Ärger mit Fundbüro

22. Mai 2019 11:51; Akt: 22.05.2019 16:41 Print

19-Jährige erhält Handy nur für 99 Franken zurück

Tief in die Tasche greifen musste eine junge Lernende, als sie beim Fundbüro der Stadt Bern ihr Handy abholen wollte. Dies, obwohl ein Stadtangestellter das Telefon gefunden hatte.

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Die 19-jährige Bernerin war überglücklich, als sie erfuhr, dass ihr vermisstes Handy gefunden worden war. Sie hatte es in der Parkanlage neben der Dalmazibrücke verloren. Ein städtischer Angestellter entdeckte das Handy beim Aufräumen im Park und übergab es dem Fundbüro der Stadt Bern.

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Als die Lernende erfuhr, wie viel sie zahlen muss, um ihr Mobiltelefon zurückzubekommen, war sie schockiert: Das Fundbüro verlangte 39 Franken Gebühren für eigene Auslagen und einen Finderlohn von 60 Franken, womit die stattliche Summe von 99 Franken zusammenkommt. Für die junge Frau «schon etwas viel», wie sie der «Berner Zeitung» mitteilte.

«Abzocke oder nicht?»

Die Stadt Bern rechtfertigt den hohen Finderlohn mit dem Gesetz. Sara Brunnschweiler vom städtischen Polizeiinspektorat erklärt, dass nur der Fundort entscheidend sei, ob jemandem ein Finderlohn zusteht. Wenn man an einer «öffentlich zugänglichen Anstalt» wie einem Sportplatz oder dem Bahnhof etwas findet, so hat man keinen Anspruch auf einen Finderlohn. «Eine öffentlich zugängliche Parkanlage wie das Dalmazimätteli gilt nicht als Anstalt», argumentiert Brunnschweiler. Deshalb hat dort auch jeder Finder einen Anspruch auf einen Finderlohn.

Das Fundbüro bestimmt ausserdem die Höhe des Finderlohnes. «Das Bewerten der Gegenstände ist eine Kernkompetenz der Mitarbeitenden im Fundbüro, diese haben jahrelange Erfahrung darin», betont Brunnschweiler. Im Fall der Bernerin wurde der Wert des Handys auf 600 Franken geschätzt. Davon verlangt das städtische Fundbüro 10 Prozent für den Finderlohn und 5 Prozent für die Auslagen. Zusätzlich musste die junge Frau noch 9 Franken für «aufwendige Nachforschungen» bezahlen.

Was hältst du von der Praxis des städtischen Fundbüros? Ist diese fair? Erzähl uns deine Meinung in den Kommentaren

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stutz am 22.05.2019 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Staatskässli füllen

    Darf man dann als Bürger eines Tages auch den Aufwand für die jährliche Steuererklärung geltend machen?

    einklappen einklappen
  • A.Zeiger am 22.05.2019 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herr

    Zuerst kassieren die Staatsangestellten den Lohn mit unseren Steuergelden und dann zockt jedes Amt nochmals kräftig mit irgendwelchen sinnlosen Gebühren ab Weglagerei nennt sich das

    einklappen einklappen
  • Lukas W. am 22.05.2019 12:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gemerkt

    Ich merke mir das. Ich werde nie was ins Fundbüro bringen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 23.05.2019 17:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir zahlen doch auch Steuern

    Die Gebühren die von steuergeldern finanzierten öffentlichen Ämtern erhoben werden geben ohnehin zu denken.

  • Ueli Schweizer am 23.05.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hilfe, wo geht das in Zukunft noch hin ?

    Der Staat erhält Steuern um den Bürgern zu Dienen. Doch nutzt er die Steuergelder um sich eine privatwirtschaftliche Organisation mit subventionierten Angestellten aufzubauen. Bund, Kantone und Gemeinden sollten endlich auch Unternehmenssteuern bezahlen. Kommt noch dazu, dass Angestellte oft von Vergünstigungen profitieren, welche auch der Steuerzahler berappt.

  • Pesche FR am 23.05.2019 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flashmob

    einfach mal seinen alten Krempel als Fundgegenstände beim Fundbüro abgeben. Mal schauen was die sich als nächstes einfallen lassen...

  • Suter Fridel am 23.05.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jung

    Die junge Lernende musste wohl in gar keinen Sack greifen.

  • ich pandi am 23.05.2019 10:08 Report Diesen Beitrag melden

    warum finderlohn?

    warum muss eigentlich immer alles bezahlt werden? kann man nicht auch mal etwas einfach so machen? weil man etwas gutes tun will? warum finderlohn? es reicht doch ein "merci". wenn ich für meine betagte nachbarin einkaufen gehe, muss ich doch nicht bezahlt werden. ich mache das einfach so und wenn ich helfen kann, ist es mir auch eine freude. das gilt auch für sachen, die ich finde. habe auch schon portemonnaies ins fundbüro gebracht. ich erwarte keine bezahlung.