Risikospiel in Bern

16. Februar 2011 22:51; Akt: 17.02.2011 09:31 Print

300 Russenhooligans erwartet

Am Donnerstagabend trifft YB in der Europa League auf Zenit St. Petersburg. Die Polizei rechnet mit 1000 Russen-Fans, Insider mit 300 Hooligans.

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«Es ist ein Risikospiel: Es geht für beide Klubs um viel und ist deshalb mit Emotionen verbunden», sagt Corinne Müller, Mediensprecherin der Kapo Bern. «Wir erwarten knapp 1000 Gästefans und können nicht ausschliessen, dass da­runter auch ein paar Gewaltbereite sind.»

Grundsätzlich rechne die Kapo aber mit einem friedlichen Verlauf. «Die Fans aus St. Petersburg gelten nicht generell als gewaltbereit», so Müller. Laut Football-hooligans.org sind aber unter den Fans der Vereine Spartak Moskau und Zenit St. Petersburg die schlimmsten Hooligans Russlands. Als die beiden verfeindeten Klubs 2009 aufeinandertrafen, wurden 700 Hooligans fest­genommen. Und just Spartak Moskau spielt heute in Basel gegen den FCB. Müller: «Wir stehen deswegen auch in Kontakt mit unseren Basler Kollegen.» Hooligan-Experte Dölf Brack schliesst nicht aus, dass sich die Russen ein «Ventil» suchen, wenn ihr ­Verein verliert – und gezielt auf ihre verfeindeten Landsleute losgehen könnten – in Basel, Bern oder auf neutralem Terrain. Brack: «Dann muss man damit rechnen, dass es kracht.» Jeder Hooligan wisse, dass er in der Schweiz mit Samthandschuhen angefasst werde.

Berner Szene-Insider rechnen alleine unter den Zenit-Fans mit rund 300 Hooligans. Die bei YB-Anhängern beliebte Café-Bar Walter, in der 2008 nach dem Spiel YB – Brügge ­Mobiliar in die Brüche ging, wird ab 17 Uhr von einem grösseren Aufgebot an Broncos bewacht.

(sah/hys)