Freiburg

11. April 2016 05:57; Akt: 11.04.2016 12:30 Print

Autostoppen wird zur Wettkampfdisziplin

von Mira Weingartner - Mit erhobenen Daumen zum Ziel: Am 7. und 8. Mai findet in Freiburg die Schweizer Autostopp-Meisterschaft statt. Gefährlich sei Trampen nicht, findet der Veranstalter.

Er zückt ein Messer ... um Käse abzuschneiden: Vorurteile gegenüber Autostop sollen abgebaut werden

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Das Autostoppen ist belastet mit Erzählungen von Anhaltern, die nie am Ziel ankamen. Gruselige Tramper-Morde gingen in die weltweite Kriminalgeschichten ein. In rund einem Monat findet in Freiburg die Schweizer Autostopp-Meisterschaft statt. Doch die Teilnehmer sollen sich nicht fürchten: «Per Anhalter zu Reisen ist nicht gefährlich», sagt Organisator Daniel Slodowicz. Mit seinem Wettbewerb will der 27-Jährige sämtliche Vorurteile abbauen und Leute zum Trampen animieren.

Am ersten Wettkampftag, am 7. Mai um 10 Uhr fällt der Startschuss. Erst dann wird den Teilnehmenden das rund 400 Kilometer entfernte Ziel mitgeteilt. «Wer am schnellsten per Anhalter die Strecke zurücklegt, gewinnt», erklärt Slodowicz. Bisher wollen sich zehn internationale Zweierteams dieser Challenge stellen – die bislang registrierten Teilnehmer sind vorwiegend weiblich. «Das erstaunt mich, doch in Mitteleuropa ist Trampen auch für Frauen kein Problem.»

Im Auto mit einem Ex-Häfling

Der Freiburger spricht aus Erfahrung: Seit sechs Jahren setzt er sich zu fremden Menschen ins Auto. «Nur während dreier Fahrten war mir unwohl.» Etwa, als ihn ein volltätowierter Schlägertyp auf der aargauischen Raststätte Würenlos aufgegabelte. Oder als ein Lenker ihm während der Fahrt gestand, wegen versuchten Totschlages im Gefängnis gesessen zu sein. «Doch schliesslich waren sie alle sympathische Menschen mit spannenden Geschichten», so der junge Mann.

Tipps von der Polizei

Ein solch ausgeprägtes Bauchgefühl fürs Autostoppen, wie es der erfahrene Slodowicz hat, werden die meisten Wettkampf-Teilnehmer wohl noch nicht entwickelt haben können. Doch der gebürtige Pole gibt Tipps: «Besonders gut als Startpunkt geeignet sind mittlere bis grössere Autobahnraststätten mit Tankstellen», dort würden die Autofahrer einen kurzen Boxenstopp einlegen. Auch mit einem Instrument erwecke man einen guten Eindruck. Schilder seien zudem unschlagbar, um selbst mit den vorbeifahrenden Autolenkern die Kommunikation aufzunehmen.

Die Kantonspolizei Freiburg mahnt zur Vorsicht: Man solle in kein Fahrzeug steigen, sollten Zweifel betreffend dessen Insassen bestehen. Auch raten die Ordnungshüter, sich gut sichtbar zu kleiden, da sich der Autostopper am Strassenrand befindet. Doch genauer willl man von Seiten der Polizei nicht auf den Anlass eingehen: «Diese Veranstaltung ist keiner Bewilligung unterstellt und tangiert somit die öffentliche Ordnung und Sicherheit nicht.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kayla am 11.04.2016 06:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hup hup

    Da kommt ganz sicher niemand auf die Idee, einen Freund um Hilfe zu bitten, der dann mit dem Auto zufälligerweise vorbeifährt...

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  • Beat K. am 11.04.2016 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe mich auch mal unwohl gefühlt...

    als mich ein Kreuzlinger Treuhänder mitgenommen hat. Er wollte mir noch unbedingt sein Büro gleich neben der Grenze zeigen, was ich dankend abgelehnt habe.

  • Tom M am 11.04.2016 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖV benutzen

    Autostop ist ein Risiko . Ich nehme aus Prinzip niemand mit . Was wäre wenn die mitgenommene Person Gewalttätig wird oder der Person später etwas passiert und man unschuldig ins Gefängnis muss? Nein danke.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Paul am 12.04.2016 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haben wir schon vor 40 Jahren gemacht!

    Alter Wein in neuen Schläuchen!!!

  • kiki am 12.04.2016 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    vor dem Einsteigen absichern

    Jedem Tramper rate ich, vor dem Einsteigen das Nummernschild mit Auto zu fotografieren und es einem Freund oder Verwanten senden. Sollte der Fahrer falsche Absichten haben lässt er das nicht zu. Wenn alles io. ist sollte das Mitfahren gefahrlos möglich sein. Umgekehrt den Tramper fotografieren. Ich habe schon schlechte Erfahrungen gemacht, darum würde ich mich absichern.

  • Thommy am 12.04.2016 02:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz einfach!

    Man(n) muss nur ne sexy Frau sein und schon hat Frau gewonnen. Punkt.

  • Martin Bruger am 11.04.2016 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Frauen

    Ich nehme auch Tramper mit aber nur Frauen.

  • dg am 11.04.2016 18:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    exakt

    Habe ich auch gedacht!