BFU-Statistik

19. November 2019 12:25; Akt: 19.11.2019 12:25 Print

Am meisten Sportler sterben in den Bergen

In der Schweiz sterben jedes Jahr 184 Menschen bei sportlichen Aktivitäten. 58 dieser Opfer stammen aus dem Ausland. Am meisten Todesopfer fordert der Bergsport.

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Die Schweizer Bevölkerung ist insgesamt sehr sportlich – und dass Sport im Allgemeinen die Gesundheit fördert, ist unbestritten. Die Kehrseite: Jährlich verletzen sich hierzulande 400 000 Personen beim Sport, und 184 kommen dabei sogar ums Leben. Das schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) zu einer am Dienstag veröffentlichten Erhebung, in der alle bekannten Sportunfälle der Jahre 2000 bis 2018 analysiert wurden.

Immer wieder Tote im Lauterbrunnental

Fast ein Drittel der Todesopfer entfielen auf ausländische Touristen. Die Sportart mit dem höchsten Anteil an ausländischen Todesopfern sei mit 77 Prozent das Basejumping, also das Hinunterspringen von einem Felsen mit einem Flügelanzug. Viele Menschen würden für diese Aktivität in die Schweiz reisen.

Gerade im «Basejumper-Mekka» Lauterbrunnental BE kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen. Die SP-Politikerin Margret Kiener Nellen fordert deshalb vom Bundesrat, ein Verbot der Extremsportart zu prüfen.

Beim Bergsteigen beträgt der Anteil ausländischer Opfer zwei Drittel, beim Skifahren abseits der Piste 52 Prozent.

Bergsport fordert am meisten Todesopfer

Insgesamt am meisten tödliche Unfälle gab es laut BFU im Bergsport mit 83 Toten pro Jahr, davon 46 beim Wandern und 29 beim Bergsteigen. Im Wintersport gab es 39 Todesfälle pro Jahr, die meisten mit 17 auf Skitouren und mit acht beim Skifahren abseits der Pisten.

Beim Wassersport verlieren laut BFU pro Jahr durchschnittlich 29 Menschen ihr Leben. Viele von ihnen verunglücken beim Baden oder beim Schwimmen in offenen Gewässern.

Die Zahl der Getöteten sagt laut BFU allerdings nichts über das Sterberisiko in einer Sportart aus. Dafür müssten die Anzahl aktiver Sportlerinnen und Sportler sowie die Ausübungsdauer berücksichtigt werden: Beides sei aber bei vielen Sportarten zu wenig genau bekannt.

(sda)