Flüchtlingsansturm

24. Juni 2011 11:55; Akt: 24.06.2011 14:26 Print

Asylsuchende müssen auf die Pässe

Der Kanton Bern öffnet wegen des grossen Andrangs aus Nordafrika zwei neue Asylunterkünfte. Auch auf Wunsch der lokalen Bevölkerung liegen sie bewusst abgeschieden.

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In dieser Unterkunft auf dem Jaunpass sollen künftig Asylsuchende künftig einquartiert werden. (Bild: Keystone)

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An zwei abgelegenen Orten im Kanton Bern kann der Bund in den nächsten Monaten bis zu 230 Asylsuchende einquartieren. Wegen des erhöhten Flüchtlingsandrangs aus Nordafrika öffnet Bern Militärunterkünfte auf dem Jaunpass und in der Nähe des Brünigpasses.

Der Kanton Bern zeigt sich aber nur unter Bedingungen mit der Öffnung einverstanden, wie der Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) in einem am Freitag erschienen Interview mit der «Berner Zeitung» erklärte. Käser will den Betrieb der Unterkünfte für maximal ein halbes Jahr akzeptieren.

Ausserdem fordert er, dass auch andere Kantone Unterkünfte zur Verfügung stellen. «Dass wir zurzeit so viele Asylsuchende haben, ist ein Problem, das alle betrifft - den Bund, die Kantone und die Gemeinden.» Er ruft die anderen Kantone auf, ebenfalls Unterkünfte für Bundeszentren zur Verfügung zu stellen.

Zentren in Uri und Graubünden

Der Bund hat bisher jedoch nur spärlich Zusagen erhalten. Weitere Zentren, die der Bund betreibt, sollen bald in den Kantonen Uri und Graubünden geöffnet werden, sagte Joachim Gross, Sprecher des Bundesamtes für Migration (BFM), auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die konkreten Orte seien noch nicht bekannt.

In allen vier Zentren zusammen sollen rund 450 Personen Platz finden. Das genüge nicht, weitere Plätze würden gesucht, sagte Gross. Insgesamt stünden in Anlagen des VBS 1000 bis 2000 Plätze zur Verfügung. Der Bund eröffne aber nur neue Zentren, wenn die Standortkantone einverstanden seien.

Das Berner Angebot ist auch nicht ohne Eigennutz: Der Kanton werde im Gegenzug für die Öffnung der Unterkunft Tschorren das Nothilfezentrum Casa Alpina auf dem Brünigpass schliessen, sagte Käser. «Wir haben grosse Probleme mit der Bevölkerung der umliegenden Gemeinden Hasliberg und Meiringen.»

Verteilung auf Kantone läuft weiter

Der Bund betreut derzeit laut Gross 1375 Personen durch seine Empfangszentren, die übliche Kapazität liegt bei 1300. 1070 Personen sind in den Empfangszentren selbst oder in Notunterkünften untergebracht, die restlichen privat beispielsweise bei Verwandten, die bereits in der Schweiz leben.

Wie gehabt werden die Asylsuchenden nach einem durchschnittlichen Aufenthalt in den Bundeszentren von 28 Tagen in die Kantone verteilt. Wie viele dies in den letzten Monaten waren, kann das BFM nicht sagen. Bei den Kantonen stösst das Vorgehen aber auf Kritik: Sie stossen sich am Verhalten einiger Asyl-Gruppen.

Der Vorstand der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) hat sich Anfang Woche mit dem Thema befasst. Danach kritisierten einzelne Exponenten der Konferenz die zuständige Bundesrätin Simonetta Sommaruga scharf. Die KKJPD will am Freitagnachmittag näher informieren.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Felix Koller am 24.06.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus pur

    Ja sieht ja toll aus auf dem Jaunpas, da werden sie ihren Landsleuetn ( Was sind das für welche, da sie ja meist nicht wissen aus welchem Land sie kommen oder was gerade passt) aber nur Gutes zu erzählen haben. Sollte die Unterkunft aber dem Lebensstandart dieser Leute nicht entsprechen, dann lohnt es sich immer noch für den umgerechneten min. 1 Jahreslohn und mehr mal auf einen Besuch vorbei zu schauen.Erhamten sie dan Bei Ausreise. PS bekomme ich in meinen Ferien auch immer, da es mir so gut gefällt und ich jeweilsn noch ein wenig bleiben möchte.

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  • Xaver Gobet am 26.06.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus

    Im WK mussten wir 3 Wochen im Bunker Dienst tun.Wir hatten kein Luxus nichts,wo führt das hin? Ob es uns passte oder nicht mussten wir im Bunker hausen.

