Einmachgläser und Flaschen

19. April 2017 05:51; Akt: 19.04.2017 05:51 Print

Abfallfreies einkaufen bald auch in Bern möglich

Einkaufen ohne Plastik oder Karton: In Bern eröffnet im Sommer der erste verpackungsfreie Laden der Stadt.

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Das Olivenöl wird direkt in die Glasflasche abgefüllt, der Reis in einen Stoffbeutel geschaufelt, Kaffee kommt in die Dose: In Bern soll im Sommer der erste Zero-Waste-Laden der Stadt seine Türen öffnen: «Die Kunden bringen die Bügelgläser, Stofftaschen oder Flaschen selber mit», sagt Christoph Bader, Mitgründer von Palette. Wer kein geeignetes Gefäss besitze könne dies im Laden kaufen. Auf Plastik werde jedoch verzichtet.

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Zusammen mit seinen drei Freunden Sarah Pia, Ariane Forster und Samuel Anrig wird er das Geschäft an der Münstergasse 18 führen. «Wir kennen uns seit längerem und teilen die gleiche Ideologie», so Bader. Mit ihrem Geschäft namens Palette wollen die vier Berner zeigen, dass Einkaufen auch ohne Berge voller Verpackungsabfall möglich ist.

Weder Fleisch, noch Käse

Die Lieferanten und Produkte im Palette sollen sorgfältig ausgewählt werden. So wollen die vier jungen Unternehmer die Waren möglichst regional beziehen, ausserdem muss ökologisch und unter fairen Bedingungen produziert werden. «Wir werden Grundnahrungsmittel wie Pasta oder Polenta verkaufen, aber auch Abwaschmittel oder Kosmetikartikel wie Seife wird bei uns erhältlich sein», so Bader. Im Laden sollen Kunden möglichst alles finden, was man so zum Leben brauche. Auf Fleisch, Gemüse oder Milchprodukte werde jedoch bewusst verzichtet. Bader: «Wir wollen den wöchentlichen Markt in der Altstadt nicht konkurrenzieren.»

Kundenwünsche

Die Öffnungszeiten würden derzeit zusammen mit den Kunden erarbeitet. Mit einer Umfrage auf der Website werden die Bedürfnisse zukünftiger Kunden eruiert. Bader: «Weil wir alle berufstätig sind, können wir nicht die ganze Zeit im Laden stehen.» Ausserdem könnten die Kunden dort auch Wünsche bezüglich Sortiment einbringen.

Auch auf der Crowdfunding-Plattform Wemakeit.com ist die Gruppe auf die Hilfe von Aussenstehenden angewiesen. Dort versuchen die Berner einen Zustupf für ihr Projekt zu sammeln. 33'000 Franken sollen innert 45 Tagen zusammenkommen – ein Drittel wurde in den ersten Tagen bereits gespendet. Sie seien zuversichtlich das Ziel zu erreichen, so Bader: «Aber auch wenn das Geld nicht zusammenkommt: wir werden Mitte August eröffnen.» In diesem Fall müssten sie jedoch gewisse Abstriche machen – etwa bei den Öffnungszeiten.

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rentner am 19.04.2017 07:07 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Kostenfrage

    Wenn ich ein Produkt sprich Milch im mitgebrachten Känneli wie früher billiger bekomme wird das Erfolg haben, Wenn ich aber dazu noch mehr bezahlen muss wird das ganze ein Flopp

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  • F.Müller am 19.04.2017 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Preisfrage

    Die sicher gute Idee steht und fällt mit dem Preis.Nur Ökofreaks mit zuviel Geld in der Tasche können auf Dauer den Laden nicht halten.

  • Franziska am 19.04.2017 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Abfallfrei!?

    Der Abfall wird einfach umverlagert und bleibt beim Händler zurück. - Abfallfreies Leben geht nicht!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bäumli am 19.04.2017 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja wer will aber für uns eher nicht

    Den Reis lauf ich im Stoffsack Das Gemüse am Samstag auf dem Markt beim Biobauer unter der Woche auch nur was man halt so braucht frisch halt Aber das geschleppe mit Gläsern Dosen usw ist nach Feierabend doch umständlicher Aufwand.Wette das kann sich auch eine normale Hausfrau nicht leisten die Preise auch nicht Öko ist ja gut und recht wir trennen den Abfall richtig und entsorgen alles bei der Sammelstelle am Ende der Parkplätze .Wir besitzen kein Auto benützen den ÖV das ist auch ein Beitrag denke ich

  • Marc Remund am 19.04.2017 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    In Biel schon möglich!:

    In Biel ist der verpackungsfreie Einkauf schon länger zu normalen Geschäftsöffnungszeiten möglich!: La Portion Magique:

  • Utte am 19.04.2017 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber nicht

    Das heisst dann automatisch graue Maus/ Mäuserich !? Oder wie versteh ich die Kleidung der Protagonisten?

  • Peer Günt am 19.04.2017 11:58 Report Diesen Beitrag melden

    gibt es schon lange

    gibt es in Berlin schon lange, nichts neues

  • Vera am 19.04.2017 10:00 Report Diesen Beitrag melden

    Abfalltrennung!

    Für Leute, die in der Stadt wohnen, sicher super Sache. Gute Idee grundsätzlich. Fragt sich nur, ob generell Abfalltrennung in der Schweiz schon an den Grenzen des Möglichen ist. Bei uns im Dorf kann man Plastikabfall separat sammeln, ebenso Tetrapack. Gibts das in der Stadt auch?