Grenchen

08. Juli 2018 18:39; Akt: 09.07.2018 07:39 Print

Amsel erstickt qualvoll an Schnur von Luftballon

von Raphael Casablanca - In Grenchen verhedderte sich eine Amsel so unglücklich in der Schnur eines Ballons, dass sie starb. Die Gefahr, die von Plastikabfällen für Tiere ausgeht, ist gross.

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Seit mehreren Tagen sorgt ein Schreckensbild im Internet für Gesprächsstoff. Es zeigt eine Amsel, die sich derart in der Schnur eines Luftballons verhedderte, dass sie wortwörtlich erhängt wurde. Gemacht wurde das Bild von einem Facebook-Nutzer aus der Region Grenchen. Er fotografierte das tote Tier und teilte es auf einer regionalen Gruppe mit den Worten: «Die Folgen einer Party, wenn man nicht aufräumt.»

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Wussten Sie, dass von Luftballons eine grosse Gefahr für die Natur ausgeht, als Sie das letze Mal einen an einer Veranstaltung fliegen liessen?

Auch Plastikreste sind ein Problem

Laut Facebook-Usern stammt der Ballon vom letzen Kinderball in Grenchen. Sobald die Luftballons in der Luft sind, werden sie vom Wind fortgetragen und platzen je nach Grösse erst nach 16 bis 70 Stunden. Wo genau die farbigen Latexfetzen dann landen, kann niemand voraussagen. Livio Rey von der Schweizerischen Vogelwarte zum Vorfall in Grenchen: «Es handelt sich hier um eine Amsel, die sich in der Schnurschlaufe eines Luftballons verhedderte und dadurch qualvoll sterben musste.» Laut Rey könne man nicht genau sagen, wie oft Vögel durch Schnüre von Luftballons in der Schweiz sterben würden: «Es gibt keine genauen Zahlen dazu.»

Helen Sandmeier vom Schweizer Tierschutz sieht nicht nur die Schnüre der Ballons als Problem. Viele Tiere würden die Plastikreste der Ballons mit Nahrung verwechseln und könnten daran verenden: «Auch weidende Kühe und Rinder sind durch die Plastikteilchen gefährdet und können daran sterben.»

Globales Problem

Nicht nur in der Schweiz sterben Tiere an den Folgen von Ballons. Auch in Deutschland sorgt man sich, so warnt etwa das Tiermagazin «LigaVogelschutz»: «Die Schnüre der Ballons sind Todesfallen für unsere Vögel. Einmal darin verfangen gibt es kein Entrinnen mehr.»

Genaue Zahlen zu den Tieren zu nennen, die wegen Luftballons sterben mussten, ist laut dem Magazin «LigaVogelschutz» beinahe unmöglich. Zwar würden ab und zu ein paar Fälle publik, jedoch würden diese nur die Spitze des Eisbergs darstellen. «Mindestens zwei Prozent aller untersuchten Eissturmvögel in Deutschland haben Reste von Ballon-Latex in ihren Mägen», so das Magazin. Zwar gebe es mittlerweile biologisch abbaubare Luftballons, jedoch würden diese nach Angaben der Hersteller erst nach sechs Monaten verrrotten und blieben somit eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Tiere in der freien Natur.

Helen Sandmeier vom Schweizer Tierschutz STS: «Viele der Menschen sind sich schlichtweg nicht bewusst, dass ihre Aktionen unmittelbare Auswirkungen auf die Natur haben können.» Sie ist aber sicher, dass die Bevölkerung durch solche Bilder sensibilisiert wird.

Ähnlicher Fall

Erst letzte Woche hatte ein ähnlicher Fall aus Basel für Aufsehen gesorgt. Zwei Jungstörche wurden völlig verdreckt und von Plastikmüll umhüllt aufgefunden: Ihre Beine waren mit Schnüren und Kuststoff derart ineinander verheddert, dass sie buchstäblich aneinandergekettet waren und die Tiere mehr aufstehen konnten. Bei einem der jungen Störche war ein Bein schon so weit abgestorben, dass er eingeschläfert werden musste.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rose am 08.07.2018 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plastikmüll

    Das Problem haben wir seit Jahren! Ich fand schon eine junge Krähe die ausgefranste Plastikschnur von Heuballen um die Beine hatte! Auch sie war im Gebüsch verhedert! Ich fand sie zum Glück rechtzeitig!

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  • anna am 08.07.2018 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tut mir leid

    O tut mir so leid. Wir Menschen denken oft nicht an die Tiere. Das spricht zb 1 August andere feste usw.

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  • inge am 08.07.2018 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    fassungslos

    da könnte ich klotzen 99 Prozent denkt der Mensch nicht an die Tiere

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Susan am 09.07.2018 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    Luftballons

    Jede Tüte und Verpackung aus Kunststoff ist ein einmal Produkt und wird nicht wieder verwendet. Wieso sind Luftballons auf einmal sooo schlimm für die Welt. Länder die alles ins Meer werfen und das Wort Recycling für nen Witz halten sind wohl eher die UmweltSünder. Darauf einen "Coffee to go"

  • Walter am 09.07.2018 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht sicher

    Amsel oder Doppeladler? ;-)

  • Eidgenossin am 09.07.2018 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    @Neumann

    Wenn Sie das böse das Sie geschrieben haben sarkastisch gemeint haben dann Entschuldige ich mich bei Ihnen. Auch Ihnen, Herr Neumann einen schönen Abend.

  • Eidgenossin am 09.07.2018 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    @Captain Hindsight

    Warscheinlich können Sie auch nicht lesen Sie sind nicht alleine ,es geht nicht um Katzen in diesem Artikel sondern um Müll von uns Menschen. Lesen Sie bitte den Artikel oder lassen Sie den Artikel von jemandem vorlesen und erklären.

  • noldi am 09.07.2018 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    ene weniger

    Berichtet wieviele Amsel eine katze im jahr toetet statt so ein theater fuer ein vogel zu veranstalten.

    • Eidgenossin am 09.07.2018 14:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Noldi

      Hoffentlich redet man über Sie auch mal so,Sie hätten es verdient!

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