Bern

12. Juli 2014 14:49; Akt: 13.07.2014 02:57 Print

Aare droht zu überlaufen – Alarm per SMS

In der Stadt Bern droht die Aare über die Ufer zu treten. Die Feuerwehr hat die vorsorglichen Massnahmen abgeschlossen. Das Mattequartier und die Uferwege sind gesperrt.

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Das Berner Mattequartier ist wegen Hochwasser-Gefahr gesperrt. (Bild: Keystone Archivbild/Lukas Lehmann)

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Wegen der heftigen Regenfälle hat die Aare in Bern einen kritischen Pegelstand erreicht. Die Feuerwehr rüstet derzeit auf.

Weil die Pegelstände des Brienzer- und Thunersees eine kritische Höhe erreicht haben, muss die Abflussmenge aus dem Thunersee erhöht werden. Dies teilte die Stadt Bern am Samstag mit. Da am Samstagabend weitere Niederschläge erwartet würden, verschärfe sich die Situation in Bern zusätzlich.

Laut der Berufsfeuerwehr könnte die Aare in der Nacht auf Samstag die Schadengrenze deutlich überschreiten. Die Entwicklung der Lage hänge von der Intensität der erwarteten Regenfälle im Oberland ab.

Vorsorgliche Massnahmen abgeschlossen

Die Berufsfeuerwehr Bern ging laut einer am Samstagabend veröffentlichten Medienmitteilung davon aus, dass die Aare bei Bern in der Nacht auf Sonntag bis zu 450 Kubikmeter Wasser pro Sekunde führen könnte. Das sind 30 Kubikmeter mehr als die Schadengrenze von 420 Kubikmeter und 50 mehr als der Alarmwert.

Die Feuerwehr begann deshalb schon am Samstagmorgen mit dem Aufbau von Sperren entlang der Ufer. Dazu gehören auch orange, mit Wasser gefüllte sogenannte Beaver-Schläuche. Am frühen Abend schloss die Feuerwehr die vorsorglichen Massnahmen ab.

Die direkt betroffene Bevölkerung entlang der Aare wurde per SMS alarmiert. Exponierte Keller sollen geräumt, Fahrzeuge an höher gelegene Orte verschoben werden. Die Feuerwehr ist in Alarmbereitschaft. Die Polizei hat Vorkehrungen getroffen, das Mattequartier und die Uferwege entlang der Aare zu sperren.

«Der Pegel der Aare ist zwar noch ganz leicht angestiegen, aber gegenüber dem Vormittag hat sich die Situation nicht gross verändert», sagte ein Mediensprecher zu 20 Minuten. Ob die Aare über das Ufer tritt, wird sich in den nächsten Stunden zeigen. «Entscheidend werden die Regenfälle in der Nacht sein», so der Pressesprecher der Feuerwehr.

Immer wieder Hochwasser

Auch Anfang Juli 2012 transportierte die Aare nach heftigen Niederschlägen mehr als 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, nämlich bis zu 420 Kubikmeter. Damals alarmierte die Feuerwehr die Bevölkerung mit Sirenen.

Auch vor etwas mehr als einem Jahr, im Juni 2013, flossen mehr als 400 Kubikmeter Wasser durchs Bett der Aare. 2012 und 2013 kam es in Bern zu keinen grösseren Problemen.

Bei den Jahrhunderthochwassern von 1999 und 2005 waren es bis zu 620 Kubikmeter. Damals kam es zu massiven Überschwemmungen.

(bee/pat/sda)