Bedingte Strafe für Mutter

15. Oktober 2019 14:09; Akt: 15.10.2019 14:35 Print

Baby in Sack gesteckt und in Container entsorgt

Eine Mutter, die im Wallis ihr Baby erstickt, ist auch in zweiter Instanz zu einer bedingten zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte zehn Jahre wegen Mordes gefordert.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das Walliser Kantonsgericht befand die zur Tatzeit 33-jährige Frau in seinem am Dienstag veröffentlichten Urteil, wie in erster Instanz das Bezirksgericht Siders, wegen Kindestötung für schuldig. Dieser Tatbestand komme zum Tragen, weil die Angeklagte bei der Tat noch unter dem Einfluss des Geburtsvorgangs gestanden habe, urteilten die Richter.

Für Kindestötung sieht das Strafrecht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Für Mord beträgt die Mindeststrafe zehn Jahre.

Die Frau hatte nie bestritten, im Dezember 2015 ihr Kind getötet zu haben. Sie hatte die Schwangerschaft verheimlicht und das Baby ganz allein bei sich zuhause zur Welt gebracht. Nur wenige Stunden nach der Geburt steckte sie das Neugeborene in einen Plastiksack und entsorgte diesen bei einem Bahnhof in einem Abfallcontainer.

(sda)