Aktivisten beim Bell-Schlachthof

21. November 2018 19:33; Akt: 21.11.2018 22:28 Print

Polizei muss Aktivisten von Ketten losschneiden

Über hundert Aktivisten sind in den Schlachthof von Bell eingedrungen, um den Betrieb zu verhindern. Die ganze Aktion endete erst gegen acht Uhr.

Nach 15 Stunden Blockade ist die Situation vor Ort eskaliert. (Video: Facebook: 269 Libération Animale)
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Um 20.00 Uhr konnte der Polizeieinsatz beim Bell-Schlachthof in Oensingen beendet werden. Dies teilt die Polizei in einer Medienmitteilung mit. Der Einsatz dauerte mehrere Stunden. Am frühen Abend eskalierte die Situation: «Lange verlief der Einsatz in geordneten Verhältnissen», sagt auch Polizeisprecherin Bucher.

Je später der Tag, desto renitenter hätten sich die übrig gebliebenen Besetzer verhalten. So habe die Aktion nun vereinzelt Leichtverletzte gefordert. Bucher sagt: «Es kam zu wenigen Zwischenfällen, einzelne Personen haben sich dabei leicht verletzt.» Ins Spital musste niemand gebracht werden.

Verschiedene Tierschützer hatten sich in den Treibgängen angekettet und mussten zunächst mit einem Bolzenschneider losgemacht werden.

Ein Video der Aktivisten zeigt eine Festnahme eines Besetzers durch die Polizei; dieser wehrt sich mit Händen und Füssen, während ihn mehrere Polizisten zu Boden drücken. So sei auch Pfefferspray eingesetzt worden. Dies konnte die Polizei jedoch weder bestätigen noch dementieren.

Vorwiegend aus Belgien und Frankreich

Das Ganze ging noch weiter: Laut dem Insider sollen sich einige Tierrechtler sogar einbetoniert haben. «Diese Personen befinden sich an versteckten Orten.» Wie Bucher gegenüber 20 Minuten sagt, habe man aber niemanden vorgefunden. «Wir haben keine Informationen zu einbetonierten Personen.»

Die Polizei erhob von allen Aktivisten die Personalien. Nach ersten Erkenntnissen stammen die Personen vorwiegend aus Frankreich und Belgien. Alle müssen sich, unter anderem wegen Hausfriedensbruch, strafrechtlich verantworten.

15-stündige Blockade

Während einer Nacht-und-Nebel-Aktion, stiegen rund 130 Aktivisten in das Schlachthaus des Fleischverarbeiters Bell in Oensingen ein. Seit 2.30 Uhr morgens harrten die Tierrechtler der Organisation «269 Libération Animale» im Fabrikgebäude aus. Am frühen Nachmittag begann die Polizei nach Aufforderung des Fleischfabrikanten, das Feld zu räumen.

«Wir legen auch den übrigen Aktivisten nahe, das Gebäude freiwillig zu verlassen», sagte Polizeisprecher Thomas Kummer noch am Nachmittag. Ansonsten würde die Polizei durchgreifen. Rund ein Drittel der Besetzer verliessen so den besetzten Schlachthof freiwillig, andere wurden von der Polizei abgeführt.


Interview mit Thomas Kummer, Sprecher der Kantonspolizei Solothurn.

Bell-Mitarbeiter sind nervös

Die 70 Angestellten, die im Schlacht-Trakt aktiv sind, wurden am Mittwochmorgen von Bell nach Hause geschickt. Mitarbeiter von Bell, die abseits des besetzten Schlacht-Trakts noch tätig sein könnten, wirkten den ganzen Tag über nervös: Von ihren Fenstern aus beobachteten sie das Geschehen rund um das Areal.

Grosser Fleisch-Verarbeiter

Die Bell Food Group ist ein Tochterunternehmen von Coop Schweiz und gehört zu den führenden Fleisch- und Convenience-Verarbeitern in Europa. Am Standort Oensingen werden Tiere geschlachtet und Frischfleisch verarbeitet.

Das Angebot umfasst Fleisch, Geflügel, Charcuterie, Seafood sowie Convenience-Produkte und Schnittsalate. Rund 12'000 Mitarbeitende erwirtschaften einen Jahresumsatz von vier Milliarden Franken.

