Lawine fordert 30 Tote

24. Februar 2020 04:57; Akt: 24.02.2020 06:24 Print

«Innert zwei Minuten war nichts mehr wie früher»

Das Lawinenunglück in Reckingen VS jährt sich heute zum 50. Mal. 30 Menschen verloren damals ihr Leben. Ein Unglück, das die Schweiz in tiefe Trauer stürzte.

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Am 24. Februar 1970 wurden die Menschen von Reckingen VS von einer donnernden Lawine aus dem Schlaf gerissen. Innert Sekunden bahnten sich die enormen Schneemassen einen Weg durch das Bächital und rissen alles mit, was ihnen in den Weg kam. Um 5.05 Uhr erreichte die Lawine das Dorf und begrub es unter sich. Die traurige Bilanz: 30 Menschen mussten ihr Leben lassen – 19 Armee-Offiziere und elf Zivilisten, darunter sechs Kinder. Eine Katastrophe von noch nie dagewesenem Ausmass in der Region, die das ganze Land in Schock und Trauer versetzte. Drei militärische Gebäude und vier zivile Häuser wurden durch die Lawine zerstört. Militärangehörigen, die im Keller eines zerstörten Gebäudes waren, gelang es, mit dem Militärtelefon Alarm zu schlagen und das benachbarte Militärlager in Gluringen VS zu informieren. Innerhalb von 30 Minuten waren die ersten Helfer eingetroffen und und begannen mit den Bergungsarbeiten. Nur dank der schnellen Hilfe, der in der Nähe stationierten Soldaten, gelang es, 18 Menschen das Leben zu retten. Trotz der raschen Reaktion kam für 30 Menschen jede Hilfe zu spät. Der damals 10-jährige Eugen Walpen war einer der 18 Menschen, die aus den Schneemassen gerettet werden konnten. An jenem Tag verlor Walpen jedoch seine Mutter, seine Schwester und seinen Bruder. «Innerhalb von zwei Minuten war nichts mehr wie früher», sagt Walpen. Er erinnert sich an jenen verhängnisvollen Morgen. «Es hat angefangen zu schütteln und ich dachte noch, meine Schwester wolle mich bloss wieder nerven», erzählt der Überlebende, «danach ist etwas zusammengekracht und dann weiss ich nur noch, dass ich im Schnee erwacht bin.» Er fragt sich häufig, weshalb ausgerechnet er die Lawine überlebt hat und nicht der Rest seiner Familie: «Ich habe aber keine Antwort darauf.» Das Ereignis habe er jedoch nie ganz überwunden. Die Angst, sei immer noch da. «Umso älter ich werde, desto stärker wird die Angst. Ich werde sie mit ins Grab nehmen.» Für Walpen ist jedoch klar, wer für die Rettung all dieser Menschen verantwortlich ist: «Ohne die schnelle Reaktion der Armee, wären sicher noch mehr Menschen gestorben.» Obwohl die Schweizer Armee für die raschen Bergungs- und Aufräumarbeiten gelobt wurde, kam auch schnell Kritik auf. Überschallflüge und diverse Schiessübungen der Soldaten hätten den Schnee losgelöst, hiess es in der Region. Die Vorwürfe stellten sich jedoch als sehr unwahrscheinlich heraus. Schliesslich war die Lawine doch einfach auf unglückliche Umstände zurückzuführen. Der Februar 1970 hatte besonders viel Schnee. Die Lage sei sehr instabil gewesen und noch mehr Schnee und Wind hätten eine solche Lawine verursachen können. Die Lawine sei aber eine der opferreichsten und schlimmsten des 20. Jahrhunderts gewesen. Am heutigen Tag gedenkt man in Reckingen der Opfer von damals. «Hier ist das Lawinenunglück noch immer spürbar», sagt Gerhard Kiechler, Gemeindepräsident von Goms zu 20 Minuten. 30 Kerzen auf einem Holzherz wurden für die 30 Menschen, die beim Lawinenunglück ums Leben kamen, in der Kirche angezündet. «Es sind sehr viele Menschen gekommen. Das Ereignis bewegt noch immer», erzählt der Gemeindepräsident. «Am 24. Februar findet die offizielle Gedenkfeier in Reckingen statt», so Kiechler. Geladene Gäste, wie diverse Militärangehörige und auch Bundesrätin Viola Amherd, werden an der Zeremonie anwesend sein und der Opfer gedenken.

