CSI für Tiere

15. Dezember 2011 23:00; Akt: 15.12.2011 23:10 Print

Bern führt im Kampf gegen Tierdelikte

von Janko Skorup - Der Kanton Bern ist in Sachen Tierschutz nationale Spitze. Bei der Fachstelle für Tierdelikte ist ein Tierleben fast gleich viel Aufwand wert wie ein Menschenleben.

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Zufriedene Kühe im Kanton Bern: Tierquälereien werden mit modernen «CSI»-Methoden untersucht. (Foto: Fotolia)

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Wenn es um die Verfolgung von Tierquälereien geht, belegt der Kanton Bern im nationalen Vergleich die Spitzenposition (siehe Box) – dank ungewöhnlicher Methoden der Fachstelle für Tierdelikte. Während andere Kantone nicht einmal Fachstellen für die Strafverfolgung von Tierquälern anbieten, setzt Bern auf hochmoderne Massnahmen: Wie bei der Untersuchung von Gewaltdelikten gegen Menschen werden bei der Kapo Bern auch bei Tierdelikten Obduktionen vorge­nommen und DNA-Proben entnommen – «CSI: Bern-Tierschutz» sozusagen. Die Fachstelle beschäftigt drei Mitarbeitende vollamtlich, die selbstständig Untersuchungen durchführen, aber auch rund 30 uniformierte Polizisten in Sachen Tierrecht weiterbilden.
In der Schweiz ist eine solche Umsetzung des Tierschutzgesetzes einmalig. Einzig der Kanton St. Gallen kann da einigermassen mithalten: mit einem auf Tierrecht spezialisierten Staatsanwalt. Peter Schüpbach von der Fachstelle für Tierdelikte ist überzeugt: «Die gute Zusammenarbeit zwischen der Fachstelle, den Tierschutzberatern sowie der stationierten Polizei ist für die hohe Erfolgsquote verantwortlich.» Mit dieser Politik bleibt die Kapo Bern aber ein na­tionaler Einzelgänger. Die Kantone Zürich und Aargau haben ihre Tierschutz-Massnahmen sogar abgebaut. Die Stelle des Tierschutzanwalts wurde dort nach der Ablehnung der gleichnamigen Initiative abgeschafft.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tom huber am 16.12.2011 03:59 Report Diesen Beitrag melden

    Einsame Spitze?

    Es ist schön wie sich der Kanton Bern mit einem Herr von Beamten um das wohl der Tiere sorgt. Es kann und darf nicht sein das Tiere gequält werden. In diesem Fall scheint Bern für einmal nicht gerade Weltklasse aber doch zumindest Schweizerklasse zu sein. Was aber viele nicht wissen ist, dass Straftaten gegen Leib und Leben (Menschen) im Kanton Bern, im Vergleich mit anderen Kantonen, eine unterdurchschnittliche Aufklärungsquote aufweisen. Es bleibt nur zu hoffen, dass bei alldem Eifer für die Tiere, der Mensch nicht vergessen wird.

  • Michael Meienhofer am 16.12.2011 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich sollte man die

    Kantone anklagen, weil sie Eidgenössische Gesetze nicht durchsetzen.Eine solche Verwaltungsklage würde Wunder wirken. Wenn sich der Bürger um Gesetze foutiert, ist die Justitz schnell zur Stelle, Tiere sind vermutlich in gewissen Kantonen Lebewesen zweiter Klasse!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom huber am 16.12.2011 03:59 Report Diesen Beitrag melden

    Einsame Spitze?

    Es ist schön wie sich der Kanton Bern mit einem Herr von Beamten um das wohl der Tiere sorgt. Es kann und darf nicht sein das Tiere gequält werden. In diesem Fall scheint Bern für einmal nicht gerade Weltklasse aber doch zumindest Schweizerklasse zu sein. Was aber viele nicht wissen ist, dass Straftaten gegen Leib und Leben (Menschen) im Kanton Bern, im Vergleich mit anderen Kantonen, eine unterdurchschnittliche Aufklärungsquote aufweisen. Es bleibt nur zu hoffen, dass bei alldem Eifer für die Tiere, der Mensch nicht vergessen wird.

  • Michael Meienhofer am 16.12.2011 00:10 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich sollte man die

    Kantone anklagen, weil sie Eidgenössische Gesetze nicht durchsetzen.Eine solche Verwaltungsklage würde Wunder wirken. Wenn sich der Bürger um Gesetze foutiert, ist die Justitz schnell zur Stelle, Tiere sind vermutlich in gewissen Kantonen Lebewesen zweiter Klasse!