YB – Roter Stern

15. August 2019 04:46; Akt: 15.08.2019 04:46 Print

Bern wappnet sich mit viel Polizei gegen Belgrad-Fans

YB spielt am Mittwoch in den Playoffs zur Champions League gegen Roter Stern Belgrad. Die Fans aus Serbien haben den Ruf, besonders feurig zu sein.

So krass sind die Choreos der Roter-Stern-Fans. (Video: 20m)
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YB-Fans fieberten am Mittwoch beim Match FC Kopenhagen gegen Roter Stern Belgrad mit – und wurden teils enttäuscht. Denn mit dem 7:6-Sieg für die Serben treffen diese nun am Mittwoch im Stade de Suisse auf YB. «Mir wären die Dänen lieber gewesen. Belgrad hat viele Hooligans und Krawallmacher», schreibt Fan Denise in einem Forum. Mit dieser Meinung ist sie nicht alleine, auch Anhänger Roland bläst ins gleiche Horn: «Das wird mir ein Polizeiaufgebot benötigen am Mittwoch.»

In der Tat stuft Sicherheitsdirektor Reto Nause den Match als «rotes Spiel» ein: «Wir werden ein grosses Polizeiaufgebot im Einsatz haben.» Es sei damit zu rechnen, dass die Polizisten auch in der Innenstadt stark präsent sein werden.

Einschlägiger Ruf

Dass der CVP-Gemeinderat solche Massnahmen ergreift, kommt nicht von ungefähr: Die Fans von Roter Stern sind bekannt für ihre imposanten und feurigen Choreos, jedoch auch für Gewalt bei den Belgrader Derbys. So warfen die Roter-Stern-Fans während Spielen gegen Partizan bereits brennende Pyrofackeln auf Gegner-Fans. Diese gelten als blutige Fehde, die jeweils viele Schwerverletzte fordert.

Die letzte Champions Qualifikation steckt den Bernern noch in den Knochen: Im August 2018 empfing Bern die Fans von Dinamo Zagreb und deren Untergruppe Bad Blue Boys. Schwimmerinnen wurden an der Aare von betrunkenen Fans betatscht. Ein unerlaubter Fanmarsch durch die Stadt fand statt, bei dem auch Nazi-Parolen skandiert wurden.

Ob die Anhänger von Roter Stern Belgrad in einen Fanmarsch durch Bern ziehen, ist laut Nause noch unklar: «Wir haben bisher kein Gesuch erhalten. So oder so werden wir die Fangruppierungen eng begleiten – auch in den sozialen Netzwerken.» Ob ein solches Gesuch bewilligt würde, hängt von verschiedenen Faktoren ab – etwa ob verlässliche Kontaktpersonen bestehen würden.

«Aber solche Szenen wie letztes Jahr wollen wir sicherlich nicht noch einmal erleben», so Nause. Sollten Bewohner entsprechende Beobachtungen machen, müsste umgehend die Polizei alarmiert werden.

Bern wappnet sich mit viel Polizei gegen Belgrad-Fans

Stade de Suisse: Intensive Vorbereitung

Der CVP-Gemeinderat rechnet nicht nur vom Ausland mit serbischer Unterstützung: «Auch viele Menschen aus der Schweiz werden die Mannschaft im Stadion unterstützen wollen.» Wie YB-Sprecher Albert Staudenmann sagt, bereitet man sich im Stade de Suisse bereits intensiv auf die Partie vor: «Wir sind im engen Austausch mit den Behörden und den Verantwortlichen von Roter Stern Belgrad.» Zum geplanten Sicherheitsdispositiv wolle man keine Einzelheiten nennen. «Unsere Organisation verfügt aber über grosse Erfahrung bei der Durchführung internationaler Spiele im Stade de Suisse.»

Die Mannschaft sei gut in die neue Saison gestartet und habe in den letzten vier Spielen bereits zehn Punkte geholt: «Die Stimmung im Team ist sehr gut und geprägt von der Vorfreude auf die kommenden Spiele.» Dazu zählt auch das Spiel gegen Belgrad.

(cho)