Mehr Bahnverkehr

15. April 2016 14:07; Akt: 15.04.2016 15:54 Print

Baubeginn für Entflechtung Wylerfeld

Weil immer mehr Züge durch den Bahnknoten Bern-Wylerfeld fahren, braucht es einen Tunnel. Am Freitag ist der Startschuss für die Entflechtung Wylerfeld gefallen.

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Am Freitag fiel der Spatenstich zur Entflechtung des Wylerfelds. Das Kernstück, ein Tunnel, soll 2022 in Betrieb genommen werden. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Die Bauarbeiten zur Beseitigung des Bahnengpasses im Berner Wylerfeld haben begonnen. Bis 2022 soll dieser Bahnknoten entflochten sein. Kernstück des 270-Millionen-Projekts ist ein 300 Meter langer Tunnel. Dank diesem werde es einst auch weniger Verspätungen geben, sagen die SBB. Der Tunnel wird voraussichtlich 2022 in Betrieb genommen.

Bis zum Baubeginn des Tunnels geht es aber noch zwei Jahre. Der Spatenstich zur «Entflechtung Wylerfeld», wie das Projekt offiziell heisst, kam dennoch nicht zu früh. Denn dort, wo einst der Tunnel gebaut werden soll, befinden sich noch vier Gleisspuren. Diese müssen bis 2018 einzeln abgebaut und ein paar Meter südlich neu aufgebaut werden.

SBB übergeben Fussgängerbrücke an Stadt

Regierungsrätin Barbara Egger zeigte sich am Spatenstich zum Projekt Entflechtung Wylerfeld erfreut, dass es nun losgeht. «Ich schmiede zwar gerne Pläne, noch lieber habe ich es aber, wenn handfest gearbeitet wird», sagte sie. Einzelne Vorarbeiten haben bereits begonnen. So wurde der südliche Bereich der Gleise bereits freigeräumt, damit die temporären Ersatzgleise gebaut werden können.

Schon fertiggestellt ist die provisorische Fussgängerbrücke im Wylerfeldquartier, welche als Ersatz für die Scheibenbrücke dienen soll. Letztere muss für den Bau der Entflechtung abgebrochen und erneuert werden, da sie nicht breit genug ist. Am Spatenstich übergab Philippe Gauderon, Leiter Infrastruktur SBB, die Fussgängerbrücke symbolisch an Ursula Wyss (SP), Gemeinderätin der Stadt Bern. Wyss betonte in ihrer Rede, dass die Entflechtung Stadt und Region Bern einen grossen Nutzen bringen werde.

Täglich 900 Züge, Tendenz steigend

Im Wylerfeld laufen die Bahnlinien Bern–Thun, Bern–Biel und Bern–Olten zusammen. Täglich verkehren auf diesen Strecken rund 900 Züge. Diese Zahl wird sich künftig noch vergrössern. So sind etwa Takterhöhungen von mehreren S-Bahn-Linien geplant. Doch bereits heute besteht ein Kapazitätsengpass.

Dass Hauptproblem an der jetzigen Situation besteht darin, dass sich die verschiedenen Bahnlinien auf der gleichen Ebene kreuzen, und sich die Züge so in die Quere kommen. «Das führt immer wieder zu Verspätungen», sagte Gauderon von den SBB. Mit dem Tunnel soll der Bahnverkehr verflüssigt und eine Frequenzerhöhung ermöglicht werden.

Weitere Projekte folgen

Das Projekt kostet rund 270 Millionen Franken. Den grössten Teil davon trägt der Bund, der Kanton Bern beteiligt sich mit einem Beitrag von 57 Millionen Franken an den Kosten.

Die Entflechtung Wylerfeld ist das erste Grossprojekt, um im Bahnknoten Bern eine Kapazitätserhöhung zu erreichen. In einem nächsten Schritt ist die Realisierung des Projekts «Zukunft Bahnhof Bern» vorgesehen. Der zweitgrösste Bahnhof der Schweiz soll bis 2035 in zwei Schritten ausgebaut werden.

Noch in Planungsphase befindet sich das Projekt «Entflechtung Ausserholligen», welches einen weiteren Engpass auf dem Streckennetz in Bern beseitigen soll.

(sda/kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rodjo am 15.04.2016 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger verspätung

    Ist doch toll wenn die sbb viel geld für pünktlichkeit ausgibt, nur wenn sie weiterhin mit den preisen für zugticket rauf geht intressiert dass niemand, da keiner mehr geld fürs billet hat

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  • Marina Stettler am 15.04.2016 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider nein...

    Schön und gut aber damit wird das Hauptproblem nicht gelöst... Das Problem ist das Viadukt... Dort kommt es zu Engpässen... Aber dieses steht unter Denkmalschutz... Solange dort nichts gemacht wird wird sich an der jetzigen Situation nichts ändern... Leider...

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  • simu n am 15.04.2016 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    freude herrscht

    die täglichen verspätungen, aus-/unfälle werden sich häufen! toll für alle die umsteigen oder flughafen müssen! warum hat man das nicht vor jahren gemacht als der fahrplan nicht so dicht gedrängt war?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rodjo am 15.04.2016 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weniger verspätung

    Ist doch toll wenn die sbb viel geld für pünktlichkeit ausgibt, nur wenn sie weiterhin mit den preisen für zugticket rauf geht intressiert dass niemand, da keiner mehr geld fürs billet hat

    • m. i. am 17.04.2016 02:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rodjo

      Daher stieg ich trotz einem vorhandem GA, welches noch lange gültig ist auf's Auto um. Kann gehen wann ich will, kann Musik hören so laut ich will...

