BLS

30. März 2010 11:23; Akt: 30.03.2010 12:07 Print

Bern fährt künftig doppelstöckig

Die BLS investiert in die Berner S-Bahn und kauft bei der Firma Stadler Rail 28 Doppelstockzüge. Das lässt sie sich 493,7 Millionen Franken kosten.

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Die BLS tätigt mit dem Kauf der Doppelstockzüge die grösste Rollmaterialinvestition ihrer Geschichte. Und damit nicht genug: Langfristig will sie die Wagenflotte vereinheitlichen und dafür über eine Milliarde Franken aufwenden. Das zweitgrösste Bahnunternehmen der Schweiz begründet das Vorhaben in einer Mitteilung vom Dienstag mit dem «rasanten Nachfragewachstum der letzten Jahre» auf der Berner S-Bahn. Gemessen an den gefahrenen Personenkilometern habe die Nachfrage in den letzten fünf Jahren um 43,5 Prozent zugenommen.

Die BLS stosse deshalb mit dem bestehenden Rollmaterial vor allem zu den Hauptverkehrszeiten an die Kapazitätsgrenzen. Mit den Doppelstockzügen lasse sich die Zahl der Sitzplätze in der Hauptverkehrszeit bis 2014 um rund 30 Prozent steigern.

Zuerst ist die Linie 1 dran

Die BLS rechnet damit, dass die Züge ab Herbst 2012 ausgeliefert werden und im Verlauf des Jahrs 2013 schrittweise auf der S-Bahn-Linie 1 (Freiburg-Bern-Münsingen-Thun) zum Einsatz kommen.

Ab 2014 sollen dann die neuen, durchgehend klimatisierten und videoüberwachten Züge auch auf den Linen S3 (Biel-Bern-Belp) und S6 (Schwarzenburg-Bern) verkehren. Die Investition ist vom Bundesamt für Verkehr und den Kantonen Bern und Freiburg, wo die neuen Züge künftig verkehren, genehmigt worden.

BLS-Direktor Bernard Guillelmon sagte an einer Medienkonferenz am Dienstag in Bern laut Redetext, den zusätzlichen Mittelbedarf beabsichtige die BLS mittels einer öffentlichen Anleihe abzudecken. Die BLS verfüge über ein AA-Rating.

Am Donnerbühl-Tunnel westlich des Hauptbahnhofs Bern und auf der Strecke Bern-Schwarzenburg müssen wegen der Doppelstockzüge Anpassungen vorgenommen werden.

Langfristig über eine Milliarde

Langfristig plant die BLS weitere Grossinvestitionen: Sie will die Wagenflotte vereinheitlichen und dafür bis 2025 über eine Milliarde Franken für Rollmaterial ausgeben.

Die BLS verfüge heute über eine Flotte mit unterschiedlichen Fahrzeugen. Wenn die Flottenvielfalt reduziert werden könne, vereinfache das die Instandhaltung und erhöhe die Flexibilität im Bahnbetrieb. Ausserdem sei mit einem weiteren Nachfragewachstum von rund 60 Prozent bis 2025 zu rechnen.

Die 700 Mio. Franken, welche die BLS in der weiteren Investitionsplanung für Rollmaterial vorsieht, will das Unternehmen aber in einstöckige Fahrzeuge investieren.

(sda)