Auto abgestellt und Anzeige erstattet

12. September 2019 14:45; Akt: 12.09.2019 14:46 Print

30-Jähriger wollte Unfall nach Party vertuschen

Das Regionalgericht Emmental-Oberaargau hat einem jungen Oberaargauer zu einer Geldstrafe verurteilt. Er wollte einen Unfall verheimlichen und die Justiz in die Irre führen.

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Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den 30-jährigen Oberaargauer, einen Autounfall verheimlicht und die Justiz in die Irre geführt zu haben. Weil der Mann den Strafbefehl nicht akzeptiert hatte, landete der Fall vor dem Regionalgericht Emmental-Oberaargau, wie die «Berner Zeitung» schreibt.

Nach einer Party in Herzogenbuchsee hatte der Beschuldigte mit dem Firmenauto seines Arbeitgebers einen Unfall gebaut, wie dem Strafbefehl zu entnehmen ist. Anstatt den Unfall seinem Arbeitgeber und der Polizei zu melden, stellte er den Wagen wieder auf dem Festgelände ab, entfernte sich – und entzog sich damit einer Blutprobe, die ihm aufgrund der Umstände wohl gedroht hätte, so die Staatsanwaltschaft.

Zu Fuss gegangen, Schlüssel verloren

Zwei Tage später meldete er sich gemäss Staatsanwalt dann doch auf dem Polizeiposten – allerdings um Anzeige zu erstatten. Er habe an jenem Abend zu viel getrunken und habe den Nachhauseweg daher zu Fuss in Angriff genommen, behauptete er. Als er das Auto am nächsten Morgen abgeholt habe – notabene mit einem Ersatzschlüssel, da er den Originalschlüssel nach der Party verloren habe – sei ihm aufgefallen, dass «etwas mit der Spur» nicht stimme. In der Garage seien weitere Schäden festgestellt worden.

Als Zeugen zur Gerichtsverhandlung vorgeladen waren der Polizist sowie die Freundin des Beschuldigten. Dieser habe bei der Erstattung der Anzeige angegeben, er wisse nicht mehr, ob er den Schlüssel verloren oder stecken gelassen habe, sagte der Polizist. Er habe den Sachverhalt als wenig glaubhaft empfunden.

Aufgeschobene Geldstrafe

Die Freundin wiederum gab an, sich nicht mehr genau an den Abend erinnern zu können. Auch konnte sie nicht erklären, warum sie achtmal mit ihrem Freund telefonierte. Der Beschuldigte selbst beteuerte auch vor Gericht, dass er den Unfall nicht verursacht habe: «Es gibt keinen Beweis, dass ich das gewesen bin.»

Es nützte nichts: Die Richterin verurteilte den Mann wegen pflichtwidrigen Verhaltens bei einem Verkehrsunfall, Vereitelung von Massnahmen zur Feststellung der Fahrfähigkeit sowie Irreführung der Rechtspflege zu einer Geldstrafe von 4800 Franken. Diese wird allerdings aufgeschoben bei einer Probezeit von drei Jahren. Fällig sind dagegen eine Verbindungsbusse von 1200 Franken, eine Busse von 500 Franken sowie Gebühren von über 3000 Franken.

(sul)