(nzy / cho / miw/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ABC am 21.11.2018 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kosten

    Finde die Altivisten müssten die Kosten für den Polizei-Einsatz und den Verlust für die Firma tragen

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  • Ch. Oppliger am 21.11.2018 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlose Aktion!

    Voll daneben! Danke Polizei für die gute Arbeit!

  • Normal Konsument am 21.11.2018 18:09 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Polizei

    Gut sind wir ein Rechtsstaat, wo solche illlegalen Aktionen von reaktionären Tierschützern gestoppt werden können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Doris D. am 22.11.2018 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ganz toll! Vielen Dank an die Aktivisten! Und an alle, die dieses Verbrechen an fühlenden Wesen nicht durch ihren Konsum in Auftrag geben!

  • Schlimm am 22.11.2018 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Echt Schlimm

    Es ist wirklich schlimm was jeden Tag hier Passiert!!

  • Thunder83 am 22.11.2018 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten

    Hoffentlich bringt Bell die Sache definitiv zur Anzeige und die Aktivisten werden empfindlich bestraft. - Es kann nicht sein, dass in Privatgrundstücke eingedrungen wird und sich dazu noch ankettet... Tierschutz kann auch anders kommuniziert werden, aber sowas ist einfach lächerlich! Und Bell hält sich bestimmt an die gesetzlichen Vorschriften.

  • t.t. am 22.11.2018 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Räumt erst bei euch auf

    Bevor man in der Schweiz die als Vorreiter in Sachen Tierschutz, Artgerechte Haltung etc. gilt für Tierrechte kämpft, sollen die Herrschaften aus Frankreich und Belgien besser erst vor ihrer eigenen Haustüre aufräumen. Die Bedingungen die in französischen Schlachthöfen und Zuchtanstalten herrschen sind Mittelalterlich im Vergleich zu den unseren! Die Aktivisten sollen dann bitte auch die Kosten für den Polizeieinsatz sowie den Verlust durch Betriebsunterbruch übernehmen.

    • Philippe am 22.11.2018 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Vor der eigenen Türe wischen

      In welchem Land darf schon wieder geschächtet werden? Auf jeden Fall nicht in der Schweiz.

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  • Mauri am 22.11.2018 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    BELL wach auf!

    Finde solchen Aktionen gut. Denn anderes begreift wohl niemand das, dass sinnlose töten aufhören muss. Bin selber Fleischesser doch diese Überproduktion für die Tonne MUSS endlich aufhören. Es wurde genug geredet. Wie in der Politik nur immer reden, reden und nochmals reden für gar keine Lösungen.

    • Realist am 22.11.2018 10:57 Report Diesen Beitrag melden

      In Deutschland einkaufen

      Wenn das Fleisch zu teuer wird, da Tierfreundlicher produziert und stressfrei geschlachtet (Weidschlachtung) wird einfach das billigere Fleisch aus Deutschland, Massentierhaltung, lange Transportwege z.B. aus Polen ...) gekauft.

    • Pedro am 22.11.2018 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Respekt

      Richtig! Fleischware dürfte nie mit Rabatten oder als Aktion angeboten werden. Wenn man bedenkt welches Leid hinter der Produktion dieser Artikel steckt!

    • Aline am 22.11.2018 11:08 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Vielen Dank Mauri, das finde ich auch

    • Lukas am 22.11.2018 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Moral und Anstand und Respekt!

      sehe ich auch so. Wie pervers sind wir eigentlich!? Dass wir unnötig Leben auslöschen! Echt Krank viele Menschen. Kein Coop, Aldi und Migros und Denner Fleisch seit Jahren. Im Unterschied zu der ganzen Überproduktion von sonstigen Lebensmitteln, geht es beim Fleisch um Lebewesen. Alles für das liebe Geld.

    • Lukas am 22.11.2018 13:29 Report Diesen Beitrag melden

      Verständnis, einmal ist genug geredet!

      Wer nicht hören will muss fühlen. Vielleicht sollten wir einmal die Krankenkassen besetzen! Passiert ja auch seit Jahren nichts!

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