34 Hunde beschlagnahmt

04. September 2018 15:19; Akt: 04.09.2018 15:44 Print

Berner wollte mit seinen 50 Huskys auswandern

Die Hunde von Fritz B.* hatten nicht genügend Auslauf. Jetzt ist das Veterinäramt eingeschritten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Mit Unterstützung von Armee und Polizei hat der Veterinärdienst des Kantons Bern am Dienstag in Röthenbach im Emmental 34 Hunde beschlagnahmt. Er setzte damit ein Urteil des Bundesgerichts um.

Das oberste Schweizer Gericht hatte im Februar dieses Jahres entschieden, dass der Besitzer der Hunde seinen Bestand von über 50 auf 19 Tiere reduzieren muss. Es bestätigte damit ein Urteil des Berner Verwaltungsgerichts. Dieses war zum Schluss gekommen, die Hunde des Mannes hätten nicht genügend Bewegung.

«Es werden Köpfe rollen»

Wie 20-Minuten-Recherchen ergaben, handelt es sich beim Hundehalter um Fritz B.*, der sich selbst nur «Wolf» nennt. Wie Bewohner von Röthenbach berichten, hatte dieser schon lange Krach mit der Gemeinde. «Er ist ein unmöglicher Typ», berichtet ein Hundehalter* aus dem Dorf, «wir entrichten brav unsere Hundesteuer und er will für sein Rudel nichts zahlen.» Als 20 Minuten den 46-jährigen B. kontaktieren wollte, legte er kommentarlos den Hörer auf.

Durchkreuzten die Behörden B.s Zukunftspläne? Auf Facebook schrieb der Emmentaler vor rund einer Woche: «Nur noch ein paar Monate und dann sind wir in einem neuen Land, wenn alles gut geht.» In einem Land, wo die Hunde willkommen seien. Ausserdem giftete er in den Kommentaren: «Sobald wir weg sind, werden Köpfe rollen.» Und etwas weiter unten schreibt er: «Wenn es so weit ist, werde ich eine Bombe zum Platzen bringen.»

Fehlendes Personal

Bei einem Bestand von über 50 Tieren seien drei zu hundert Prozent beschäftigte Personen nötig, um die Hunde – die meisten davon Schlittenhunde – zu betreuen. Dieses Personal sei aber auf dem Betrieb des Züchters nicht vorhanden.

Der Züchter hat nun die vom Bundesgericht gesetzte Frist zum Abbau seines Bestands missachtet, wie der Kanton Bern mitteilte. Deshalb ging der Veterinärdienst mit Unterstützung der Kantonspolizei und des Kompetenzzentrums für Armeetiere und Veterinärwesen gegen den Mann vor. Dies nach einem mehrjährigen Tierschutzverfahren.

Die Tiere – vornehmlich Huskys und Siberian Huskys – waren bei der Beschlagnahmung in gutem Zustand. Die Armee wird die Hunde bis zu ihrem Verkauf unterbringen und betreuen. Der Kanton Bern informiert Interessenten im Internet, wie sie vorgehen müssen, wenn sie einen Hund kaufen wollen.

Es ist nicht das erste Mal, dass B.* mit dem Gesetz in Konflikt gerät: Bereits 2012 hat die Polizei gegen den Hundezüchter ermittelt: Es ging um Vermögensdelikte, Ehrverletzung und Widerhandlungen gegen das Tiergesetz.

* Namen der Redaktion bekannt

(ber/sda)