Gurwolf FR

22. Juli 2018 15:43; Akt: 22.07.2018 15:44 Print

Anzeige gegen Bauer wegen verdreckter Kühe

Mist und Dreck: Tierschützer haben wegen miserablen Zuständen auf einem Freiburger Rinderhof die Behörden alarmiert. Sie verlangen eine Bestrafung.

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Aufnahmen einer Rinderhaltung im Gurwolf FR zeigen stark verdreckte Rinder, die auf ihrem eigenen Mist im Stall angebunden sind. Die heimlich aufgenommenen Fotos der Rinder wurden den Tierrechtlern «Tier im Fokus» (TIF) anonym zugespielt.

Dort wurde man nach dem Erhalt der Bilder aktiv. Dem im Kanton Bern wohnhaften Bauern wollen die Tierschützer das Handwerk legen: «Wir haben bei der Freiburger Staatsanwalt Strafanzeige wegen mehrfacher Tierquälerei eingereicht», sagt TIF-Präsident Tobias Sennhauser.

Bauer soll Busse tun

«Der Anzeigende verlangt die Bestrafung des Beschuldigten. Sämtliche Verstösse gegen das Schweizer Tierschutzgesetz sind Offizialdelikte», steht in der Anzeige, die 20 Minuten vorliegt. Auch sei der Rinderbauer ein «Wiederholungstäter» – es gebe bereits Fotos aus der Vergangenheit, die ähnliche Missstände aufzeigten. So ist der Bauernhof in Gurwolf schon in der Vergangenheit gemeldet worden: «Der genannte Betrieb wurde von uns mehrmals unangemeldet überprüft», wird der Berner Kantonstierarzt Reto Wyss in der Anzeige zitiert.

Betrieb werde aber weiterhin überwacht

Was Sennhauser an dieser Tatsache am meisten stört: Gravierende Verstösse gegen das Tierschutzgesetzgebung seien dabei nicht festgestellt worden. «Die Bilder lassen einen aber andere Schlüsse ziehen», sagt der Aktivist zu 20 Minuten.

Die Behörden würden den Betrieb weiter überwachen. Sennhauser bleibt skeptisch: «Die Kontrolltätigkeit der Behörden lässt arg zu wünschen übrig.» Bei Tier im Fokus hofft man, dass die Tiere künftig von unnötigem Leid verschont werden. «Dafür müssen wir den Behörden genauer auf die Finger schauen.»

Der Landwirt war für 20 Minuten telefonisch nicht erreichbar.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tierfreundin am 22.07.2018 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbot

    Die Behörden schliessen lieber die Augen weil es bequemer ist. Manchmal frage ich mich für was der Steuerzahler Mitarbeiter bezahlt die ihren Job nicht korrekt machen. Bauern die ihre Tiere so vernachlässigen müssten ein Tierhalteverbot erhalten. Zum Glück gibt es die Tierfreunde und Medien die solche Tierquälereien aufdecken. So werden die Verantwortlichen dazu gezwungen endlich zu handeln.

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  • Kräuter Schnaps am 22.07.2018 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    Handeln ist notwendig

    Dem Veterinäramt bekannt und es wurden schon mehrer Meldungen gemacht. Geschehen ist, oh wunder, NICHTS. Der Bauernverband sollte hier ebenfalls sofort einschreiten und für Ordnung sorgen. Solches Fleisch und solche Milch wollen wir nicht auf dem Tisch. Braucht es wirklich erst Medien und ein Aufschrei aus der Bevölkerung damit diese "Bauern" nicht mehr von Ihresgleichen gedeckt wird.

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  • Claudia Held am 22.07.2018 16:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Claudi

    jaja die lieben Ämter! Viel labern und nichts machen! Ich frage mich, warum die ihren Job gewählt haben!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Etan am 23.07.2018 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mut

    Endlich hatte jemand die Courage DEN anzuzeigen!

  • insider am 22.07.2018 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    Profitgier steht über dem Tierwohl

    Profit steht meistens über dem Tierwohl. Leider. Man sollte einfach den Weg von der Quelle in die Mündung ausfindig machen. D.h. wo wird das Fleisch dieses Bauerns verkauft? Bell, Migros, Coop?! Sobald man dort ein wenig 'Druck' macht, erledigt sich die Sache ziemlich schnell. Wetten?

  • Vreneli am 22.07.2018 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Agrarpolitik statt Tierliebe

    Aufgrund der Aufnahmen schliesse ich, dass es sich zum Rinder handelt und fragte mich auch, was solche Jungtiere, die ja noch nicht gemolken werden müssen, im Sommer in einem Stall angekettet verloren haben. Tierhaltung geht halt nicht einfach "nebenbei": Bei uns war Stall und Haus zusammengebaut und so war es selbstverständlich, dass man regelmässig bei den Kühen vorbeischaute, die Exkremente wegwischte und 2x täglich neu eingestreut wurde (Stroh vorne, Sägemehl hinten, da keine Schwemmentmistung). Unser Hof wurde jedoch "gesund" geschrumpft und bekam keine Subventionen...

  • Bazillus am 22.07.2018 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    Medien bitte dran bleiben

    Tierarzt, Besamer, Schlachtbetrieb, Nachbarn....viele wissen Bescheid über solche Zustände und alle schweigen! Wie beim Pferdehalter aus der Ostschweiz, muss JETZT gehandelt werden. Dem Bauern muss per sofort ein Tierhalteverbot ausgesprochen und die Kosten für die Räumung auferlegt werden. Alles Andere wäre schlicht unverständlich!

  • Erich Fuchs am 22.07.2018 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie so kontrollieren Berner in Freiburg?

    Was ich nicht verstehe, wie so kontrollieren Berner Behörden einen Betrieb im Kanton Freiburg? Oder habe ich das was verpasst?????? P.s leider gibt es in jedem Beruf Schwarze Schafe, dies aber als Standart hinzustellen, finde ich eine Frechheit vieler Leser, Kommentarschreiber!

    • guggi am 23.07.2018 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      Richtigstellung

      Tierbesitzer und -halter ist ein Berner Bauer aus dem benachbarten Dorf Münchenwiler BE.

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