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Am 24. Februar 1970 wurden die Menschen von Reckingen VS von einer donnernden Lawine aus dem Schlaf gerissen. Innert Sekunden bahnten sich die enormen Schneemassen den Weg durch das Bächital und rissen dabei alles mit, was ihnen in den Weg kam.

Um 5.05 Uhr erreichte die Lawine das Dorf und begrub es unter sich. Die traurige Bilanz: 30 Menschen mussten ihr Leben lassen – 19 Armee-Offiziere und elf Zivilisten, darunter sechs Kinder. Eine Katastrophe von noch nie dagewesenem Ausmass in der Region, die das ganze Land in Schock und Trauer versetzte.

18 Menschen konnten gerettet werden

Drei militärische Gebäude und vier zivile Häuser wurden durch die Lawine zerstört. Militärangehörigen, die im Keller eines zerstörten Gebäudes waren, gelang es, mit dem Militärtelefon Alarm zu schlagen und das benachbarte Militärlager in Gluringen VS zu informieren.

Innerhalb von 30 Minuten waren die ersten Helfer eingetroffen und und begannen mit den Bergungsarbeiten. Nur dank der schnellen Hilfe, der in der Nähe stationierten Soldaten, gelang es 18 Menschen das Leben zu retten. Trotz der raschen Reaktion kam für 30 Menschen jede Hilfe zu spät.

«Die Angst bleibt, die wird immer da sein»

Der damals 10-jährige Eugen Walpen war einer der 18 Menschen, die aus den Schneemassen gerettet werden konnten. An jenem Tag verlor Walpen jedoch seine Mutter, seine Schwester und seinen Bruder. «Innerhalb von zwei Minuten war nichts mehr wie früher», sagt Walpen gegenüber SRF. Er erinnert sich an jenen verhängnisvollen Morgen. «Es hat angefangen zu schütteln und ich dachte noch, meine Schwester wolle mich bloss wieder nerven», erzählt der Überlebende, «danach ist etwas zusammengekracht und dann weiss ich nur noch, dass ich im Schnee erwacht bin.»

Er fragt sich häufig, weshalb ausgerechnet er die Lawine überlebt hat und nicht der Rest seiner Familie: «Ich habe aber keine Antwort darauf.» Das Ereignis habe er jedoch nie ganz überwunden. Die Angst, sei immer noch da. «Umso älter ich werde, desto stärker wird die Angst. Ich werde sie mit ins Grab nehmen.» Für Walpen ist jedoch klar, wer für die Rettung all dieser Menschen verantwortlich ist: «Ohne die schnelle Reaktion der Armee, wären sicher noch mehr Menschen gestorben.»

Opferreichste Lawine des 20. Jahrhunderts

Obwohl die Schweizer Armee für die raschen Bergungs- und Aufräumarbeiten gelobt wurde, tauchte auch schnell Kritik auf. Überschallflüge und diverse Schiessübungen der Soldaten hätten den Schnee losgelöst, hiess es in der Region. Die Vorwürfe stellten sich jedoch als sehr unwahrscheinlich heraus, wie der «Walliser Bote» berichtete.

Schliesslich war die Lawine doch einfach auf unglückliche Umstände zurückzuführen. Der Februar 1970 hatte besonders viel Schnee. Die Lage sei sehr instabil gewesen und noch mehr Schnee und Wind hätten eine solche Lawine verursachen können. Die Lawine sei aber eine der opferreichsten und schlimmsten des 20. Jahrhunderts gewesen.


