«Absurd»

05. Dezember 2019 19:14; Akt: 05.12.2019 22:19 Print

7600 Salatköpfe sind zu klein für den Markt

Weil 7600 Salatköpfe zu klein für den Handel in der Schweiz sind, können sie nicht regulär verkauft werden. Zwei Gemüseläden versuchen diese nun so schnell wie möglich zu retten.

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Ein Schweizer Gemüsehändler hat in Italien 7600 Salatköpfe bestellt. Bei der Warenkontrolle stellte sich jedoch heraus, dass ein gewisser Anteil der Ware zu klein und zu leicht für den Handel ist. Der Kunde wies die Ware ab und der Lieferant blieb auf den Salatköpfen sitzen. Damit das qualitativ hochwertige Gemüse nicht im Müll landet, kontaktierte der Lieferant den Gemüsebauern Pascal Gutknecht vom Hofladen Gutknecht Gemüse aus Ried bei Kerzers. Gutknecht lagert die Ware. Gemeinsam mit dem Berner Gemüseladen Gmüesgarte will er das Unmögliche erreichen: 7600 Salatköpfe verkaufen, bevor sie verderben. In den sozialen Medien teilte Simon Weidmann, Mitgründer von Gmüesgarte, die Aktion. «Wir wollen damit auf die grosse Problematik aufmerksam machen», so Weidmann. Es komme des Öfteren vor, dass eine so grosse Menge an Lebensmitteln nicht verkauft werden könne und an diverse Foodsaveinitiativen weitergegeben werde. Kaum ein grosser Verarbeitungsbetrieb oder Detailhändler nehme Ware an, die nicht der Norm entsprächen. «Bei Produkten mit Stückpreisen wie Salatköpfen ist Gewicht und Grösse meist aneinandergekoppelt», erklärt Weidmann. «Unterschiedlich grosse und schwere Salatköpfe können nicht nach dem regulären System verkauft werden und werden stattdessen abgewiesen.» «Die Ursache ist sehr wahrscheinlich bereits in Italien zu verorten», so Weidmann weiter. Er geht davon aus, dass die Salate dort zu klein geschnitten oder zu warm transportiert wurden. Für Gutknecht ist das Problem nicht nur auf menschliches Versagen zurückzuführen: «Das Wetter war dieses Jahr sehr schlecht in Italien: Viel Wasser und wenig Sonne. Die Salate konnten sich nicht richtig entwickeln.» «7600 Salatköpfe innerhalb weniger Tage zu verkaufen ist nicht einfach», sagt Gutknecht. Die Reste müsse der Gemüsebetrieb im schlimmsten Fall kompostieren.

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Ein Schweizer Gemüsehändler hat in Italien 7600 Salatköpfe bestellt. Bei der Warenkontrolle stellte sich jedoch heraus, dass ein Anteil der Ware zu klein und zu leicht für den Handel war. Der Kunde wies die Ware ab und der Lieferant blieb auf den Salatköpfen sitzen.

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Damit das qualitativ hochwertige Gemüse nicht im Müll landet, kontaktierte der Lieferant den Gemüsebauern Pascal Gutknecht vom Hofladen Gutknecht Gemüse aus Ried bei Kerzers FR. Denn das Gemüse zurück nach Italien zu fahren oder gar in der Schweiz einen neuen Abnehmer zu suchen, sei in der kurzen Zeit schlicht nicht möglich. Gutknecht lagert die Ware und gemeinsam mit dem Gemüseladen Gmüesgarte aus Bern woll er das Unmögliche erreichen: 7600 Salatköpfe verkaufen, bevor sie verderben.

«Wollen auf Problematik aufmerksam machen»

In den sozialen Medien teilte Simon Weidmann, Mitgründer von Gmüesgarte, die Aktion. «Wir wollen damit auf die grosse Problematik aufmerksam machen», so Weidmann. Es komme des Öfteren vor, dass eine so grosse Menge an Lebensmitteln nicht verkauft werden könne und an diverse Foodsaveinitiativen weitergegeben werde.

Kaum ein grosser Verarbeitungsbetrieb oder Detailhändler nehme Ware an, die nicht der Norm entspräche. «Bei Produkten mit Stückpreisen wie Salatköpfen ist Gewicht und Grösse meist aneinandergekoppelt», erklärt Weidmann. «Unterschiedlich grosse und schwere Salatköpfe können nicht nach dem regulären System verkauft werden und werden stattdessen abgewiesen.»

Das ärgert Weidmann: «Es ist sehr absurd, dass normalerweise alles weggeschmissen worden wäre, nur weil einige Salatköpfe in der Stichprobe zu klein waren.»

