Gesperrte Strassen

22. Juli 2014 16:54; Akt: 22.07.2014 16:54 Print

Baustellen strapazieren Nerven der Berner

von Nora Camenisch - Sommerzeit ist Bauzeit: Dutzende Baustellen machen das Vorankommen in Bern derzeit schwierig. Anwohner sowie Auto- und Velofahrer sind genervt.

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Gleissanierung im Fischermätteli, neue Netzanschlüsse an der Gesellschaftsstrasse und im Monbijou, Gleisersatz am Burgernziel – die Stadt Bern gleicht derzeit einer einzigen grossen Baustelle. Und gebaut wird nicht nur zu Bürozeiten: Zahlreiche Erneuerungen finden auch nachts statt wie etwa im Monbijou. Anwohnerin Anna S. ist genervt: «Wegen des Lärms kann ich nachts das Fenster nicht mehr öffnen. Das ist bei den warmen Temperaturen extrem mühsam.»

Achtung Schlaglöcher

Doch nicht nur die Nerven der Quartierbewohner werden dieser Tage arg strapaziert. Wer mit dem Auto von A nach B will, muss so manchen Umweg in Kauf nehmen. Und je nach Fahrzeug haben die Lenker noch weitere Schwierigkeiten zu überwinden: «Wer ein tiefer gelegtes Auto fährt, muss bei Schlaglöchern aufpassen», so FDP-Stadtrat Mario Imhof. «Die Stadt ist derzeit an allen Ecken ein Flickwerk, das ist ziemlich mühsam.»

Unangenehm ist die Situation auch für Drahtesel-Fahrer. «Es gibt Baustellen, wo die Situation für Velofahrer sehr gut gelöst ist», lobt David Stampfli, SP-Stadtrat und Präsident von Pro Velo Bern. Aber: «In der Sulgenau bei der Titanic beispielsweise kann es sehr eng werden. Dort werden Velofahrer in Richtung Tramschiene gedrängt.» Stampfli rät Velofahrern deshalb, sehr aufmerksam zu sein. «Berner sollten sich aber nicht scheuen, auf das Velo zu steigen. Man muss einfach vorsichtig sein.»

Keine Verspätungen bei Bernmobil

Einzig für ÖV-Benutzer scheinen die Baustellen kein Ärgernis zu sein. «Uns sind keine Verspätungen aufgrund von Baustellen bekannt. Auch der Tramersatz-Bus der Linie 8 hat keine Probleme, durch den Verkehr zu kommen», sagt Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer. Er erklärt auch, warum die Gleise gerade jetzt saniert werden: «Während den Ferien hat es weniger Verkehr und weniger Fahrgäste, die von den Einschränkungen betroffen sind.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ueli Vontobel am 22.07.2014 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweiz

    Was sich in der Schweiz bezüglich Baustellen abspielt ist ein einziger Skandal gemessen an was wir dafür bezahlen und Standard welchen wir hier leben. Da wird z.B. 1 Jahr lang an einem Kreisel gebaut (Effretikon ZH). Man könnte meinen man würde die Strassen mit Blattgold vergolden. Siehe Asiatische Grossstädte (Hongkong, Tokyo etc.) da wird kurz über Nacht ein neuer Belag an einer Kreuzung erneuert. Was in der Schweiz abgeht ist eine bodenlose Frechheit und Schikaniererei für Anwohner und Verkehrsteilnehmer.

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  • Marco am 22.07.2014 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    24/7

    Kein Wunder wenn um 4 bereits die ganze Baustelle leer ist (so erlebt in Schwerzenbach, letzte Woche)! Kein Wunder braucht man für 10m über 2 Monate...

  • Bärnerin am 22.07.2014 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ÖV ohne Verspätungen??

