Hundesteuern

11. März 2011 09:15; Akt: 11.03.2011 09:39 Print

Bern schafft Todesstrafe für Hunde ab

Hunde im Kanton Bern müssen künftig nicht mehr um ihr Leben fürchten, wenn ihr Halter die Hundesteuer nicht zahlt.

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Der Berner Regierungsrat will die «Todesstrafe für Hunde» abschaffen, wie er in Beantwortung zweier parlamentarischer Vorstösse mitteilt. Das bernjurassische Dorf Reconvilier hatte Ende letzten Jahres säumigen Hundehaltern mit der Einschläferung ihrer Lieblinge gedroht und damit einen Aufschrei des Entsetzens weit über die Landesgrenzen ausgelöst. Der Gemeinderat berief sich auf das kantonale Gesetz über die Hundetaxe von 1903.

Der Erlass soll noch in diesem Jahr durch zeitgerechte Bestimmungen ersetzt werden, wie die bernische Regierung bereits im Januar ankündigte. Ein kantonales Hundegesetz soll in diesem Sommer in die Vernehmlassung geschickt werden.

«Nicht mehr zeitgemäss»

Wie das Gesetz genau aussehen wird, lässt die Regierung in ihrer am Freitag veröffentlichten Antwort auf eine Motion von Thomas Fuchs (SVP/Bern) und eine Interpellation von Jean-Pierre Aellen (PSA/ Tavannes) offen. Dass die Tötung von Hunden bei nichtbezahlten Hundesteuern «nicht mehr zeitgerecht» sei, stehe aber ausser Frage.

Die Regierung ist deshalb bereit, den entsprechenden Punkt der Motion von Thomas Fuchs anzunehmen. Fuchs stellt die Hundetaxe aber generell in Frage; diese veraltete Hundesteuer sei schliesslich in den meisten europäischen Ländern längst abgeschafft.

Die Regierung will sich dem Anliegen nicht grundsätzlich verschliessen. Sie erinnert aber daran, dass die Hundetaxe eine kommunale Abgabe darstelle. Der Kanton wolle in dieser Frage deshalb eng mit den Gemeinden zusammenarbeiten.

(sda)