«Up & Down»

28. März 2011 23:00; Akt: 28.03.2011 22:26 Print

Aus der Luft tief unter das Packeis

von Patrick Marbach - Extremer gehts kaum: Drei Nidauer wollen am Nordpol mit Fallschirmen aus dem Heli springen und 100 Meter unters Packeis tauchen.

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Morgen geht die zentnerschwere Expeditionsausrüstung auf die Reise. «Es darf nicht das kleinste Detail vergessen gehen – am Nordpol ist jede Hilfe oder medizinische Versorgung in unerreichbarer Ferne», sagt Tauchprofi Helmuth Wagner (55). Zusammen mit Remo Läng (35) und Sven Schmutz (23) will er am nördlichsten Punkt der Erde Fallschirm springen, ein Loch in die Eisplatte bohren und auf Weltrekord-Tiefe abtauchen. «Wahrscheinlich erreicht nur einer von uns die 100 Meter. Wer es ist, wird ausser dem Team nie jemand erfahren», so Wagner.

Es ist nicht das einzige Versprechen, das sich die drei Freunde gaben: Sie haben auch No-go-Listen mit Szenarien erstellt, die zum sofortigen Abbruch des Tauchgangs führen – sie wollen in der faszinierenden Unterwasserwelt mit im diffusen Licht tanzenden Eiskristallen keine unkalkulierbaren Risiken eingehen. Vor allem die Kälte von minus 40 Grad stellt ungeheure Ansprüche an Mensch und Material. Bei Tests in der Kühlkammer froren die Rebreather-Atemgeräte ein.

Sechs gut betuchte Gäste werden die Expedition im April begleiten. Dafür haben sie pro Person mindestens 70 000 Franken hingeblättert. Wagner plant aber, das Nordpol-Abenteuer künftig zu günstigeren Konditionen anzubieten.