Berna und Ursina

16. Juni 2011 10:35; Akt: 16.06.2011 21:23 Print

Bern schiebt seine Bären nach Rumänien ab

Eine Bärenauffangstation im rumänischen Zarnesti hat das Rennen um die beiden Jungbären aus dem Berner Bärenpark gemacht. Dort werden sie mit anderen Bären, die vorwiegend aus schlechter Haltung stammen, zusammenleben.

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Nicht der Tiroler Alpenzoo im österreichischen Innsbruck, wie zuerst spekuliert, sondern eine grosse Bärenauffangstation im rumänischen Zarnesti, rund 200 Kilometer nordwestlich von Bukarest, hat das Rennen um die beiden Jungbären aus dem Berner Bärenpark gemacht. Und so werden Berna und Ursina in Zukunft zusammen mit ihren Artgenossen aus Osteuropa fernab von ihren Heimat herumtollen müssen.

Weltweit 270 zoologische Gärten angeschrieben

Diese Lösung kam dank der «Cristina Lapis Foundation» und deren Partnerstiftung «Hauser Bears» zustande, wie der Tierpark Dählhölzli und die Stadt Bern am Donnerstag mitteilten. Zuvor waren verschiedene Vorschläge geprüft und verworfen worden.

Schon als im Dezember 2009 Berna und Ursina im Bärenpark auf die Welt kamen, war den Verantwortlichen des Tierparks klar, dass die Jungbären nicht in Bern bleiben können. Denn Bärenmutter Björk würde, so wie es für die Tierart typisch ist, ihren Nachwuchs nach etwa zwei Jahren verstossen.

Der Tierpark schrieb 270 zoologische Gärten auf der ganzen Welt an, um einen Platz für die beiden Jungbären zu finden. Interesse hatten Zoos in Kolumbien, Indien, Indonesien und Malaysia. Diese Anlagen sind aber wegen der klimatischen Grundvoraussetzungen für europäische Braunbären nicht geeignet.

Auch andere Standorte brachten sich ins Gespräch. So meldete sich etwa ein Tierpark in der Normandie, der seine Zusage aber wieder zurückzog. In der Schweiz schienen sich in Hinterkappelen BE oder Arosa GR Möglichkeiten zu eröffnen.

Für Tierpark-Direktor Bernd Schildger stellte sich mitunter die Frage, ob es den Verantwortlichen gewisser Standorte um die Bären ging oder um den Werbeeffekt in den Medien. Dies gelte aber nicht für das Projekt in Arosa, betonte er vor den Medien. Dieses sei seriös gewesen, habe aber wegen des knappen Zeitfensters verworfen werden müssen.

Badebecken und Videoüberwachung

Die Wahl fiel schliesslich auf die 80 Hektar grosse Bärenauffangstation im hügeligen Gelände der rumänischen Karpaten, die von der «Cristina Lapis Foundation» betrieben wird. Zurzeit beherbergt die Station 57 Bären in mehreren Gehegen.

Das sind vorwiegend Tiere, die aus schlechten Haltungen in Osteuropa gerettet wurden, etwa aus Zoos, Zirkussen oder Käfigen von Restaurants. Jedes Gehege ist mit Badebecken ausgestattet und wird durch Videokameras überwacht.

Die Bärenpark Stiftung garantiert künftig jährlich eine Summe von 20 000 Franken als Beitrag zum Betrieb dieser Anlage. Die Gegenleistung besteht darin, dass die Stadt Bern die Möglichkeit hat, auch in Zukunft Jungbären dort unterzubringen. Der Umzug von Berna und Ursina ist für den Herbst geplant.

Kein Alibi-Platz

Tierpark-Direktor Schildger betonte, dass die Anlage in Rumänien kein Alibi-Platz sei, um Bären zu entsorgen. Der Tierpark habe die Auffangstation evaluiert und für sehr gut befunden. Bei der Zusammenarbeit mit den Stiftungen aus Grossbritannien und Rumänien gehe es überdies darum, sich für den Schutz der Bären weltweit einzusetzen.