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  • Daniel am 26.06.2011 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsfremde Kommentare

    Wer hier aufgrund des Fotos, die Unterkunft als Luxus bezeichnet, weiss nicht, aus welchem Elend diese Leute flüchten. Einige Beiträge hier im Forum haben die Realität noch nicht erfasst, Ob jemand ein Wirtschaftsflüchtling ist oder über ein Drittland eingereist ist, muss abgeklärt werden. Dies benötigt die viel Zeit. Und während dieser Zeit haben die Leute Anrecht auf ein Dach über dem Kopf. Hier müssen Kantone und Gemeinden Unterstützung bieten. Es kann nicht sein, dass Asylsuchende pauschal abgeschoben werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel am 26.06.2011 15:54 Report Diesen Beitrag melden

    Realitätsfremde Kommentare

    Wer hier aufgrund des Fotos, die Unterkunft als Luxus bezeichnet, weiss nicht, aus welchem Elend diese Leute flüchten. Einige Beiträge hier im Forum haben die Realität noch nicht erfasst, Ob jemand ein Wirtschaftsflüchtling ist oder über ein Drittland eingereist ist, muss abgeklärt werden. Dies benötigt die viel Zeit. Und während dieser Zeit haben die Leute Anrecht auf ein Dach über dem Kopf. Hier müssen Kantone und Gemeinden Unterstützung bieten. Es kann nicht sein, dass Asylsuchende pauschal abgeschoben werden.

    • Hans Christoffel am 26.06.2011 18:43 Report Diesen Beitrag melden

      Nur echte Asylanten reinlassen

      Es geht nicht darum, dass Asylsuchende pauschal abgeschoben werden. Somaruga: Aus Nordafrika kommen nämlich in erster Linie Arbeitsmigranten. Sie haben keinen Anspruch auf Asyl. Genau diese Leute sollte man aber nicht einfach massenweise einreisen lassen, um dann erst mühsam zu kontrollieren. Für diese Leute die Grenze dichtmachen und diejenigen, welche schon hier sind mit beschleunigtem Verfahren sofort ausschaffen. Damit hätte man auch mehr Geld und Platz für echte Asylanten. Nicht morgen, schon heute!

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  • Xaver Gobet am 26.06.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus

    Im WK mussten wir 3 Wochen im Bunker Dienst tun.Wir hatten kein Luxus nichts,wo führt das hin? Ob es uns passte oder nicht mussten wir im Bunker hausen.

    • Chrigl am 28.06.2011 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      3 Wochen,...

      und am Wochenende zuhause, es ist eine Anmmassung die Situation eines WK Soldaten, der genau weiss wann fertig ist, mit der eines Flüchtlings zu vergleichen.

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  • Felix Koller am 24.06.2011 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Luxus pur

    Ja sieht ja toll aus auf dem Jaunpas, da werden sie ihren Landsleuetn ( Was sind das für welche, da sie ja meist nicht wissen aus welchem Land sie kommen oder was gerade passt) aber nur Gutes zu erzählen haben. Sollte die Unterkunft aber dem Lebensstandart dieser Leute nicht entsprechen, dann lohnt es sich immer noch für den umgerechneten min. 1 Jahreslohn und mehr mal auf einen Besuch vorbei zu schauen.Erhamten sie dan Bei Ausreise. PS bekomme ich in meinen Ferien auch immer, da es mir so gut gefällt und ich jeweilsn noch ein wenig bleiben möchte.

    • Vor Arrmee 21 am 24.06.2011 12:57 Report Diesen Beitrag melden

      Jaun-Passt

      Als ich auf dem Jaun-Pass Dienst tat, hatte es noch keine Sofa's und keinen TV... geschweige denn so adrette Zeltromantik, die mussten wir uns selbst und im Schnee bauen.

    • Sergeij Zwahlen am 24.06.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      Luxus?

      Hier wurde mit einfachsten Mitteln eine hässliche Zivilschutz-Anlage ein bisschen wohnlicher gemacht. Die Möbel scheinen zum Nulltarif von der Brockenstube zu stammen. Der Fernseher dürfte 15 - 20 Jahre alt sein. Dass Sie hier von Luxus sprechen, veranschaulicht eindrücklich, wie sehr die verzerrte Wahrnehmung bezüglich der Ausländerproblematik bereits fortgeschritten ist.

    • sam David am 24.06.2011 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      Luxus pur

      Lieber Felix Koller, sind sie doch einfach froh und dankbar - dass sie, durch eigene Kraft, durch die Infrastruktur des Staates, durch das historische Vermögen der Nationalbank (wollen jetzt da extra nicht tiefer graben), durch die Verschonung im 2. Weltkrieg, durch Verschonung von Naturkatastrophen, etc. - besser privilegiert sind, als Menschen, aus dem Nahen Osten, aus Afrika, etc (vielleicht wissen sie's nicht, oder sie denken, dass das deren Schuld ist, dass in Somalia täglich Kinder ums Leben und verreckend dahindarben) .. aber ich weiss: ist nicht das Ihr Problem ... !?!

