Bern Wankdorf

15. Februar 2011 09:52; Akt: 15.02.2011 21:59 Print

Bagger kracht von Autobahn auf Geleise

Ein Bagger ist in Bern auf die SBB-Geleise gestürzt und hat einen zweiten Bagger unter sich begraben. Die Bergungsarbeiten sind aufwändig. Es ist mit grösseren Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

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Ein Raupenbagger ist am Dienstag in Bern-Wankdorf von einer Baustelle auf der Autobahn gekippt und auf dem Bahngleis gelandet. Der Zugsverkehr in Richtung Thun und Langnau im Emmental wurde beeinträchtigt, auf der Autobahn kam es zu grossen Staus.

Der Unfall ereignete sich um 9 Uhr früh, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte. Der Baggerführer war mit Abbrucharbeiten an der Autobahnbrücke der A6 über dem SBB-Gleis beschäftigt, als aus ungeklärten Gründen das 50 Tonnen schwere Gefährt ins Rutschen kam. Der Bagger kippte um und durchschlug eine Schutzvorrichtung.

Beim Unfall wurde der Baggerführer leicht verletzt. Er wurde von der Berufsfeuerwehr Bern geborgen und ins Spital gebracht. Der Bagger riss beim Sturz einen zweiten mit und kam auf diesem zu liegen. Der Führer dieses zweiten Baggers konnte sich selbst befreien und blieb unverletzt.

Aufwendige Bergungsarbeiten

Zum Zeitpunkt des Unfalls waren alle drei Gleise der SBB-Strecke zwischen Bern und Thun in Betrieb. Die Sicherheitswärter vor Ort konnten aber sofort Massnahmen ergreifen, wie die Polizei weiter mitteilte.

Unmittelbar nach dem Unfall kam es zu erheblichen Behinderungen im Bahnverkehr zwischen Bern und Thun. Da Fahrleitungen beschädigt worden waren, war die Strecke zwischen Bern-Wankdorf und Ostermundigen nur eingleisig befahrbar. Die Passagiere mussten mit Zugsverspätungen von rund 30 Minuten rechnen.

Die Vorbereitungsarbeiten für die Bergung des Raupenbaggers gestalteten sich äusserst aufwendig, die Bergung selbst ging dann jedoch rascher vonstatten als erwartet. Um 19.30 Uhr konnte der Bagger von einem Spezialkran auf die Autobahn gehoben werden, wie die Berner Kantonspolizei am Abend mitteilte.

Entgegen erster Annahmen sei der Bahnverkehr während der Arbeiten nicht eingestellt worden. Es kam jedoch zu Verspätungen. Für Mittwochmorgen wird gemäss Angaben der Polizei sowohl auf der Schiene wie auf der Strasse nicht mehr mit Störungen gerechnet.

Staus wegen Platzbedarf

Am Dienstag hatte der Unfall auch auf der Autobahn zu grösseren Behinderungen geführt. Auf Anfrage sagte der Chef der Bundesamts für Strassen in Thun, David Wetter, das habe mit dem Platzbedarf für die Bergung zu tun.

Der Abzweiger von der A1 in Richtung A6 nach Thun war ganz gesperrt. Deshalb wurde der Verkehr von Freiburg in Richtung Thun via Raststätte Grauholz bei Bern geführt. Das entspricht einem Umweg von rund vier Kilometern.

Der Unfall, der zu den Störungen führte, ereignete sich im Rahmen der zweijährigen Bauarbeiten zur Erneuerungen der Autobahnen rund um Bern. Zur Klärung hat die Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) des Bundes eine Untersuchung eingeleitet.

(meo/aeg/rub)