Egelsee in Bern

23. April 2018 15:54; Akt: 23.04.2018 15:54 Print

Aquarium-Raubfische rotteten Bitterling aus

Weil zuviele Leute ihre Raubfische aus dem heimischen Aquarium im See «entsorgt» haben, ist das Ökosystem des Egelsees durcheinander. Die Fischer machen sich grosse Sorgen.

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«Wir sind machtlos», sagt Fischer Ronald Sonderegger, Präsident des Angelfischer-Vereins Bern und Pächter des Egelsees. Nicht einheimische Raubfische setzen der einheimischen Fisch-Population im kleinen Seeli im Herzen der Stadt Bern zu. Zum Beispiel habe der Sonnenbarsch, der natürlicherweise nicht dort vorkommen sollte, den einheimischen Bitterling ausgerottet. Wenn die Fischer ihre Angelruten auswerfen, gleiche es einer Lotterie, was sie am Haken haben, berichtet TeleBärn.

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Der Grund: Immer wieder hätten Privatpersonen ihre Aquarien im See geleert. Die Fischer haben nicht nur von mehreren Fällen gehört, sondern auch schon einzelne selber miterlebt, wie Sonderegger berichtet. Auch Schildkröten würden am See wohnen – diese stören aber niemanden.

Ökosystem in Ungleichgewicht

Um das in Ungleichgewicht geratene Ökosystem wieder in Balance zu bringen, müssten die Fischer den See quasi komplett ausfischen. Das sei aber bei dieser Grösse kaum möglich. Sonderegger: «Man könnte auch den See ablassen, aber das würde dann alle Arten kaputt machen.» Deshalb sei wohl mittelfristig keine Lösung in Sicht.

(ct)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • s.t. am 23.04.2018 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso?

    heut zu tage sollte jede person wissen, was passiert wenn man nicht heimische arten aussetzt. einfach nur traurig..

  • Biologe am 23.04.2018 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Aus den Augen, aus dem Sinn

    Tiere als Wegwerfware, wenn sie nicht mehr hip sind, weil ihre Pflege aufwändig ist, etc. Also, weg damit, bestenfalls in die umliegende Natur oder halt in den nächstbesten Weiher oder See kippen. Ein mögliches Umkippen des ökologischen Gleichgewichts kümmert dann eh nicht mehr...

  • Heidi Heidnisch am 23.04.2018 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hübsch aber gefrässig

    Sonnenbarsche eignen sich leider nicht als Speisefisch. Zuviele kleine Gräten, richtige Gufechüssi. Und sie fressen Laich und Jungfische. Schon in den Tessiner Seen haben sie das Gleichgewicht der Natur zerstört. Vor allem nach Tschernobyl, da sind sie plötzlich ums Doppelte gewachsen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • John Hunki am 23.04.2018 19:51 Report Diesen Beitrag melden

    Widersprüchlich

    Ich verstehe diese Personen nicht, da wird für viel Geld ein Aquarium gekauft, eingerichtet, um dann in einen See zu entsorgen. Zzzz

  • Jakob am 23.04.2018 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Platz für alle

    Ich finde es gut, die Aquarienfische in einem See zu entsorgen. Auch diese Lebewesen brauchen einen Platz gleich wie die Wölfe und Schafe. Wir müssen und halt daran gewöhnen, dass nicht nur Einheimische einen Platz bei uns haben,

  • Ein Fischereiaufseher am 23.04.2018 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektrofischen

    Das sich Sonnenbarsche hauptsächlich in Ufernähe aufhalten, wäre ein Elektrofischen mit Fischereiaufsehern wirksam, um die Population stark zu dezimieren. Die Aktion müsste jedoch mehrmals wiederholt werden.

  • Dani. am 23.04.2018 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wildhüter

    Als Wildhüter habe ich schon einiges erlebt was Haustiere Aussetzen betrifft. Die Leute meinen sie seien besonders Tierfreudlich wenn sie so etwas machen, aber das Gegenteil ist der Fall.

  • Bruno am 23.04.2018 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schildkröten stören Niemanden?

    Was für eine Aussage, also her mit allen aus dem Mittelmeer mitgebrachten Schildkröten, hoffentlich ist auch eine Schnappschildkröte aus einem Anderen Gebiet darunter, mal sehen ob die stören oder nicht! Alles was nicht aus unseren Gewässern kommt, sollte auch nicht in unsere Gewässer!