Teurer Blödsinn

17. Dezember 2008 22:50; Akt: 17.12.2008 22:51 Print

Amokscherz hat für Schüler ernste Folgen

von Simone Hubacher - Der üble Amokstreich hat kostspielige Folgen für den 16-Jährigen: Die Stadt stellt ihm diesen mit über 16500 Franken in Rechnung.

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Diese stolze Summe haben die Einsätze der Berufsfeuerwehr und der Sanitätspolizei gekostet. Falls der Schüler der Gewerblich-industriellen Berufsschule Bern (GIBB) diese Kosten nicht selber über­nehmen kann, müssen seine Eltern für sie aufkommen: Dies sieht das städtische Gebührenreglement vor.

«Dass die Eltern belangt werden sollen, finde ich unhaltbar», sagt Schuldenbe­rater Mario Roncoroni. Der Junge sei haftbar für das, was er sich einge brockt habe, und nicht sie. Sobald der Schüler einmal richtig Geld verdiene, könne er diesen Betrag vielleicht abstottern. «Dumm ­wäre ein Eintrag ins Betreibungsregister. Dieser könnte ihn bei der Wohnungs- oder Jobsuche jahrelang behindern», so Roncoroni.

In der Rechnung nicht enthalten sind die Kosten der Kantonspolizei. Wie hoch diese ausfallen, gibt die Kapo nicht bekannt. «Ob jemand unsere Kosten übernehmen muss, entscheidet letztlich die Justiz», so Sprecher Olivier Cochet. Der Junge, der inzwischen von der Schule ausgeschlossen wurde, muss sich vor Jugendgericht verantworten.

Der 16-Jährige hatte am 20. November zum Spass zwei Anrufe aus Telefonkabinen getätigt und der GIBB mit einem Blutbad gedroht. Der Schulbetrieb war stundenlang unterbrochen; 1200 Schülerinnen und Schüler waren betroffen.