    Was gibt Bernmobil denn da bitte wieder von sich? Sogar auf den Anzeigetafeln der Ersatzbusse 7 & 8 steht: "Aufgrund der Verkehrsüberlastung ist mit Verspätungen und Unregelmässigkeiten zu rechnen". Gestern live miterlebt; für eine Strecke mit der man im Tram 8 min benötigt 20 min im übervollen, stinkenden Bus gestanden. Aber neeein sicherlich hat der überteurte ÖV keine Verspätungen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Echo vom Bärli am 24.07.2014 08:25 Report Diesen Beitrag melden

    Die eigene Nase

    Dazu kommt dann noch die Einfältigkeit der Verkehrsteilnehmer, welche weder vorausschauen, noch sich an Verkehrssignale halten. Rund um die Post-Parc-Baustelle erlebt man einiges. Ein Halteverbot ist ein Halteverbot nicht ein Parkverbot.

    • Mieter am 24.07.2014 22:43 Report Diesen Beitrag melden

      In der Tat

      Extrem mühsam. Zwar alles signalisiert, aber dafür müsste man ja seine Augen, und sogar das Hirn benutzen. Funktioniert tatsächlich nicht wirklich.

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  • Heinz Guli am 23.07.2014 21:37 Report Diesen Beitrag melden

    Begreift doch mal!

    Baustellen wird's immer irgendwo geben. Es muss halt alles mal erneuert und ersetzt werden. Kanalisation, Wasser-, Strom-, Gasleitungen und jaaa.. auch die Tramschienen. Da nützt jedes gejammer und gemotze nicht!!

  • Berner Bär am 23.07.2014 09:25 Report Diesen Beitrag melden

    "Vorübung" für Tram Region Bern

    Da stellt sich die Frage an alle Befürworter des Prestige-Projektes "Tram Region Bern": Wie laut wollen Sie alle denn heulen, wenn die Basteleien in und um Ostermundigen und Köniz losgingen? Das sind dann nicht nur Wochen, sondern monate- und jahrelange Behinderungen und weiträumige Umwegfahrten für den MIV und den öV! Fahrplaneinhalten Glücksache. Das hat auch das vollendete Prestige-Projekt "Tram Bern-West" und weitere Tram-Erweiterungen (Weil am Rhein!) gezeigt.

    • baerchen am 24.07.2014 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      genau!

      kaum auszudenken, welche auswirkungen diese teure bauprojekte haben werden, sicherlich wird dann nicht mehr viel fahren. oder lassen dann alle ihr auto zu hause?

    • Bärner Giu am 25.07.2014 12:52 Report Diesen Beitrag melden

      Stammtischgeplauder

      Dein Nachgeplauder hat weder Hand noch Fuss: Die Bus Linie 10 ist seit Jahren an der Kapazitätsgrenze und darüber hinaus. Von Prestige kann also keine Rede sein. Ein Tram ist zwar sehr teuer in der Anschaffung aber günstig im Unterhalt. Meist ist Bernmobil pünktlich (ich fahre jeden Tag mehrmals Tram und Bus) und auf Baustellen von Bernmobil geht es sehr schnell vorwärts (siehe Burgernziel!).

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  • Frank Oppliger am 23.07.2014 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sommer in Bern

    Überall Schlaglöcher die die Federung der Velo in Bern in Mitleidenschaft ziehen. Es gibt Quartiere in Bern da wird wie wild geflickt und andere nicht. Leider haben wir in Bern keine Möglichkeit wie in Zürich per APP Probleme an ein Amt der Gemeinde Bern zu melden.

    • rocketmen am 23.07.2014 21:18 Report Diesen Beitrag melden

      Viele Daumen runter bitte

      Ach nein die armen Velofahrer bezahlen so viel, halt bezahlen ja gar nichts an die Strasse, aber Hauptsache meckern

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  • Papierlischweizer am 23.07.2014 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch Schweizer

    Es scheint vielen nicht bewusst zu sein, das wir selbst es sind, die die Baustellen verursachen. Es ist nicht nur der Strassenbelag, der erneuert werden muss. Es sind Gas-Wasser-,Elektro-,TV-,Telefon und Kanalisationsleitungen unter dem Strassenbelag. Dass die Arbeiten an befahrenen Strassen immer so ausgeführt werden, dass der Verkehr wenigstens in eine Richtung funktioniert, beschleunigt das Verfahren nicht, garantiert aber wenigstens ein, wenn auch verzögertes, Vorwärtskommen. Geborstene Gas-oder Wasserleitungen, lahmes Internet, Stromausfälle etc. will ja auch niemand.