Gerzensee BE

30. Juni 2014 16:59; Akt: 30.06.2014 16:59 Print

Anwälte fordern bedingte Strafe für Ladenräuber

Ein 24-jähriger Mann soll in Gerzensee und Umgebung Läden ausgeraubt haben. Vor Gericht fordert der Staatsanwalt eine bedingte Geld- und eine bedingte Freiheitsstrafe.

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Das Regionalgericht Bern wird am Dienstag das Urteil fällen (Symbolbild). (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Ein heute 24-jähriger Mann soll unter anderem wegen eines Überfalls auf einen Laden in Gerzensee mit bedingten Geld- und Freiheitsstrafen bestraft werden. Das haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Montag vor Gericht gefordert. In der Höhe der Strafe unterschieden sich die Anträge der Staatsanwältin und des Verteidigers zwar. Dass die Strafen aber bedingt ausgefällt werden sollen, darin sind sie sich einig. Der junge Mann hat inzwischen einen Ausbildungsplatz gefunden, wird von einem Sozialarbeiter betreut und versucht seit geraumer Zeit sein Leben in den Griff zu bekommen. Noch sei er zwar nicht am Ziel, aber auf gutem Weg dorthin, sagte sein Verteidiger am Montag vor Gericht.

Dorfläden heimgesucht

Ganz anders zur Tatzeit: Um Geld für Alkohol und Drogen zu beschaffen, soll er mit einem Komplizen durch die Gegend gezogen sein und Geld in Dorfläden geklaut haben. Das Duo erbeutete laut Überweisungsbeschluss in Uttigen über 1500 Franken. Anfang September 2010 hatte es das Gespann auf den Dorfladen in Gerzensee abgesehen. Bei diesem Überfall soll der Angeklagte den Ladenbesitzer bedroht und über tausend Franken erbeutet haben.

Täter gibt «Vollgas in der Lehre»

Die Staatsanwältin forderte in ihrem Plädoyer eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren mit einer Probezeit von vier Jahren für den Raub in Gerzensee. Dazu solle das Gericht für die übrigen Delikte eine ebenfalls bedingte Geldstrafe von 230 Tagen zu je 30 Franken und eine Busse von insgesamt 1700 Franken ausfällen. Die Staatsanwältin verwies auch auf eine einschlägige Vorstrafe des jungen Mannes. Das wirke sich nicht positiv auf die Strafhöhe aus. Seit den Taten 2010 sei aber nichts derartiges mehr vorgefallen, räumte die Staatsanwältin ein.

Tatsächlich habe die Zeit für den Angeklagten gearbeitet, sagte sein Verteidiger. Wäre der Mann zwei, drei Jahre eher vor Gericht gestanden, hätte er wohl noch nicht so gute Zukunftsprognosen gehabt wie jetzt. Damals hätte er wohl eine unbedingte Strafe kassiert. Doch heute sehe es gut aus, der junge Mann gebe «Vollgas in der Lehre», das sei sehr positiv. Der Verteidiger forderte für seinen Mandanten eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren. Zudem soll das Gericht eine ambulante Therapie anweisen, damit der junge Mann das Kiffen und Alkoholtrinken noch vollständig in den Griff bekomme.

Das Regionalgericht Bern wird im Fall des Angeklagten sein Urteil am Dienstagmittag bekannt geben.

(sda)