    • Tanker am 24.06.2011 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      das ist ja wohl ein blöder Kommentar.

      die Flüchtlinssituation ist tragisch. Das Problem lässt sich nicht mit auf Angst-Marketing basierten populistischen Aussagen lösen. Viele sind froh, wenn Sie den Wirren des Krieges entfliehen können - auch wenn sie auf dem Jaunpass untergebracht sind.

    • Susi am 24.06.2011 13:35 Report Diesen Beitrag melden

      Warum

      Felix Koller warum so agressiv?

    • G. Odermatt am 24.06.2011 13:42 Report Diesen Beitrag melden

      Falscher Ton !

      @Sergeij und Sam. Zyinsch gefärbte Kommentare von Schweizern sind nicht angebracht. Aber Wirtschaftsflüchtlinge generell an ihrer Situation als unschuldig zu bezeichnen, ist auch nicht korrekt. Die von Sam aufgezählten "Vorteile" für die Schweiz sind nur ein Aspekt von verschiedenen. In erster Linie war es die Leistung und der Wille der vorangegangenen Generarionen von Schweizern. Und keine gnädigen Geschenke anderer Staaten oder des Schicksals. Wer etwas anders erzählt, beleidigt diese Menschen der Vergangenheit (solche Menschen gibt es zum Glück auch heute noch).

    • Strolch am 24.06.2011 13:42 Report Diesen Beitrag melden

      @sam David

      Das mag sicherlich alles richtig sein und da stimme ich dir auch zu. Nur ist es oftmals so, dass die Asylbewerber, die es bis hierher geschafft haben, nicht immer diejenigen sind, die es wirklich benötigen. Anders kann ich mir das Verhalten vieler Asylbewerber nicht erklären. Mit Dankbarkeit endlich in Sicherheit zu sein, hat dies meist gar nichts zutun. Oft werden anforderungen an die Unterkünfte gestellt, die nicht den Anschein machen, als hätten sie in ihren Heimatländern im letzten Loch gehaust...

    • Ryan 5k4 am 24.06.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      Luxus? Nicht wirklich...

      Das in der Schweiz nach wie vor eine Stimmung gegen Ausländer herrscht, ist klar spürbar. Dennoch sollte man sich die Bilder anschauen. Luxus ist das beim besten Willen nicht und ob ein Mensch arbeitet, arbeitslos oder heimlos ist, sollte er wenigstens ein Dach über dem Kopf, ein warmes Zimmer sowie Nahrungsmittel erhalten. Wären wir in dieser Situation, wären wir mehr als dankbar über eine solche Unterkunft!

    • Sam David am 25.06.2011 00:01 Report Diesen Beitrag melden

      hat nichts mit Zynismus zu tun.

      @ G. Odermatt: Durch Gespräche und Besuche der älteren Generation in unserem Land (die übrigens meistens von Ausländern in Altersheimen betreut werden) ehre ich das Andenken und die Überlieferung unserer Vorfahren. Es ist gerade diese Generation, die gerne darüber spricht, diskutiert, aber auch kritisch hinterfragt, .. jene Generation, die weiss, was in 1939 bis 1945 bei uns ablief, jene Generation, die weiss, was Solidarität bedeutet und die nicht jeglichem Populismus eines gewissen Parteiführers unterlegen sind, die wissen, dass Freiheit, Verantwortung und SOlidarität unzertrennbar sind.

    • Barbarossa am 26.06.2011 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Dankbar ist gut

      Ja, Ryan 5k4, WIR wären dankbar! Leider macht es bei vielen Asylbewerbern den Anschein, als wären diese es nicht. Mein Vater kam 1956 als politischer Flüchtling in die CH. Als Erstes lernte er Französisch und Deutsch, lud im Freilager Teppiche aus Bahnwaggons und arbeitete danach als Magaziner bei Migros. Er war dankbar, dass er hier sein durfte ... und verhielt sich auch so. Was man heutzutage so liest, ist etwas anderes.

    • Barbarossa am 26.06.2011 15:24 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht nur eine Seite

      Freiheit, Solidarität und Verantwortung sind aber keine Einbahnstrasse. Die Leute, die hierherkommen sollen das ebenso leben. Leider wurde mein Post über meinen Vater (1956 in die CH geflüchtet) wohl bei der Red. "übersehen". Dann sähen Sie, Sam, was ICH darunter verstehe.

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