3500 Jahre alt

11. Februar 2020 06:33; Akt: 11.02.2020 06:33 Print

Sensationsfund muss Kuhstall weichen

Tierknochen, Behälter und Hitzesteine – in Richigen BE kam eine Sensation ans Tageslicht. Die Ausgrabungsstätte wird schon bald geschlossen.

Die Grabungsleiter der archäologischen Fundstätte in Richigen BE erzählen, was genau entdeckt wurde (Video: km).
Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Region rund um Richigen BE, gilt seit Längerem als archäologische Fundgrube. Bereits im 20. Jahrhundert wurden dort über 2000-jährige keltische Gräber entdeckt.

Umfrage
Begeistern Sie sich für die Archäologie?

Was die Archäologen jedoch im November 2019 ausgruben, konnten sie kaum glauben. Ein 3500 Jahre alte Siedlung, die einen seltenen Einblick in die Bronzezeit ermöglicht (siehe Video oben). Die Fundstücke wurden nun in mühsamer Arbeit freigelegt.

Fenster in die Bronzezeit

«Wir haben nicht mit so etwas gerechnet, als wir hier angefangen haben zu graben», erzählt Yann Mamin, Grabungsleiter des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern. Das ganze Team sei überrascht gewesen. «Es sind die ersten Funde aus der mittleren Bronzezeit, die im hinteren Aaretal gemacht wurden», ergänzt Co-Leiterin Laure Prétôt. «Das ist eine Sensation.»

Seit die Ausgrabungen begonnen haben, gruben die Archäologen vor allem Keramikgefässe und Hitzesteine aus dem Boden. «Wir haben auch einige Tierknochen gefunden», so Prétôt. Diese könnten Angaben zu den Essgewohnheiten liefern. Die untersuchte Fläche sei ungefähr 2500 Quadratmeter gross gewesen. «Sehr wahrscheinlich lebten hier früher Bauern», sagt Mamin.

Archäologische Entdeckung aus der Bronzezeit in Richigen

Anschliessend folgt der Kuhstall

Am 14. Februar lädt der Archäologische Dienst Bern zum Tag der offenen Grabung ein. Mit Führungen an der Ausgrabungsstätte wird den Besuchern erklärt, wie die Bewohner in der Bronzezeit lebten. Eine letzte Gelegenheit, einen Blick auf die Ruinen zu werfen. Denn: «Die Grabungsarbeiten müssen Ende März fertiggestellt werden, danach kommt hier ein Kuhstall zu stehen», so Prétôt.

(km)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Möpsu am 11.02.2020 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bankdirektor ?

    Nach Herrn Mamin wohnten hier Bauern...ja was denn sonst? Sicher keine Stewardessen. Jeder war Bauer, Bäcker Schreiner usw in einem.

    einklappen einklappen
  • meierisli am 11.02.2020 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    gute idee, auch für kinder

    oh schön, eine besichtigung einer grabungsstelle wollte ich schon immer mal :-) da ist man sozusagen 'live' dabei..

  • kilian am 11.02.2020 06:42 Report Diesen Beitrag melden

    Und da sage noch jemand,

    die Romands könnten nicht Deutsch.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sana am 11.02.2020 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Tief genug graben

    Wie man schon sagt:" Schätze sind tief begraben. Man muss nur nach ihnen suchen." Viel Erfolg!

    • Anonyme am 12.02.2020 21:04 Report Diesen Beitrag melden

      Ich kenne der Besitzer von diesem grundstük

      Es wurde nicht tief gegraben nur 50cm

    einklappen einklappen
  • Babsi am 11.02.2020 15:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich..

    Finden sie mal eine tafel die so alt wie das geld ist, wo drauf steht: Was die meisten Menschen heute als Geld bezeichnen, ist seit der Aufhebung des Goldstandards kein Geld mehr, sondern nur noch eine Währung. Vielen ist auch nicht bewusst, dass alle Währungen, die es in der Geschichte jemals gab, allesamt bis zur totalen Wertlosigkeit inflationiert wurden..

  • Nabiri am 11.02.2020 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Sondler

    Aus dem Grund sind die Archaeologen überlastet, da sie überall hinrennen müssen. Und gleichzeitig verbietet man den Sondlern das entdecken neuer Funde/Stätten, was die Archaeologen nun gar nicht mehr selber tun können, aber am interessantesten wäre.....

  • Rigorosa am 11.02.2020 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Töpfli- und Chnöchlijäger

    Na, dann wird die Fläche ab Ende März wieder vernünftig genutzt. Ob die Kühe wissen, auf welch geschichtsträchtigem Boden sie da stehen? Ist ihnen wie mir bestimmt egal. Sie werden ihre Fladen trotzdem hin platzieren. Hätte auch noch ein paar Knochen im Garten für die Archäologen, mein Hund verbuddelt immer mal wieder welche.

  • Ryter am 11.02.2020 13:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Veganzulagen fördern

    Besser wäre es ein Gemüse- oder Früchte zu erstellen als einen Kuhstall.

    • Schtüpferi am 13.02.2020 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      Arme Schweiz

      noch besser wäre es, das Geschichtsdenkmal als Museum zu konzipieren. Aber ja, man hat zu viel Subventionsgelder in den Staatskassen, so stellt man etwas hin, wovon wir eh schon zuviel haben. Das Produkt wird dann mit Exportsubventionen irgendwohin ins Ausland verkauft. Arme kaputte Schweiz. Dabei hätte sie hier was, aus einer Zeit, wo dieses Land noch was wert war.

    einklappen einklappen