Kleine Scheidegg BE

15. November 2019 14:18; Akt: 15.11.2019 16:15 Print

«Der Sturm war sehr stark, wir hatten Angst»

Am Donnerstagabend kam es zu einem heftigen Sturm. Aufgrund dessen mussten Angestellte und Touristen im Bergrestaurant auf der Kleinen Scheidegg übernachten.

Asiatische Touristen erlebten den Schneesturm auf der Kleinen Scheidegg. (Video: Tamedia)
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Rund 200 Besucher und Angestellte mussten wegen eines heftigen Sturms die Nacht im Bergrestaurant auf der Kleinen Scheidegg verbringen. Darunter auch eine Gruppe asiatischer Touristen. Einer von ihnen schildert das Erlebte gegenüber 20 Minuten (siehe Video).

Im Bergrestaurant gibt es Zimmer, in denen die Leute einquartiert werden konnten. Einige mussten aber auf Bänken übernachten, wie Kathrin Nägeli, Sprecherin der Jungfraubahnen am Freitagmorgen auf Anfrage sagte. Die Sicherheit sei jederzeit gewährleistet gewesen. Den Leuten gehe es gut.

Der Sturm brachte Windgeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h mit sich. Er fällte Bäume und sorgte für Schneeverwehungen, wie die Jungfraubahnen am Freitagmorgen mitteilten. Wegen des Sturms und einer technischen Störung auf der Höhe der Station Eigergletscher wurde der Bahnbetrieb eingestellt.

Auch Emma aus Estland war vom Sturm betroffen.

Ausmass der Schäden unbekannt

Die Betroffenen wurden von Mitarbeitenden der Jungfraubahnen betreut und konnten im Restaurant verpflegt werden. Am Freitagmorgen lief laut Nägeli der Rücktransport der 200 Personen ins Tal an.

Wie Sprecherin Kathrin Naegeli auf Anfrage von 20 Minuten sagt, werden die festsitzenden Gäste derzeit mit Helikoptern ausgeflogen. Dafür dürften knapp 30 Flüge nötig sein, in einen Helikopter passten sechs bis sieben Personen. «Wir gehen davon aus, dass bis um 13 Uhr alle Personen wieder im Tal sind.»

Jungfraubahnen-CEO Urs Kessler zur Situation:

«Touristen hatten Angst»

Die Stimmung im Bergrestaurant Kleine Scheidegg, wo die 200 Eingeschlossenen übernachten mussten, sei grundsätzlich gut gewesen. «Es gab aber auch Touristen, die Angst hatten», sagt Naegeli. «Natürlich ist diese Situation nicht angenehm. Gerade für Touristen, die sich die Berge nicht gewohnt sind.» Man habe stets dafür gesorgt, dass sie warm hätten, und die Familien hätten in Zimmern übernachten können.

Die Jungfraubahnen würden sich gegenüber den betroffenen Gästen kulant zeigen, sagt Naegeli. «Wir übernehmen die Hotel- oder Flugkosten, die für die Gäste durch den Vorfall entstehen.» Überrascht worden sei man durch den Sturm nicht, sagt Naegeli. Hinzugekommen sei aber eine technische Störung, die zur Einstellung des Bahnbetriebs geführt habe. Dazu, wie auf wie viel sich der finanzielle Schaden an der Anlage und aus dem Abtransport der Gäste mit Helikoptern beläuft, können die Jungfraubahnen zurzeit noch keine Angaben machen.

Strecke bis Mittag unterbrochen

Die Aufräumarbeiten nach dem Sturm sind im Gang. Die Bahnstrecken ab Lauterbrunnen und Grindelwald auf die Kleine Scheidegg sowie die Strecke nach Mürren sind bis mindestens am Mittag unterbrochen. Zum Ausmass der Schäden konnte Nägeli am Freitagmorgen noch keine Angaben machen.

Die Kleine Scheidegg liegt auf gut 2000 Metern über Meer und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Sie liegt auf dem Weg zum Jungfraujoch.

(pam/20 Minuten/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hindi am 15.11.2019 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetterbericht

    Der Sturm wurde schon früh angekündigt. Warum geht man trotzdem in die Berge?

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  • Chrissy am 15.11.2019 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passiert

    Risiko um die Jahreszeit in den Bergen.... nicht aussergewöhnlich

  • Sitz Blockade am 15.11.2019 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist doch gut?

    Immerhin hat man so einen Grund nicht zu arbeiten und das ganz ohne Arztzeugnis wegen Grippe. Geniesst die Abfahrt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mark Beo am 17.11.2019 15:02 Report Diesen Beitrag melden

    Gäste

    Die Kleine Scheidegg ist sehr selten unzugänglich. Lasst die Gäste in Ruhe!

  • Natalia am 17.11.2019 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    In den Bergen gibt es Stürme

    Bleibt zu Hause. Gibt es keien Stürme im Reisfeld?

    • Sturm & Drang am 17.11.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Sturm im Wasserglas

      Housemartin..! Wo gibt es denn Reisfelder im Wasserglas?

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  • Optiona Lee am 16.11.2019 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles inklusive

    Die Chinesen haben doch diese Touristenbilette, die nur ein paar Fränkli kosten. Da ist dann eben auch ein Sturm mit inbegriffen, man hat es ihnen nur vergessen zu sagen. Ohne stürmen hätte es schier gar nichts gekostet und wäre unvernünftig billige asiatische Ware, so ist eben noch ein wenig solide CH-Qualität dabei, inkl. Übernachtung und boahs!

  • Junge Frau am 16.11.2019 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ohne Augenmass

    @ Gessler: Den Wetterbericht kannten auch die Verantwortlichen der JB... weshalb karrt man dann am Donnerstag trotzdem alle noch aufs Joch? Die Unterbringungen auf der Kleinen Scheidegg und in Wengen waren wohl schlussendlich teurer als die Einnahmen durch die 70.-Fränkli-Joch-Billette der Asiaten. Aber eben, da ging bei den Bahn-CEOs, den Touristikverantwortlichen und den habgierigen Aktionären grundsätzlich schon vor langer Zeit das Augenmass verloren!

  • H. Schärer am 16.11.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Programmänderungen vorbehalten

    Die "Naturgewalt" wurde früh angekündigt. In den AGBs der Reiseveranstalter ist normalerweise "Programmänderungen vorbehalten" angegeben. Reisegruppen hätten somit auch für ihre eigene Sicherheit im Tal bleiben sollen. Die Bahnen sollten vorher nur noch Touristen ins Tal befördern und Bergfahrten einstellen.

    • Annegretli am 16.11.2019 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      @T. Rittbrettfahrer

      Wer auf der Klima-Greta-Welle (bis nach Kreta..?) surfen will, muss die Energie eines jeden Föhnsturms und linden Lüftchens nützen, um nasses Wasser auf die eigenen Mühlen deichseln. (Marketing; Medienpräsenz; Promotion.)

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