29. Mai 2007 17:12; Akt: 29.05.2007 17:14 Print

Andreas Zeller neuer Synodalratspräsident

Der neue Synodalratspräsident der Reformierten Kirchen Bern Jura Solothurn heisst Andreas Zeller. Bei der Kampfwahl setzte sich Zeller im zweiten Wahlgang gegen Lucien Boder und Gottfried Locher durch.

Fehler gesehen?

Der Liberale Zeller erhielt 85 Stimmen, der aus dem Berner Jura stammende Lucien Boder 64. Deutlich dahinter platzierte sich der als Quereinsteiger geltende Gottfried Locher mit 37 Stimmen. Noch im ersten Wahlgang distanzierte Zeller den zweitplatzierten Boder um nur vier Stimmen.

Anerkennung für acht Jahre Synodalrat

Zeller bezeichnete die Wahl an die Spitze der Kirchenexekutive als Anerkennung für seine bisherige Arbeit. Gleichzeitig bedeute das Vollzeitmandat aber, dass er sein Amt als Pfarrer in Münsingen BE nach 20 Jahren niederlegen müsse, was ihm schwerfalle. Seit 1999 gehört er dem Synodalrat an. Seit 2003 ist er dort Leiter des Departements Theologie.

Der Präsident alleine könne nur bedingt frischen Wind in die Kirche bringen. «Die Hauptarbeit geschieht in den Kirchgemeinden», entgegnete Zeller seinen Kritikern, die mit Locher neuen Wind in die Kirche bringen wollten. Als Präsident könne er aber dafür sorgen, dass die Umgebung stimme.

Quereinsteiger gescheitert

Der 40-jährige Locher präsentierte sich im Wahlkampf als Vertreter einer offenen und selbstbewussten Kirche, der die heutige Generation vertritt. Unterstützt wurde er von einem überfraktionellen Komitee. Als einziger Kandidat sitzt er nicht im Synodalrat.

Im Wahlkampf wurde ihm vorgeworfen, er sei zu katholisch. Zusammen mit Bischof Kurt Koch hatte er kürzlich das Papst-Buch präsentiert. Auch lancierte er 2004 die umstrittene Idee von der Einsetzung reformierter Bischöfe als Identifikationsfiguren.

Dass er so wenig Stimmen gemacht habe, enttäusche ihn, sagte Locher. Allerdings bestätige ihn sein Resultat, dass bereits ein wachsender Teil der Synode seine Anliegen unterstützten.

Vertreter des Juras enttäuscht

Lucien Boder startete als Vertreter des Juras ins Rennen ums Präsidium. Der zweisprachige Pfarrer aus Biel zeigte sich enttäuscht über die Nichtwahl, will aber im Synodalrat bleiben. Erst im April ist der 48-Jährige in das Gremium gewählt worden. Auch Locher könnte übrigens schon bald im Synodalrat sitzen: Er dürfte Anwärter auf den frei werdenden Sitz von Zeller sein.

Der Synodalrat ist die Kirchenexekutive. Deren Präsident wird vom Kirchenparlament, der so genannten Synode gewählt. Noch amtierender Synodalratspräsident ist Samuel Lutz. Er tritt im Herbst zurück.
Notiz: Die Meldung rdb004 ist durchgehend umgeschrieben und ergänzt worden.

(sda)