Mit Drohne

24. März 2019 16:16; Akt: 24.03.2019 18:40 Print

Bauer gelingt Aufnahme von seltenem Albino-Reh

Es ist schneeweiss und streift durch das Berner Oberland: Einem Landwirt gelangen spektakuläre Aufnahmen eines seltenen Albino-Rehes.

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Einem Bauer aus dem Berner Oberland gelang mit seiner Drohne schöne Aufnahmen eines Albino-Rehs. Das Albino-Reh im Oberland ist nicht der einzige weisse Waldbewohner im Kanton Bern. An der Grenze zum Kanton Freiburg wurde erst letztes Jahr auch ein Albino-Reh gesichtet. Leser-Reporter Thomas Filaferro begegnete in einem Waldstück bei Köniz einem weissen Rehbock. «So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich war sprachlos und wagte kaum, mich zu bewegen.» Jäger erzählen sich alte Legenden über solche Tiere: «Wer ein Albino-Tier schiesst, den erwartet innerhalb von zwölf Monaten den eigenen Tod», sagt Daniela Jost, Vorsteherin des Berner Jägerverbands. Albinismus ist keine Seltenheit im Tierreich. Am Heinzenberg bei Thusis GR wurde 2001 ein weisses Reh überfahren. Die Jäger hatten bei ihm freiwillig ein Moratorium beschlossen und dem seltenen Wild Schutz gewährt. In Polen habene Einwohner des Dorfes Korytniki auch schon ein weisses Reh im Wald gesichtet. Bei fast allen Tieren kommt es zu Albinismus. Etwa wie beim Bennett-Känguru Albert. Ein solches Tier kommt nur alle 10'000-Mal vor. Auch bei Waschbären... Koalas... Igeln... Fledermäusen... Tigern... Elefanten... Gorillas... Stachelschweinen... oder bei den Makaken kommt Albinismus vor. Im Zoo Basel erblickte am 28. Februar eine Albino-Giraffe das Licht der Welt. Aber auch bei Vögeln kommt es zu der angeborenen Störung in der Biosynthese der Melanine, wie hier bei einem Geier. Auch unter Wasser kann man Albinos begegnen. Hier ein Südkaper. Auch bei den Seebären... sogar bei Hummern... aber auch bei Schwertwalen... und bei Delfinen kommt die Mutation vor. Auch in der Welt der Reptilien findet sich das Phänomen. Wie etwa hier bei einem Alligator. Auch bei Meeresschildkröten... Krokodilen... Schnappschildkröten... und sogar bei Schlangen (hier im Bild Kobras) kommt es zu Albinismus. Auch bei Menschen kommt Albinismus vor. Diese werden nicht Albinos genannt. Betroffene ziehen oft die neutralere Bezeichnung «Menschen mit Albinismus» vor. Sie bekommen leichter Sonnenbrand und deshalb auch leichter Hautkrebs. Ausserdem sind bei vollständigem Albinismus Sehschärfe und räumliches Sehen eingeschränkt. Albinismus folgt meist einem rezessiven Erbgang und kommt beim Menschen weltweit mit einer durchschnittlichen Häufigkeit von 1:20'000 vor. Häufungen finden sich vor allem in Afrika mit einer durchschnittlichen Häufigkeit von 1:10'000 und höher.

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Mit seiner Drohne gelangen einem Bauer aus dem Berner Oberland Aufnahmen eines seltenen Waldbewohners: «Das Albino-Reh ist schneeweiss und wunderschön», so der Landwirt. Letzten Herbst habe er es das Tier zum ersten Mal gesehen. Es sei ab und zu in der Gegend: «Es ist auch schon bei meinem Bauernhof vorbeigesprungen.»

Das Albino-Wesen sei sehr scheu, man bekomme es kaum zu gesicht. «Aber dank meiner Drohne sind mir nun sehr schöne Fotos gelungen», so der Oberländer. Das Tier habe keine Angst vor der Drohne gehabt, habe jedoch schnell das Interesse verloren und sei wieder in den Wald zu seiner Herde zurück: «Die Ricke ist mit vier Artgenossen unterwegs. Die sind natürlich braun.» Das Reh mache einen gesunden und glücklichen Eindruck: «Ich bin froh, dass es die Jagdsaison und den Winter überstanden hat», so der Landwirt.

Das Albino-Reh im Oberland ist nicht der einzige weisse Waldbewohner im Kanton Bern. An der Grenze zum Kanton Freiburg wurde erst letztes Jahr bereits ein Albino-Reh gesichtet.

(cho)