Dicker Rauch in Dettenbühl BE

11. Oktober 2018 14:09; Akt: 11.10.2018 16:44 Print

Hier jagt die Armee eine Mühle in die Luft

Mit 20 Kilogramm Sprengstoff jagte die Schweizer Armee am Donnerstag eine alte Mühle in die Luft. Die kontrollierte Explosion war Teil eines Übungskurses. Auch ausländische Militärangehörige waren beteiligt.

Sehen Sie, wie das Gebäude Dettenbühl gesprengt wurde. (Video: 20m)
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«Moment, es hat noch Kinder in der Nähe», tönt es durch das Funkgerät eines Armeeangehörigen. Nach kurzem Warten kommt Entwarnung: die Kinder befinden sich nicht mehr im Gefahrenbereich. Sorgfältig untersuchen Spezialisten der Armee das Gelände von oben. Man will sichergehen, dass sich niemand mehr neben dem Gebäude aufhält. Als alles gesichert ist, detonieren pünktlich um 11 Uhr die platzierten Ladungen. Die Explosion verläuft nach Plan – wenige Sekunden später ist die alte Mühle in Dettenbühl (Wiedlisbach BE) nur noch eine Ruine.

Die Eckdaten der Sprengung sind beeindruckend: 221 Stück Ladungen, 5 Zündkreise, rund 20 Kilo Sprengstoff. Als Splitterschutz wurden 300 Quadratmeter Holzpalisade, 300 Quadratmeter Geotextil und 2500 Kilogramm Stroh aufgestellt.

Sprengchef Alec Rouiller im Interview (Video: Benjamin Hostettler)

Internationale Zusammenarbeit

Die Sprengung war Teil des Fachdienstkurses Sprengtechnik Rettung, in dem die Teilnehmer das Gelernte eins zu eins anwenden konnten. Das betreffende Gebäude gehörte der Immobiliengenossenschaft Oberaargau und wurde der Armee zu Übungszwecken unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

An der Übung waren nebst Schweizer Armeeangehörigen auch Militärs aus dem Ausland anwesend: Je zwei Teilnehmer der deutschen Bundeswehr, belgischen Armee und der französischen Armee waren vor Ort.

Gebäude dient nun als Übungsort

Die Detonation verlief perfekt. Sprengchef Alec Rouiller: «Wir sind sehr zufrieden.» Das Gebäude sei nun in einem idealen Zustand für Übungen. «Einzig die Möbel und Verletzten fehlen. Ansonsten finden wir hier äusserst realitätsnahe Bedingungen vor.»

Das VBS zeigt sich glücklich: «Die Möglichkeit, ein ganzes Gebäude sachgerecht sprengen zu können, ist auch für Armeeangehörige nicht alltäglich», sagt VBS-Sprecher Daniel Reist vor Ort.

Abbruch war notwendig

Der Abbruch der alten Mühle war notwendig, weil auf dem Areal ein Dorf für Menschen mit Demenz nach dem Vorbild der Institution De Hogeweyk bei Amsterdam geplant ist. Für die Realisierung des Dorfes werden nebst der alten Mühle auch die landwirtschaftlichen Bauten sowie der überirdische Teil des Wohnheims zurückgebaut.


Armee jagt Mühle mit 20 Kilo Sprengstoff in die Luft

(cho)