Studie zum Konsum

01. April 2019 15:31; Akt: 01.04.2019 16:03 Print

Uni Bern dringt ins Kifferhirn vor

Nachdem das BAG den legalen Verkauf von Cannabis in Berner Apotheken verhinderte, hat die Stadt einen neuen Weg gefunden, um den Umgang mit Gras zu untersuchen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Universität Bern und die Stadt Bern haben am Montag einen neuen Ansatz präsentiert, um den Umgang mit Cannabis zu erforschen. Das Forschungsprojekt ist so angelegt, dass es innerhalb der geltenden rechtlichen Bestimmungen durchführbar ist.

Cannabiskonsum sei in der Schweiz weit verbreitet, aber wie Konsumentinnen und Konsumenten ihren Konsum selber regulieren sei nur wenig bekannt, sagte Studienleiter Hansjörg Znoj von der Universität Bern. «Hier mehr zu wissen ist jedoch wichtig, da niemand bestreitet, dass der regelmässige Konsum von Cannabis ein Gefährdungspotenzial aufweist».

Zufällig ausgewählte Studienteilnehmer

Mit der Studie möchte Znoj erfahren, welche Strategien im Umgang hilfreicher sind als andere. Auch die Haltung von Nichtkonsumierenden wird in die Studie einbezogen.

Erste Resultate sollen voraussichtlich Ende Jahr vorlegen. Die Studie umfasst eine Online-Umfrage bei 5000 zufällig ausgewählten Personen.

Vom BAG zurückgepfiffen

Ein erstes Forschungsprojekt mit legalem Verkauf von Cannabis in Apotheken hatte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) im November 2017 nicht bewilligt. Das BAG kam zum Schluss, dass das geltende Betäubungsmittelgesetz dies nicht zulasse. Es müsste mit einem sogenannten Experimentierartikel ergänzt werden.

Diese Bestrebungen wurden umgehend an die Hand genommen. Vergangenen Sommer sprachen sich in der Vernehmlassung eine grosse Mehrheit der Kantone positiv aus. Auch die Stadt Bern begrüsste dies, kündigte aber zudem an, eine neue Studie zu entwickeln, die im Rahmen des geltenden Rechts und ohne Ausnahmebewilligung umsetzbar sei.

(cho)