: 14.02.2011 20:18 Print

12 Wochen kein Unterricht für Berner Schüler

Während einer Klassenreise hatten vier Schüler in Berlin ein Paar überfallen und verprügelt. Jetzt werden sie zwölf Wochen lang von der Schule ausgeschlossen und müssen gemeinnützige Arbeit leisten.

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Nach dem Überfall auf ein Paar in Berlin bleiben vier Berner Gymnasiasten für zwölf Wochen vom Schulbetrieb ausgeschlossen. Das hat die Schulkommission des Gymnasiums Köniz- Lerbermatt am Montag entschieden.

Zusätzlich verfügte die Kommission, dass die Schüler einen gemeinnützigen Einsatz von neun Wochen leisten müssen. Die Schüler werden nach der «Auszeit» die Schule wieder besuchen dürfen und sich auf die Matura vorbereiten.

Die Maturitätsprüfungen finden in diesem Sommer statt. Dieser Termin sei für die vier Betroffenen in Frage gestellt, erklärte die Kommission.

Das Gremium hatte vor seinem Entscheid die vier Schüler «ausführlich angehört», wie Kommissionspräsident Marcel Wyler am Abend vor den Medien sagte. Das Vorgefallene sei ein «Regelverstoss», der den zwölfwöchigen Ausschluss rechtfertige.

Schärfste Massnahme

Die zwölf Wochen sind die schärfste mögliche Massnahme, die die Schule abgesehen von der Wegweisung ergreifen kann. Die Schüler müssten also Konsequenzen tragen, doch wolle man ihnen nicht die Zukunft, verbauen, sagte Wyler.

Die vier 18-Jährigen waren am vorletzten Wochenende auf Klassenreise in Berlin. Nach Angaben der Berliner Polizei überfielen sie um 4 Uhr früh im Stadtteil Prenzlauer Berg ein Paar.

Zunächst traten sie den Mann zu Boden, der dabei leicht verletzt wurde. Dann sollen sie der Frau das Handy und das Portemonnaie geraubt haben. Die Berliner Polizei ermittelt wegen schweren gemeinschaftlichen Raubes.

Schüler bedauern

Wyler betonte, die Schüler bedauerten den Vorfall und den Umstand, dass sie in die Nähe der Münchner Schläger gerückt wurden. Sie hätten die Geschehnisse der fraglichen Nacht allerdings weniger drastisch geschildert als die Polizei. Präzisere Angaben dazu machte er unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

(sda)