Häusliche Gewalt

09. November 2018 12:51; Akt: 09.11.2018 13:12 Print

20 Prozent der Opfer in Bern sind Männer

Häusliche Gewalt betrifft vor allem Frauen. So jedenfalls denken viele. Fakt ist aber auch, dass in der Stadt Bern bereits jedes fünfte Opfer ein Mann ist.

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Die Stadt Bern startet kommende Woche eine Kampagne, die sich an männliche Opfer von häuslicher Gewalt richtet. Laut der Stadt Bern ist nämlich jedes fünfte Opfer von häuslicher Gewalt ein Mann. Wie Ester Meier, Leiterin von Berns Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz, am Freitag in Bern vor den Medien bekannt gab, werden in den kommenden fünf Wochen in Stadtberner Trams und Bussen Plakate aufgehängt. Auf ihnen wird das Piktogramm eines Mannes zu sehen sein, das zahlreiche Wunden aufweist. Darunter steht die Botschaft: «Fachstelle Häusliche Gewalt: Ein Angebot auch für Männer» und dazu die Telefonnummer und die Internetadresse der Fachstelle. Ziel der Kampagne ist es einerseits, Männer auf die Existenz der Fachstelle aufmerksam zu machen. Andererseits soll das Thema enttabuisiert werden, wie die Stadtberner Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie in einer Mitteilung schreibt. (Symbolbild) Auch das Universitäre Notfallzentrum Bern hat in den vergangenen Jahren bezüglich häuslicher Gewalt Daten erfasst. Die 455 registrierten Fälle wurden in einer Studie ausgewertet. Täter war, ob männlich oder weiblich, in 50 Prozent der Fälle der Partner. Eltern sowie andere Familienangehörige – etwa Tanten und Onkel– wurden von den Patienten in je 3Prozent der Fälle als Täter genannt. Selbst die eigenen Kinder schlagen bisweilen zu: In 4 Prozent der gemeldeten Fälle war es der Nachwuchs, der zuhause derart ausrastete, dass sein Opfer im Spital behandelt werden musste. Die am häufigsten verletzte Körperregion war der Kopf, gefolgt von den Armen – und zwar durch Schläge mit der offenen Hand oder der Faust.

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Die Stadt Bern startet kommende Woche eine Kampagne, die sich an männliche Opfer von häuslicher Gewalt richtet. Laut der Stadt Bern ist nämlich jedes fünfte Opfer von häuslicher Gewalt ein Mann.

Wie Ester Meier, Leiterin von Berns Amt für Erwachsenen- und Kindesschutz, am Freitag in Bern vor den Medien bekannt gab, werden in den kommenden fünf Wochen in Stadtberner Trams und Bussen Plakate aufgehängt. Auf ihnen wird das Piktogramm eines Mannes zu sehen sein, das zahlreiche Wunden aufweist. Darunter steht die Botschaft: «Fachstelle Häusliche Gewalt: Ein Angebot auch für Männer» und dazu die Telefonnummer und die Internetadresse der Fachstelle.

257 Fälle von häuslicher Gewalt in Bern

Ziel der Kampagne ist es einerseits, Männer auf die Existenz der Fachstelle aufmerksam zu machen. Andererseits soll das Thema «enttabuisiert» werden, wie die Stadtberner Direktion für Sicherheit, Umwelt und Energie in einer Mitteilung schreibt.

Berns Fachstelle Häusliche Gewalt beriet im vergangenen Jahr in 257 Fällen Personen. In vierzehn Fällen war das Opfer ein Mann und in 50 weiteren Fällen kam es zwischen den Betroffenen zu gegenseitiger Gewalt.

(bho/sda)