    • Martin Bruger am 17.04.2016 10:12 Report Diesen Beitrag melden

      Ich fahre auch mit dem Auto

      @m.i. Das habe ich genauso gemacht, es ist einfach ein Luxus. Als zusammen mit anderen mitfahren. Keine böbelnden Fahrgäste, kein Ärger wegen Pünktlichkeit. Und herscht einmal Stau schaltet man das Radio ein und hört laut Musik was will man mehr. Ich hatte auch immer mühe weil die Sitzplätze so eng sind man konnte sich kaum noch bewegen wenn feiste Personen nebeneinem abgesessen sind.

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  • Geissenpeter am 15.04.2016 16:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    weniger Verspätungen

    für jede neue Strecke wird "weniger Verspätungen" als Argument geliefert. Dort wo die Kapazität ausgeschöpft ist z.B. SG Rheintal wird nichts gebaut. Seit 30 Jahren Versprecher und das letzte Mal seit FAbI angenommen wurde wieder ein Versprechen dass es bis 2018 fertig ist. Bis heute nicht mal ein Projekt erstellt. Alles korrupte Geizhälse bei der SBB.

    • Rheintaler am 15.04.2016 17:10 Report Diesen Beitrag melden

      umziehen

      Dann sollen doch die Rheintaler nach Bern ziehen statt zu Pendeln oder auf gute Zeiten zu warten. Dann haben sie eine Top Infrastruktur und der Arbeitgeber bezahlt noch einen super Lohn. So habe ich es gemacht und ich bin zufrieden.

    • Geissenpeter am 15.04.2016 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rheintaler

      warum heissen Sie dann "Rheintaler" :-)

    • Rheintaler am 16.04.2016 11:22 Report Diesen Beitrag melden

      ehemaliger Rheintaler

      @Geissenpeter Weil ich einmal ein Rheintaler war. Und dann bin ich umgezogen. Aber sie haben recht ich sollte ehemaliger Rheintaler heissen. Aber ich kenne sehr viele Rheintaler die umgezogen sind vorallem aus Weiterbildungsgründen. Viele Schulen gibt es in der Ostschweiz gar nicht und Bern hat sehr viel zu bieten in der Umgebung. Und die Firmen bezahlen auch einen fähren Lohn was eben im Rheintal nicht der Fall ist.

    • Geissenpeter am 16.04.2016 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rheintaler

      da haben Sie recht. Ich kenne auch einige die nach Züri oder Bern gezogen sind. Tja das Rheintal erobern Deutsche und Österreicher. Hier sinken die Löhne jeden Monat.

    • Anonym am 17.04.2016 08:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Geissenpeter

      SG Rheintal ist doch Östereieich und das ist nicht mehr Hoheitsgebiet der SBB;-)

    • Martin Bruger am 17.04.2016 10:02 Report Diesen Beitrag melden

      Ich sehe das genau so

      @Anonym Das stimmt dort ist die ÖBB zuständig und nicht die SBB.

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  • Marina Stettler am 15.04.2016 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider nein...

    Schön und gut aber damit wird das Hauptproblem nicht gelöst... Das Problem ist das Viadukt... Dort kommt es zu Engpässen... Aber dieses steht unter Denkmalschutz... Solange dort nichts gemacht wird wird sich an der jetzigen Situation nichts ändern... Leider...

    • Daniel am 16.04.2016 14:28 Report Diesen Beitrag melden

      Beispiel Zürcher Hauptbahnhof

      Der Ausbau ist notwendig. Dadurch können die vier Ein- und Ausfahrtsgeleise mittels Tunnel "gekreuzt" werden. Die Zürcher haben dies schon längst begriffen und die Geleisführung entsprechend angepasst. Die Erweiterung des Viadukts macht dann Sinn, wenn auch die Anzahl Geleise im Bahnhof selber ausgebaut werden.

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  • simu n am 15.04.2016 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    freude herrscht

    die täglichen verspätungen, aus-/unfälle werden sich häufen! toll für alle die umsteigen oder flughafen müssen! warum hat man das nicht vor jahren gemacht als der fahrplan nicht so dicht gedrängt war?

    • Bruno am 15.04.2016 16:08 Report Diesen Beitrag melden

      @simu n

      Nein, wegen den Verspätungen und dem Engpass wird ja gebaut. Aber das geht nicht an einem einzigen Tag.

    • Kiltbear am 16.04.2016 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bruno

      Leider entstehen die meisten Probleme durch die marode Infrastruktur und dagegen hilft der Tunnel nichts, nur gegen die häufig auf Strecke liegen bleibenden Uralt-ICEs der DB. Die fast wöchentlichen stellwerkausfälle oder weichendefekte im Wylerfeld oder Zollikofen, bei denen Biel dann jeweils komplett vom Bahnverkehr abgeklemmt wird, werden nicht weniger Zürcher Bankster sind ja auch viel wichtiger als Bieler Pendler.

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