01. April 2005 10:24; Akt: 01.04.2005 10:25 Print

Aprilscherze: Mit der Langsamkeit und dem blauen Dunst ist's vorbei

Mit der sprichwörtlichen Berner Langsamkeit ist's vorbei.

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Glaubt man einer Meldung im «Bund» vom 1. April, werden die Rolltreppen im Sinn einer Wirtschaftsförderungsmassnahme schneller, als es die Polizei erlaubt.

Der «Bund» zitiert in seinem Aprilscherz über den «beschleunigten Konsumenten» unter anderem eine SBB-Sprecherin mit den Worten, die Bahn müsse auch auf der Rolltreppe «für mehr Zug sorgen». So lag das Tempo der Berner Rolltreppen mindestens für einen Tag über allen gesetzlichen Normen.

Eine Pionierleistung anderer Art meldete die «Berner Zeitung» (BZ): Die Berner Vorortsgemeinde Muri, gemeinhin bekannt als Steuerparadies im Kanton, soll innert einem Jahr gänzlich rauchfrei werden. «Nicht rauchen oder wegziehen», lautet das Motto. Auch Gemeindepräsident Hans-Rudolf Saxer wird es sich zu Herzen nehmen müssen. Auf dem Foto raucht er noch ein (letztes?) Pfeifchen.

Radikale Oberländer

Völlig neue Wege gehen die Berner Oberländer, um den Rückgang des Triftgletschers bei Gadmen im Oberhasli aufzuhalten. Er soll mit Kunstschnee bearbeitet werden. Günstig wirke sich dabei erst noch die Wasserentnahme aus dem entstandenen See aus, wusste der «Berner Oberländer».

Auch nicht auf den Kopf gefallen sind die Thuner, wie eine Meldung des «Thuner Tagblatts» zu den Seespielen verheisst: Beim Musical «Miss Saigon» sollen im Sommer zwei US-Militärhelikopter zum Einsatz kommen, damit alles möglichst authentisch wirkt.

Das Departement von Militärminister Schmid und das Bundesamt für Zivilluftfahrt hätten ihr Okay gegeben. Das Blatt durfte somit zum Demonstrationsflug laden.

Das «Bieler Tagblatt» schockt seine Leserinnen und Leser mit einem grossen Hotelprojekt auf dem Strandboden und konfrontiert genüsslich die Behörden, die wirtschaftliche Vorteile sehen, mit der Empörung der Umweltverbände.

Nur ganz verschämt in der unteren Ecke platziert das «Langenthaler Tagblatt» die Ente, wonach die Markttage vom Dienstag und Samstag zu einem Wochenmarkt vom Donnerstag vereinigt werden. Ideen waren nun für die frei gewordenen Markttage gefragt.

Regierungskandidaten auf Trab

Auch im Nachbarkanton Solothurn wurde kräftig geflunkert. Die «Solothurner Zeitung» liess die vier Kandidierenden für die drei verbleibenden Regierungssitze zum Wettkochen in einer Schulküche antreten, um «Würze in den faden Wahlkampf zu bringen».

Das «Solothurner Tagblatt» blies den drei «hellsten Solothurnern», also den Scheinwerfern auf dem Kurhaus Weissenstein, die Lichter aus. Sie sollen einer Solaranlage weichen. Die Heizung des Kurhauses mit Erdsonden habe in den kalten Winterwochen dem Boden zuviel Wärme entzogen, was Einsturzgefahr für das Kurhaus bedeute.

(sda)