«Asylbunker»

02. Juni 2014 11:21; Akt: 02.06.2014 17:58 Print

Asylunterkunft Hochfeld wird geschlossen

Die Stadt Bern will das Durchgangszentrum in der Berner Länggasse schrittweise schliessen. Künftig sollen die Asylbewerber oberirdisch untergebracht werden.

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Zwei Asylbewerber, einer aus Syrien, rechts, und einer aus Tunesien, diskutieren vor dem Eingang der Asylunterkunft in einer unterirdischen Zivilschutzanlage im Berner Hochfeldquartier, im Juli 2012 in Bern. (KEYSTONE/Alessandro della Valle) (Bild: Keystone/Alessandro Della Valle)

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Die umstrittene Asylunterkunft Hochfeld geht zu: Die Stadt Bern limitiert die Anzahl Plätze in der umstrittenen Zivilschutzanlage ab Anfang 2015. Dem Kanton sollen in Zukunft 80 Plätze angeboten werden – diese sollen, «wenn immer möglich», oberirdisch sein, teilt die Stadt Bern mit.

Lena Schmitter, Stadträtin des Grünen Bündnis, begrüsst den Entscheid des Gemeinderats: «Wir sind zufrieden, dass es nun vorwärts geht und die Anzahl der unterirdischen Plätze in der Notunterkunft Hochfeld zumindest verringert werden.» Kanton und Gemeinde seien aber weiter in der Pflicht das Provisorium schnellst möglich aufzuheben. «Die Suche nach einer oberirdischen Unterkunft muss auch weiterhin mit höchster Priorität behandelt werden», sagt Schmitter.

Das Durchgangszentrum Hochfeld ist seit 2012 in Betrieb und seither höchst umstritten. Ursprünglich sollte es ein halbes Jahr betrieben werden, inzwischen sind es aber bereits über zwei. Nach Protesten von Aktivisten, Politikern und den Asylsuchenden selber werden keine Kinder, Familien und Frauen mehr in der unterirdischen Anlage untergebracht.

Gemeinderat prüft Unterkunft in Containern

Damit eine oberirdische Anlage zur Verfügung gestellt werden kann, hat der Gemeinderat zwei Stossrichtungen vorgesehen: Einerseits soll nochmals überprüft werden, ob eine bereits bestehende Anlage für die Unterbringung von Asylbewerbern in Frage kommt. Andererseits wird die Machbarkeit einer «mobilen Sieldung» überprüft: Zwei linke Stadträtinnen hatten im März einen Vorstoss für eine Containersiedlung eingereicht. In diesem Vorstoss bitten sie zu prüfen, an welchen Orten diese aufgebaut werden könnte.

«In Frage käme allenfalls Bauland in Wankdorf City, beim Mittelfeld-Viererfeld, am Centralweg oder auf dem Areal der alten Kehrrichtverbrennung», sagt Initiantin Schmitter. Für die zuständige Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher ist es aber noch zu früh, um Plätze nennen zu können: «Die Standorte müssen sorgfältig ausgewählt und geprüft werden. Sie müssen den baulichen Vorschriften entsprechen und auch von der Bevölkerung akzeptiert werden.»

(smü/tok)