Tafers FR

06. Dezember 2019 14:18; Akt: 06.12.2019 16:31 Print

Schweizerin (22) wäscht Geld für Hacker

Eine junge Frau verschickt 10'000 Franken per Post nach Russland. Das Geld stammt von einem gehackten Konto.

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Eine Frau aus dem Kanton Freiburg erhielt bei einer Immobilienfirma einen dubiosen Nebenjob. Ihre Aufgabe: Geld abheben und per Post nach Russland schicken. Die Frau ging der Polizei ins Netz und musste sich vor dem Polizeigericht Tafers verantworten, wie die «Freiburger Nachrichten» berichten.

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Die heute 22-Jährige wurde schuldig gesprochen und zu einer Strafe von 40 Tagessätzen und einer Busse von 900 Franken verurteilt. Das Gericht begründete dies damit, dass die junge Frau aufgrund ihrer Ausbildung und Berufserfahrung hätte ahnen müssen, dass an der Sache etwas faul sei. Die Frau zog ihren Schuldspruch vom Monat Mai an die nächste Instanz weiter.

Konto gehackt

In der Zweitverhandlung am Donnerstag beharrte die Angeklagte immer wieder darauf, dass die Firma einen seriösen Eindruck auf sie gemacht habe und sie unschuldig sei. Vor Gericht sagte die Freiburgerin, dass ihr damals mitgeteilt worden sei, dass das Geld von einem Kunden der Immobilienfirma stamme.

In Wirklichkeit wurde aber das Konto eines Mannes gehackt und Geld abgehoben. «Hat Sie die Tatsache nicht stutzig gemacht, dass einer neuen Mitarbeiterin über 10'000 Franken auf das Konto überwiesen werden und sie diese nach Russland schicken sollte?», fragte Polizeirichter Peter Rentsch die Angeklagte. Für diese Handlung wurde der Frau von der Immobilienfirma eine Provision von 220 Franken versprochen.

«Meine Mandantin wurde Opfer einer bekannten Betrugsmasche», erklärte ihr Anwalt. Sie habe nicht ahnen können, dass das Geld von einem gehackten Konto stammte. Er verlangt einen Freispruch. Der Richter fällt sein Urteil nächste Woche.

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Geschädigte Bankkunde, ja ich bin es am 06.12.2019 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    Gehacktes Konto

    Es handelte sich um genau 10150 Franken. Die Drahtzieher kommen davon, obwohl die Firma bekant war. Sie hat es für 220 Franken Provision gemacht, bekommt dafür eine saftige Strafe und die Bank (Credit-Suisse) unternimmt nichts. Ist so wie immer alles wird auf den Schultern der kleinen Ausgetragen.

    einklappen einklappen
  • TiffNath am 06.12.2019 15:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm

    Man spricht von damals, jetzt ist sie 22 und von ihrer Berufserfahrung... Das kann ja nicht wirklich lange sein... mit knapp 20 kann man wirklich so naiv sein...

  • Marko0912 am 06.12.2019 16:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    !!!!!

    das ist heutzutage so, ein Stapel Fahrer wurde gekündigt weil er sich geweigert hat gegen die Suva Regeln zu verstoßen und ein zu Schweres palett mit dem stapler zu heben, aber wen er das gemacht hätte und was passiert wäre müsste er dafür haften naja jetzt ist er arbeitslos er versucht sich zu wehren doch an hat der Firma nur auf die Finger geschaut aber nichts unternommen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kaa73 am 06.12.2019 22:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigene Erfahrung genacht

    Wirtschaftskriminalität in der Schweiz ein Paradies. Denn die wirklich "GROSSEN, INVOLVIERTEN FISCHE", kommen meistens unbehelligt davon. Da gibts zu oft nicht genug Beweismittel, wurde alles gut eingefädelt u. da blicken auch Anwälte, oft kaum noch durch. Um doch noch ein Urteil fällen zu können, wirds dann halt, nur auf dem Buckel des kleinsten Fischlein ausgetragen. Die Anderen (meistens die Drahtzieher) sind leider oft unantastbar u. mit fetter Beute schon längst über alle Berge.....

  • fw3717 am 06.12.2019 20:53 Report Diesen Beitrag melden

    Banken verletzen ihre Sorgfaltspflicht

    Wie der geschädigte Bankkunde schon sagt, die CS hat ihrer Sorgfaltspflicht nicht genügt und ist voll verantwortlich. Wenn man einer Bank Geld anvertraut, dann muss sie alles dagegen tun, dass selbst dem schusseligsten Kunden kein Schaden entsteht. Wenn das Online-Banking Fehler nicht ausschliessen kann, dann ist der Anbieter voll verantwortlich. Ich hatte mal bei einer Bank Geld am Automaten eingezahlt und dies lief wegen einem techn. Problem schief. Die Bank konnte mir bis heute nicht sagen wieviel ich eingezahlt hatte und mein Geld hat der Automat gefressen. Jetzt haben sie nen Kunden weg

  • Süssekleinemaus am 06.12.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wenn schon, denn schon...

    ich an ihrer Stelle wäre vielleicht noch etwas naiver gewesen und hätte das Geld zu mir nach Hause geschickt.

  • Chiringuito am 06.12.2019 20:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überrascht

    Ich bin ob der Kommentare überrascht. Alle haben schlechte Erfahrungen gemacht, liest denn niemand von denen mit, die endlich etwas ändern sollten? Schöne Schweiz.

  • Reto am 06.12.2019 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dafür gibt es einen Namen

    Die Masche ist altbekannt und die Frau wurde als 'Money-Mule' missbraucht