Uttigen–Thun

15. April 2015 06:12; Akt: 15.04.2015 06:12 Print

4G für Pendler – Swisscom startet Pilotprojekt

von Mira Weingartner - Beim Zugfahren surfen soll bald problemlos sein: Swisscom und SBB spannen zusammen und verlegen zwischen Thun und Uttigen ein Strahlungskabel.

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Funklöcher sollen den Pendlern künftig nicht mehr den Chat verderben können. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Bahnpendler der Strecke Thun–Bern ärgern sich tagtäglich darüber: Die Mobilnetzlücken zwischen Münsingen und Uttigen. In Zusammenarbeit mit der SBB sagt die Swisscom den Funklöchern den Kampf an und plant auf diesem Streckenabschnitt eine Aufwertung der Mobilfunkversorgung, wie eine Baupublikation im «Thuner Amtsanzeiger» zeigt.

Dafür wird die gesamte Strecke mit einem sogenannten Leaky Feeder Corridor ausgestattet. Dies ist ein kilometerlanges Strahlungskabel, das direkt im oder neben dem Bahntrassee angebracht wird. Durch dessen konstantes Versenden und Empfangen von Mobilfunksignalen kann der Handyempfang im Zuginnern massiv verbessert werden. Anstelle von vereinzelten Antennen, die bis anhin den Streckenabschnitt versorgten, steht das Kabel neben den Gleisen im ständigen Kontakt mit den aktiven Geräten.

Vielverwendete Technik

Leaky Feeder sorgen bereits heute dafür, dass etwa die Passagiere der Londoner Metro Mobilempfang haben, und auch in hiesigen Tunnels kommt das Kabel zum Einsatz. Die Passagiere zwischen Uttigen und Thun sollen künftig von der neusten Technik profitieren und mit dem momentan schnellsten 4G-Netz im Internet surfen können.

Das Ganze ist ein Pilotprojekt – und deshalb geheim. Die Verantwortlichen wollten sich nicht konkret zum Projekt äussern. Laut Swisscom soll der Mobilfunkempfang schweizweit auf sämtlichen Regionalstrecken bis 2020 ausgebaut werden. «Die Erwartungen der Kunden an das Mobilfunknetz steigen», so Olaf Schulze der Swisscom. Man teste zurzeit verschiedene innovative Möglichkeiten, um den Mobilfunkempfang in Zügen zu verbessern – 95 Prozent der Fernverkehrszüge seien bereits mit Signalverstärkern ausgestattet.

Regierungsstatthalteramt Thun überprüft

Die Strecke Uttigen–Münsingen eigne sich für das Pilotprojekt besonders, sagt Thuns Regierungsstatthalter Marc Fritschi: «Täglich sind dort tausende Pendler vom schlechten Empfang betroffen. Die rund zehn Kilometer lange Strecke ist zudem vorwiegend flach und gerade, so ideal für die erste Umsetzung.»

Die Einsprachefrist läuft bis am 11. Mai. Daneben steht eine Prüfung der durch das System verursachten Strahlung an. Zudem müsse etwa eine Sonderbewilligungen wegen «Bauen im Naturschutzgebiet» erteilt werden. Dabei sei aber zu berücksichtigen, dass die Bauarbeiten an einer bereits bestehenden Infrastruktur angebracht würden, so der Regierungsstatthalter. Dann steht hoffentlich einem störungsfreien Whatsappen und Facebooken auf dem Arbeitsweg nichts mehr im Wege.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tina saavi am 15.04.2015 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    achtung fertig einsprache...

    irgend jemand gibt sicher einspruch ein und im gleichen zug reklamiert die person sicher das er schlechten handy empfang hat. und zu guter letzt ist wieder swisscom schuld weil sie ja nieeee ausbaut. in diesem bericht steht wenigstens mal das es eben für jeden noch so kleinen bau eine bewilligung braucht wo jeder joggel intervenieren kann und so alles rauszögern kann. wie zb beim fussballstadion schachen aarau, ich bin kein fussball fan aber die mussten wieviele jahre warten? und so kommt man nicht weiter... die leute reklamieren nur immer aber wenns dann in ihrer umgebung los geht wollen sies dann doch nicht und so wird alles verzögert und die swisscom kommt so nicht weiter...

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  • Django am 15.04.2015 09:41 Report Diesen Beitrag melden

    Fortschritt Hurraa

    das ist super. so verkommen hier alle nur noch mehr zu I-Zombies. Bin gerade mal 37j, aber vermisse die Zeit ohne handys im Zug. Da hatte man noch gute Unterhaltungen und hat auch öfters eine nette Lady kennengelernt. Heutzutage wenn man eine anspricht, schaut Sie einem nur verdutzt an und blickt wieder in Phone. Echt Toll !!

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  • Beat B. am 15.04.2015 08:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hat doch schon auf ganzer Strecke 4G

    Ich bin gerade mit RE von Thun in Münsingen angekommen, und hatte nonstop 4G. Da wird es schwierig eine Verbesserung aufzuzeigen... Wo ist den das Problem? Ich kenne da einige "Löcher" auf anderen Strecken, wo es nur "E" hat :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Miu am 15.04.2015 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Funkloch

    Lustig, ich fahre diese Strecke zweimal täglich und mir ist noch nie ein Funkloch aufgefallen.

  • c.m am 15.04.2015 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    für was?

    genau solchen Blunder jagen stetz die Preise nach oben für was muss es immer das beste sein. Ohne ging ging die Welt sicher nicht unter.

  • Anonym am 15.04.2015 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Ich habe im Zug eigentlich immer Verbindung. Und auch immer 4G! Man bekommt das was man Zahlt bei swisscom! Und ich finde das toll!

  • ruth am 15.04.2015 13:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zufälle gibts

    Ja da haben sich ja zwei gefunden. Sbb und swisscom. So ein zufall! Wettbewerb sieht anders aus.

  • anna am 15.04.2015 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zug

    kan es vielleicht auch manchmal am zug liegen, bei der selben strecke habe ich bei den einen zügen sehr schlechte verbindung und bei anderen sehr gute