Von Artgenossen gerettet

04. März 2019 17:43; Akt: 05.03.2019 10:26 Print

Hund Naira 17 Stunden in Gletscherspalte gefangen

Ein Suchhund musste am Wochenende in Mattertal gerettet werden. Der Vierbeiner stürzte in eine Gletscherspalte und musste dort 17 Stunden ausharren.

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Normalerweise spüren Suchhunde nach einem Unglück vermisste Personen auf. Doch am Samstagnachmittag waren die Rollen vertauscht: Denn Suchhündin Naira war bei einem Ausflug in den Walliser Bergen plötzlich wortwörtlich wie vom Erdboden verschluckt.

15 Meter tief gestürzt

Die 3,5-jährige Hündin war in den Oberwalliser Bergen in einer Spaltenzone zum Üben und Lernen unterwegs. Doch dann war der kleine Toller-Retriever schlagartig verschwunden. «Wir konnten uns nicht erklären, was passiert sein könnte», sagt die Besitzerin des Hundes gegenüber Radio Rottu Oberwallis. Doch dann dämmerte es ihr: «Mir kam der Verdacht, dass sie in eine Spalte gefallen sein könnte.» So ging die besorgte Besitzerin noch in der Nacht auf eigene Faust los, um ihren Vierbeiner zu suchen – doch leider erfolglos.

Erst am Sonntagmorgen konnte Frauchen dann aufatmen: «Mit Unterstützung des Hundeteams konnten wir Naira orten und retten», erzählt sie. Eine sehr aussergewöhnliche Rettung – denn normalerweise spüren andere Hunde nicht ihre Artgenossen, sondern verunglückte Menschen auf.

Naira hatte einen grossen Schutzengel: Sie blieb trotz einem 15 Meter tiefen Sturz in die Spalte unverletzt. Nach langen 17 Stunden im Eis konnte sie wieder mit ihrem überglücklichen Frauchen vereint werden. Eine aufgebotene Hundeführerin liess sich in die Spalte abseilen, um das rund 3-jährige Tier zu bergen. «Ich bin diesen Einsatzkräften so dankbar», meint die Frau.

«Ein Mensch wäre tot»

Robert Sarbach, Stabchef Öffentliche Sicherheit in St.Niklaus, der im Rettungsteam dabei war, schildert gegenüber 20 Minuten den Vorfall: «Die Suchhunde haben grossartige Arbeitet geleistet.
Auch wenn der zirka 20 Zentimeter kleine Spalt mit Schnee bedeckt war, konnten sie Naira rasch ausfindig machen».

Als sie die Hündin in einem Rettungsgeschirr hochgezogen haben, sei sie unterkühlt gewesen. Sie hatte grosses Glück: «Ein Mensch wäre sehr wahrscheinlich nach 17 Stunden im Eis tot.» Das Fell des Vierbeiners sei ein grosser Faktor gewesen, dass das Tier überlebt hat. Nun kann sich aber die Hündin wieder ganz ihrer Arbeit widmen und vermisste Personen ausfindig machen.

(pal)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Manaluk am 04.03.2019 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sturz in die Kälte

    Das ist eine wunderbare Nachricht. Ich wünsche Naira gute Erholung und hoffe, dass ihr ein solches Malheur nie mehr passiert. Den anderen Suchhunden sei herzlich gedankt!! Grossartige Arbeit...

  • Chrugeli am 04.03.2019 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rettung

    Grossartig, danke den Rettern und hoffe dass es dem Hund gut geht

  • Ritchy Rich am 04.03.2019 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    top

    Bravo gut gemacht an alle die dabei waren! Solch ein Ende wünscht man niemand!

Die neusten Leser-Kommentare

  • P.Müller am 04.03.2019 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    wieso trägt ihr "Such-Hund"

    kein GPS/Lawinen -Finden"-Gerät? (Fahrlässig, wenn sie sich bewusst auf so einen Gebiet befinden, werden sie wohl ein solches Gerät tragen, aber der Hund schicke ich einmal los, nicht gerade nett;() ..Ich schaue da ab und an eine Sendung, da gibt es einen der Raubtiere (z.B.Pumas) von Farmen/Bauernhöfen vertreibt, seine Hunde tragen logischerweise ein GPS-Sender...

  • Lucia am 04.03.2019 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin auch glückliche Hundehalterin

    Danke allen Helfern und vorallem den vierbeinigen. Bin für die Hundebesitzerin überglücklich, ist ihr kleines Schlitzohr gesund und wohlauf.

  • Blue am 04.03.2019 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schöne Geschichte

    Das freut mich dass der Hund geborgen wurde. Ein Happy End

  • Tim Meister am 04.03.2019 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    leint eure Hunde endlich mal an! Hoffe sie muss die Kosten selber tragen!

    • Sindy am 04.03.2019 20:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tim Meister

      Und ich hoffe, dass du niemals in so eine Situation kommst, wo du auf Hundeführer und Rettungshunde angewiesen bist. Also lass dich besser anleinen!

    • MinnieMaus am 04.03.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Tim Meister

      Test gelesen? aber wohl nicht verstanden. Die Hündin war auf einer Uebung und da sind die Hunde nicht an der Leine.

    • R. Berger am 04.03.2019 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tim Meister

      So grantig und frustriert! Ist Ihnen eine Laus über die Leber gelaufen? Gute Nacht und träumen Sie was schönes.

    einklappen einklappen
  • Claudine am 04.03.2019 19:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hundefreundin

    Ich bin für Naira, ihre Besitzerin und all die Helfer froh, dass dieses Ereignis zu einem glücklichen Ende geführt hat. Der Fellnase alles Liebe!