Region Biel BE

15. März 2019 09:52; Akt: 15.03.2019 09:52 Print

Banker verzockte das Geld seiner Kunden im Casino

Der Leiter einer Bankfiliale hob jahrelang illegal Geld von den Konten dreier wohlhabender Kunden ab. Er wollte im Casino den Jackpot knacken.

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Das Geld mehrerer BEKB-Kunden wurde in den letzten Jahren wortwörtlich verzockt: Um seine Spielsucht zu stillen, hob ein Filialleiter der Berner Kantonalbank in der Region Biel von 2012 bis 2015 über 600'000 Franken von Kundenkonten ab.

Für seine illegale Bereicherung wählte er drei wohlhabende Kunden aus – im Heimlichen stahl er von deren Konten laufend Beträge im fünfstelligen Bereich und fälschte unbemerkt die Unterschriften der Inhaber. Wie «Der Bund» berichtet, bestellte der Banker gar ohne das Wissen eines geschädigten Ehepaars einen E-Banking-Zugang, sodass das Paar keine entlarvenden Papierauszüge mehr nach Hause zugeschickt erhielt.

Banker hoffte, den Jackpot zu knacken

Die Taten blieben so lange unbemerkt, der Banker zockte weiter – stets in der Hoffnung, beim Spiel mit dem fremden Geld den grossen Jackpot zu knacken. Doch das Glück blieb aus. Stattdessen bemerkte im Jahr 2015 eine Kundin die fremden Bewegungen auf ihrem Privatkonto. Schnell flog der Filialleiter auf, gab alles zu und wurde von der BEKB fristlos entlassen.

Banker vermittelt jetzt Versicherungen

Jetzt ist der Filialleiter der Berner Kantonalbank vom Gericht zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden – wegen qualifizierter Veruntreuung und Urkundenfälschung.

Konsequenzen gab es auch intern bei der Kantonalbank: Die Kontrollmechanismen seien verstärkt worden, um einen solchen Fall künftig «mit hoher Wahrscheinlichkeit» zu verhindern.

Die Berner Kantonalbank überweist den geschädigten Kunden zudem das fehlende Geld zurück. 250 Franken pro Monat zahlt der Verurteilte der Bank laufend zurück; in 197 Jahren hätte er seine finanzielle Schuld gegenüber dem ehemaligen Arbeitgeber getilgt. Vom Pokern, Roulette und Blackjack lässt der Mann übrigens die Finger. Heute arbeitet er laut der Zeitung «der Bund» als Versicherungsvermittler.

(miw)