Schiesserei in Bümpliz BE

24. November 2019 19:46; Akt: 25.11.2019 11:11 Print

18-Jähriger verband Schusswunde mit T-Shirt

Der 18-jährige J. O.* aus Bern erlebte die Szenen nach der Schiesserei in Bümpliz BE hautnah. Er verband dem blutenden Opfer mit seinem T-Shirt das Bein.

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Am Freitag kam es in Bümpliz BE zu einer Schussabgabe. Ein Mann feuerte kurz vor Mittag auf offener Strasse auf einen anderen. Dieser wurde am Bein getroffen. In der Not rettete sich der Verletzte in ein heranfahrendes Tram. Der 18-jährige J. O.* befand sich in dem Tram. Gegenüber 20 Minuten schildert er seine Erlebnisse.

«Ich hörte einen Schuss. Zuerst dachte ich, es sei irgend ein Feuerwerk», so der junge Berner. Dann habe er aber einen Mann gesehen, der wie wild an die Türen des Trams hämmerte, blutete und ununterbrochen fluchte. «Der Mann war in Panik. Er schrie um Hilfe und sagte immer wieder, dass er angeschossen wurde.»

Trampassagiere waren geschockt

Schnell öffnete der Tramchauffeur die Tür, um den Verletzten hereinzulassen. «Zuerst setzte sich der Verletzte auf einen Stuhl, dann legte er sich auf den Boden», berichtet O. Er habe stark am Bein geblutet. «Die meisten Personen im Tram schauten nur ungläubig. Sie wussten nicht, wie sie reagieren sollten.» Die Szene habe alle Anwesenden geschockt: «Der Mann schrie vor Schmerzen und sagte immer wieder, dass er seine Frau anrufen müsse», berichtet O.

Der Verletzte fluchte und schrie nach der Ambulanz

Zusammen mit einer anderen Pendlerin hat O. schliesslich die Initiative ergriffen und das Bein des verletzten Mannes mit seinem T-Shirt verbunden. Vier Stationen später, bei der Station Tscharnergut, hielt das Tram an. O. und weitere Helfer begleiteten den Verletzten nach draussen. Gemeinsam wollte man dort auf die Ambulanz warten.

Dabei habe der Verletzte zu fluchen begonnen: «Er schrie, wo die ‹verdammte Ambulanz› nur bleibe». Diese rückte in Windeseile an: «Wenige Sekunden nachdem er dies ausgesprochen hatte, waren die Sanität und die Polizei vor Ort und kümmerte sich um ihn», so der Augenzeuge. Die Polizisten hätten noch kurz mit dem verletzten Mann gesprochen, dann sei er von der Ambulanz abtransportiert worden.

Auch Hüseyin Sapkiran wurde Zeuge, wie der verletzte Mann an die Türen des Trams hämmerte. (Video: 20Min/rc)

Das Opfer war gross und hatte viele Tattoos

Laut Augenzeuge O. war der verletzte Mann gross, um die 30 Jahre alt und hatte viele Tätowierungen. Laut ersten Abklärungen durch die Kapo Bern kann zudem davon ausgegangen werden, dass sich Opfer und Täter kannten.Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, will die Kantonspolizei derzeit keine weiteren Angaben zum Vorfall machen. Fest steht lediglich, dass der Schütze entkommen konnte.

Die Polizei sucht nach wie vor Zeugen, die Beobachtungen gemacht haben oder sachdienliche Hinweise machen können. Sie werden gebeten, sich unter 031 638 81 11 zu melden.

* Name der Redaktion bekannt.

(rc)