Die Suche nach den Überlebenden.

«Lawinenunglück noch immer spürbar»

Am heutigen Tag gedenkt man in Reckingen der Opfer von damals. «Hier ist das Lawinenunglück noch immer spürbar», sagt Gerhard Kiechler, Gemeindepräsident von Goms zu 20 Minuten. Schon am 23. Februar wurde in der Dorfkirche in Reckingen eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung durchgeführt. 30 Kerzen auf einem Holzherz wurden für die 30 Menschen, die beim Lawinenunglück ums Leben kamen, in der Kirche angezündet. «Es sind sehr viele Menschen gekommen. Das Ereignis bewegt noch immer», erzählt der Gemeindepräsident.

«Am 24. Februar findet die offizielle Gedenkfeier in Reckingen statt», so Kiechler. Geladene Gäste, wie diverse Militärangehörige und auch Bundesrätin Viola Amherd, werden an der Zeremonie anwesend sein und der Opfer gedenken.

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klara am 24.02.2020 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irreführend

    Der Titel ist mal wieder völlig daneben. Man könnte meinen, es sei eben erst passiert. Wieso macht ihr das?

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  • Annemarie Sommer am 24.02.2020 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anteilnahme ist eine Charaktersache

    Warum diese flüchtigen und wirklich sinnfreien, schon fast dummen Bemerkungen zum schön verfassten Artikel? Ein Glück, dass es noch Menschen gibt, wie im schönen Dorf Reckingen, die wissen, was sich gehört und auch nach 50 Jahren deren gedenken, die bei dem grossen Unglück ihr Leben verloren haben. Die Überlebenden sind sicher sehr dankbar für die Anteilnahme, die Ihnen das ganze Dorf immer noch entgegenbringt. Zurück schauen kann jeden von uns vorwärts bringen .

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  • Marlis am 24.02.2020 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurige Geschichte

    Mein Vater war dort in der nähe im Militärdienst. Er hat davon Erzählt, was passiert war. Meine Mutter hatte Angst, weil Er dort in der Nähe war. Zum Glück kam alles Gut aus. Als Kind haben wir unseren Tagesausflug dort verbracht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • zoro am 24.02.2020 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    24.2.70

    Ich war dabei am 20.2.70 Leider kann ich heute an der gedenkfeier nicht dabei sein. Was hier für Kommentare geschrieben werden kann ich nicht verstehen diese Leute haben keine Ahnung sowas zu erleben. einfach nur herzlos Cearteam gabs auch noch nicht!!!!

    • Mitdenkender Bürger am 24.02.2020 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      Datum

      24.02.1970 und nicht 20.02.1970 lieber zoro.

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  • JB am 24.02.2020 11:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heer und Luftwaffe im Einsatz!

    In solchen Momenten ist man froh das wir eine Armee haben bei Katastrophen.

  • Mitdenkender Bürger am 24.02.2020 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    @Klara also diese Kritik verstehe ich jetzt überhaupt nicht. Das ganze war ein sehr trauriges Ereignis vor 50 Jahren und das ist doch an den Fotos und dem Text - schon in der 2. Schlagzeile - klar ersichtlich. Aber es gibt eben Menschen die solche Berichte zum Wichtigmachen benutzen. Traurig aber wahr.

    • P. Meier am 24.02.2020 11:50 Report Diesen Beitrag melden

      Zeitformen

      "Lawine fordert 30 Tote" für einen Lawinenniedergang vor 50 Jahren finde ich doch eher speziell!

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  • Lulu am 24.02.2020 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Wasss??

    Was 50 Jahre? Habt Ihr schon Farb TV :@)

  • Maddy am 24.02.2020 09:50 Report Diesen Beitrag melden

    Alte Bilder

    Ja wenn du das Bild unter dem Titel siehst ist es ja wohl klar dass es alt ist...