Legehennen

28. Januar 2015 05:58; Akt: 28.01.2015 10:08 Print

Ausgediente Legehennen sollen auf Tellern enden

von Albina Muhtari - Legehennen landen nach einem Jahr in der Biogasanlage. Das wollen drei Studenten einer Berner Schule nun ändern. Per Crowdfunding suchen sie Geld für ein Projekt.

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Wollen verhindern, dass Althennen in der Biogasanlage landen: Jeannine Traber (l.), Christine Fürst und André Gugg vom Verein Supperter. (Bild: ZVG)

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Die Berner dürfen stolz sein auf ihre Freilandhaltung. Doch trotz Auslauf haben Legehennen auch hier ein kurzes Leben, denn nach einem Jahr nimmt ihre Legeleistung ab. Die Hennen landen dann aber nicht etwa im Suppentopf, sondern oft in der Biogasanlage. Per Crowdfunding möchte eine Gruppe aus Bern dagegen vorgehen.

«Viele Leute wissen nicht, dass Legehennen nur zum Eierlegen da sind. Wenn ihre Leistung abnimmt, hat man für sie keine Verwendung mehr. Dass sie nach rund einem Jahr in der Biogasanlage landen, finden wir nicht nur unethisch, sondern auch eine Verschwendung von Ressourcen», sagt André Gugg, Mitglied des Vereins Supperter.

«Das Fleisch ist nicht alt»

Dabei hätten die sogenannten Althennen nach wie vor gutes und gesundes Fleisch. «Man hat noch immer die alte Vorstellung vom Suppenhuhn, das der Bauer nach acht Jahren in den Kochtopf geworfen hat. Doch die Hennen sind nicht alt und das Fleisch auch nicht zäh. Die Tiere sind erst 12 bis 18 Monate alt», so Gugg.

Dies betont auch Willy Neuhauser, Präsident von Gallo Circle, der Genossenschaft der Schweizer Eierproduzenten: «Das Fleisch der Legehennen muss etwas länger gekocht werden, ist insgesamt jedoch geschmackvoller.» Eignen würde es sich sowohl für Schnitzel wie auch für Curryreis oder Suppen.

Um den Verzehr der Althennen zu fördern, hat nun eine dreiköpfige Gruppe am WWF Bildungszentrum in Bern den Verein Supperter ins Leben gerufen. «Wir wollen eine Vermittlerrolle zwischen Hühner- und Schlachthöfen übernehmen. Denn viele Metzger können Legehennen gar nicht erst schlachten, weil der Betrieb auf dicke Masthühner ausgelegt ist», sagt Gugg. «Legehennen sind vom Körperbau her dünner, da sie ihre Energie in die Produktion von Eiern stecken. Das Fleisch kann aber problemlos für die Verarbeitung von Würsten oder Burgern verwendet werden.»

Die zweite Dimension der Henne

Ein weiteres Ziel der Gruppe ist die Etablierung der eigens gegründeten Marke H2 (H hoch 2), mit der die Initianten auf die «zweite Dimension» der Legehenne verweisen wollen. «Die Eier der Henne sind die erste Dimension, das gesunde Fleisch stellt die zweite Dimension dar. Unser Traum ist es, dass die Leute in der Metzgerei nach H2-Fleisch verlangen können und wissen, dass sie damit Gutes tun», so Gugg.

Dorothea Loosli, Präsidentin des Berner Tierschutzes, begrüsst die Idee: «Es ist erschreckend, wie weit wir als Gesellschaft von einer tiergerechten Haltung entfernt sind. Wenn nun jemand aufgrund dieser Marke bewusst Althennenfleisch an der Metzgertheke verlangen kann, heisst das, dass er sich bewusst mit dem Thema auseinandergesetzt hat – und das ist begrüssenswert.»

In einem Pilotprojekt hat die Gruppe bereits einen ersten Hof im Aargau anvisiert, der einen Teil seiner Althennen schlachten und das Fleisch zu Würsten und Burgern verarbeiten lässt. Um mit dem Projekt fortfahren zu können, sind die Initianten jedoch auf Geldgeber angewiesen. Auf der Crowdfunding-Plattform 100-days.net können Sympathisanten deshalb die Gruppe unterstützen. «Wir sind ein gemeinnütziger Verein und verdienen keinen Rappen an den Produkten», sagt Mitinitiant André Gugg. Ab einer Spende von 150 Franken erhalten Gönner sogar Produkte aus «Althennenfleisch» frei Haus.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Penelope am 28.01.2015 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt noch Tierliebe

    Da lobe ich mein Nachbar, sein Hüner legen Eier und wenn sie keine mehr legen, werden sie weiterhin gefüttert, gehätschelt bis sie eines natürlichen Todes sterben ! Tia, auch das ist möglich und schön !

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  • Julia am 28.01.2015 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmeckt viel besser

    Wer einmal ein "Suppenhuhn" gegessen hat weiss das Hühnchen auch Geschmack haben kann. Ich verzichte meist ganz auf Geflügel weil es einfach nach nichts schmeckt. Das Fleisch von Suppenhühner ist jedoch nicht zu vergleichen, einfach köstlich. Tolle Idee ich hoffe ihr setzt das durch und bringt die Menschen zum Umdenken.

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  • NWO84 am 28.01.2015 06:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schanden der Menschheit

    Die Hennen scheinen so zu sterben wie sie gelebt haben! absolut Würdelos!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Traurig am 29.01.2015 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausnutzen

    Die Profitgier geht vor, ich schäme mich für die ganze Menschheit

  • HühnerEi am 29.01.2015 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Occasions-Hühner

    Seit ich weiss, dass Legehennen nach ca 10 Monaten "ausgewechselt" werden, kaufe ich nur noch solche. Sie legen in der Regel noch mindestens ein Jahr. aber es sollte unbedingt eine Plattform für die Vermittlung geben!

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    • Stauffer B. am 28.01.2015 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Lebewesen

      Tolle Idee,das ist doch kein Wegwerf-Artikel,denn das ist nach wie vor ein Lebewesen und keine Sache!

    • Martha am 28.01.2015 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nicht ausgedient

      Bei meinem Nachbar kann man die Hennen für 2 fr kaufen . Ich kaufe immer wieder mal welche die legen nämlich immer noch genug für private . Meine Hennen können sich tagsüber frei bewegen und müssen nur nachts in den Hühnerstall .

      • Linder Silv am 29.01.2015 11:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

        Mehr Werbung machen!

        Mache ich nur noch so. Wie wenn sie es wüssten, danken sie es einem 100fach! Ihr Federkleid erholt sich schnell und sie werden ganz zahm. Und endlich haben sie Platz und frische Luft :)

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    • Heidi am 28.01.2015 19:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Aktion Pouletfleisch

      Ab heute in der Migros Aktion. Tiefgekühltes Pouletfleisch aus Brasilien. Alle sind schockiert, wie die Hühner im Ausland gehalten werden und doch wird dieses Billigfleisch verkauft!