Schlechtes Wetter sorgte für kleine Salatköpfe

«Die Ursache ist sehr wahrscheinlich bereits in Italien zu suchen», so Weidmann weiter. Er geht davon aus, dass die Salate dort zu klein geschnitten oder zu warm transportiert wurden. Für Gutknecht ist das Problem nicht nur auf menschliches Versagen zurückzuführen: «Das Wetter war dieses Jahr sehr schlecht in Italien: Viel Wasser und wenig Sonne. Die Salate konnten sich nicht richtig entwickeln.»

Nun ist das Gemüse in Bern und in Ried bei Kerzers und wartet darauf, verkauft zu werden. «7600 Salatköpfe innerhalb weniger Tage zu verkaufen, ist nicht einfach», sagt Gutknecht. Die Reste müsse der Gemüsebetrieb im schlimmsten Fall kompostieren.

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas am 05.12.2019 19:29 Report Diesen Beitrag melden

    PERFEKT für Single-Haushalt!?

    Dabei wären die PERFEKT für einen Single-Haushalt! Die Normal-grossen sind ja immer zu viel für eine Person ...

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  • Liz am 05.12.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig... ich wünsche mir...

    Und jedes mal suche ich den kleinsten für mich raus, da die meisten zu gross sind für mich alleine...

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  • Romi am 05.12.2019 19:40 Report Diesen Beitrag melden

    Salat

    Unglaublich ,war letzte Woche auf dem Markt in Bern und wollte Endiviensalat kaufen,da kaltes Wetter war und der Salat etwas an der Kälte abbekam könnte er nicht mehr verkauft werden,ich wollte ihn trotzdem man kann ihn ja rüsten, und ich bekam ihn gratis!! Danke an den Verkäufer .

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roger8603 am 06.12.2019 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    wer sagt den das die zu klein sind?

    Ich möchte gerne wissen wer das sagt, welcher Händler? Damit ich Boykotieren kann. Vlt. steht er auch schon auf meiner Liste :-)

  • Peter am 06.12.2019 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Warum so blöde Vorgaben ??

    Man könnte diese ja auch billger verkaufen anstatt weg zu werfen, das gleiche gilt für alle anderen Lebensmittel wie Aepfel, Birnen, Kirschen etc.

    • Claudia am 06.12.2019 12:07 Report Diesen Beitrag melden

      Initiative

      Ich möchte genau deshalb eine Volksinitiative lancieren und wäre froh um Unterstützung. Ich bin via Facebook au der Seite "Stoppt die Normung" zu finden.

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  • Herb am 06.12.2019 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständliche Misswirtschaft

    Ist die heutige Kundschaft heikel geworden! Die Entscheidungsträger dieser Grossverteiler haben bestimmt keinen Tag Hunger gelitten. Ebenfalls haben sie sicher nie Feldarbeit betrieben. Stellen sie sich nur einmal die Arbeit und entstandenen Unkosten vor bis diese Salatköpfe zum Verkauf bereitstehen! Und dann dies - produziert für den Kompost. Schämt Euch.

  • Claudia am 06.12.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Volksinitiative

    Genau zu diesem Thema möchte ich eine Volksinitiative lancieren. Ich könnte noch unterstützung fürs Initiativkomitee gebrauchen. Man findet mich via Facebook Seite "Stoppt die Normung". Es kann und darf nicht sein, dass diese Normung zu tonnenweise Vernichtung hochwertiger Produkte führt!

  • Realist am 06.12.2019 09:35 Report Diesen Beitrag melden

    Nützt nichts

    Es nützt rein gar nichts, diese Salatköpfe zu retten. Denn wer einen dieser kleinen Dinger kauft, der kauft einen anderen im Handel nicht, dann wandert der in die Biogas Anlage. Solange die Leute auch am Samstag eine Minute vor Ladenschluss volle Gestelle erwarten, solange wird es riesigen Foodwaste geben. Dort ist das Problem.

    • Bea251 am 06.12.2019 10:10 Report Diesen Beitrag melden

      Ojee, wie immer die Andern sind Schuld

      Der Konsument will immer das volle Sortiment! Alle machen wieder auf voll empört, aber wollen noch um 5 vor Schluss das gesamte Angebot, da spielt es keine Rolle ob gross oder klein so ist Foodwaste einprogrammiert. Es funktioniert nur wenn Geschäfte von allem weniger anbieten, dass wiederum hiesse 5 vor Schluss hätte es vielleicht den gewünschten Salat nicht mehr und man müsste spontan werden .......

    • S. Moser am 06.12.2019 10:14 Report Diesen Beitrag melden

      Logik...

      Ich liebe diese Logik! Analog: Wenn ich nicht fliege, bleibt ein Sitzplatz im Flugzeug leer.....

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