Schlachtbetrieb lahmgelegt

21. Februar 2019 12:28; Akt: 21.02.2019 14:30 Print

Bell klagt gegen militante Vegetarier

Die Fleischverarbeitungsfirma Bell will die Besetzung ihres Betriebs in Oensingen nicht auf sich sitzen lassen. Die Aktivisten werden nun angeklagt.

Nach 15 Stunden Blockade eskalierte die Situation vor Ort. (Video: Facebook: 269 Libération Animale)
Zum Thema
Fehler gesehen?

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion besetzten über 100 Personen den Fleischverarbeitungsbetrieb von Bell im solothurnischen Oensingen. Bei der Protestaktion vom November 2018 legten die Tierschützer den Schlachtbetrieb für mehrere Stunden komplett lahm.

Erst durch einen riesigen Polizeieinsatz konnte das Gebäude geräumt werden. Diese Schlachthof-Besetzung kostete Bell rund 100'000 Franken.

Straf- und zivilrechtliches Vorgehen

Nun wehrt sich die Fleisch-Firma gegen ihre Gegner: «Alle 131 an der Aktion beteiligten Personen werden durch die Polizei angezeigt», sagt Sprecher Thomas Kummer der Solothurner Polizei gegenüber der «Solothurner Zeitung». Die Aktivisten müssen sich wegen Hausfriedensbruch, Nötigung und Hinderung einer Amtshandlung strafrechtlich verantworten. Da auch Tierschützer aus dem Ausland – viele kamen aus Frankreich – vor Ort waren, ist auch Interpol aktiv. Dort werden die Besetzer derzeit noch abschliessend identifiziert.

Doch nicht nur auf der Ebene eines Strafverfahrens will Bell die Besetzer zur Rechenschaft ziehen. Die Firma gedenkt auch, zivilrechtlich gegen die Personen vorzugehen, um so ihre Ansprüche geltend zu machen.

Bolzenschneider im Einsatz

Für die Tierschützer war die Aktion am letzten 21. November dennoch ein Erfolg; «Wenigstens während eines Tages haben wir die Tiere vor dem Tod bewahrt», sagte eine Aktivistin vor Ort. Mit dem Protest habe man Kritik am Betrieb und dessen Handeln anbringen können. Die meisten Aktivisten verhielten sich friedlich und verliessen im Laufe des Tages den Schlachthof selbständig.

Erst am Abend eskalierte die Aktion. Als die Polizei die angeketteten Besetzter mit Bolzenschneidern losmachte, wehrten sich die Angeketteten vehement gegen ihre Verhaftung. So gab es vereinzelt Leichtverletzte.

(miw)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 21.02.2019 13:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rect so

    Sehr gut, sollen die Leute bitte verantwortung für den angerichteten Schaden übernehmen.

    einklappen einklappen
  • Didier am 21.02.2019 13:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum nur

    Warum will jeder seine eigenen Ideen und seine eigenen Lebensweise anderen aufdrängen ? Soll jeder so Leben wie er will, und den Tieren haben die keinen gefallen getan mit dieser Aktuon da waren sie extremen Stress ausgesetzt .Die werden nacher trotzdem geschlachtet weil der Mensch Fleisch isst . Fleischesser lassen Vegis auch in ruhe

    einklappen einklappen
  • Karl Bruhin am 21.02.2019 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    möglichst öffentlich machen

    Keine Frage. Aber wieso dauerte es so lange bis Anzeige eingereicht wurde? Solche Lausbuben muss man sofort zur Verantwortung ziehen damit es so richtig weh tut. Der Arbeitgeber muss unbedingt erfahren was seine Leute so treiben, das wird ihnen ein solches Tun künftig "verleiden".

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • die_Locke am 25.02.2019 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Strafmass

    Die Stafen werden eh lächerlich klein ausfallen.

  • alice am 22.02.2019 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Goht mimanden was an

    der hat wohl noch nie was gehört dass die Menschen nur Fleisch gegessen haben erst später Blätter und Wurzeln und was ich esse geht niemanden was an ich Liebe Fisch und Güggeli und das sind auch Tiere

  • fredi gurtner am 22.02.2019 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    Bell Önsingen

    Richtig so Firma Bell. Den Verdienstausfall müssen die Veganer voll zahlen. Nur diese besetzter zu erwischen ist wohl schwierig

  • Sebi am 22.02.2019 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Veganismus - neue Wohlstandsreligion

    Für mich ist Veganismus eine sehr dekadente Strömung in unserer reichen Gesellschaft. Was bilden sich die Veganer eigentlich ein, armen Menschen aus armen Regionen vorzuschreiben, was sie essen sollten. Wovon soll sich z.B. ein Einheimischer in der Antarktis ernähren? Vom Rüäbli?

    • Inkeri am 22.02.2019 15:46 Report Diesen Beitrag melden

      Dekadenz

      Eine dekadente Strömung der reichen Gesellschaft finde ich eher die Massentierhaltung ... und der erhobene Anspruch, man müsse mindestens täglich einmal Fleisch essen

    einklappen einklappen
  • Normaler am 22.02.2019 08:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vegetarier..........

    Vegetarier kann ich voll akzeptieren, auch Veganer, auch wenns nicht logisches Verhalten ist. Aber an beide Gruppen, lasst die Fleischesser in Ruhe und wischt zuerst vor der eigenenTüre. Was bringen solche unnütze Aktionen? Nichts! Es soll jeder essen was er will aber lasst anders essende einfach in Ruhe.

    • Trudi am 22.02.2019 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      Toleranz?

      Was ist nicht logisch daran, niemanden zu töten und sich um das Ökosystem zu sorgen, von dem Du und Deine Nachkommen abhängig sind? Es ist keine Kunst, eine leidfreie Ernährungsform wie den Veganismus zu akzeptieren. Wiederum ist es schon verrückt, für Leid Toleranz zu erwarten.

    einklappen einklappen