Die zwei anderen Jungbären in Bern, Mischa und Mascha, erhalten derweil im Tierpark Dählhölzli ein neues Gehege. Der erste Teil der neuen Anlage wird am 30. Juni offiziell eröffnet. Diese Jungbären sind ein Geschenk der russischen Präsidentengattin Swetlana Medwedewa an die Stadt Bern.


Die Berner Bären buddeln im September 2010 im Bärenpark herum

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tanja Brumund-Gut am 16.06.2011 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Das ist ja wieder Typisch der Dählhölzli !Hat wir nicht erst ein Nilpferdbabay vor dem sicheren Tod bewahrt ,und nu schon wieder sowas.! Wird Albert schweizer gemeldet und PEta

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  • bärenfreundin am 16.06.2011 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    Bären als Besuchermagnet

    aja, fazit: für die touristen und um den besucherstrom weiterhin zu unterhalten werden künftig alle zwei bis drei jahre wieder herzige kleine bärli "produziert" die dann in die auffangstation nach rumänien abgeschoben werden können. nett, richtig tierfreundlich. aber so lange die besucherzahlen stimmen und alle wieder härzige bärlis sehen können, sind alle zufrieden und niemand sagt was...ich bin gegen weiteren nachwuchs, den man dan irgendwo ins ausland abschiebt, weil er überflüssig ist.

  • Rose am 16.06.2011 14:12 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Wahl

    Ich habe den Närenpark in Zernesti gesehen und werde in zwei Wochen wieder hinfahren. Die Bären haben dort viel Platz und werden gut versorgt. Ich bin überzeugt davon, dass Berna und Ursina sich in Rumänien wohl fühlen werden. Es ist ein wunderschönes Land und die "Normalbevölkerung" ist sehr herzlich und ehrlich. Leider wissen dies die Menschen, welche nur den viele, Negativschlagzeilen in der Presse Glauben schenken nicht Schade!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mircea Albutiu am 11.07.2011 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Sorge, es wird alles gut sein

    Guten Tag zusammen. Ihr habt Recht, Rumaenien ist schlimm in vielen Richtungen. Zuafaellig habe ich letztes Jahr die Gelegenheit gehabt den Baerenpark Zarnesti zu sehen. Ich kann nur Lob and das Verein sagen, der Park ist unglaublich. Es sind 700 tausend quadratmeter, also 70 hectar Wald fuer 53 Baeren. Die sind auf sehr guten Haenden, gut verpflegt, alles bestens. Ungewoenhnich fuer Rumaenien, ist aber so in diesem Fall.

  • Martina Karl am 17.06.2011 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Rumänien, Hunde-Massenmord und Bären?

    Rumänien? In ein land, in denen grad abgestimmt, die Strassenhunde aufs Schlimmste abzuschlachten? Eine Politik, die weder Tiere noch Tierschützer respektiert? Wir Tierschützer kämpfen grad seit 7 Monaten gegen die rumänischen Euthanasie-Abstimmungen. Wer sich da mal informieren will soll das auf meiner Homeoage oder auf Facebook tun. Rumänien praktiziert den Holocoust an Tieren. Und denen schickt man nun die Bären von Bern? Selbst deren Bären leiden. Das ist doch Abschiebetaktik und wahrscheinlich zahlen die Rumänen gut. ich finde es eine Schande

    • Dave Winter am 23.06.2011 01:59 Report Diesen Beitrag melden

      Polemik

      Wer nur einmal im Leben ein paar Tage in Rumänien verbracht hat,weiss, was sogenannte "Strassenhunde" dort bedeuten. Wilde Tiere, ähnlich wie Wölfe, die jedes Jahr wieder unzählige Menschen anfallen, kam vermehrt zu Todesfällen. In Bukarest kann man mittlereweilen nicht mehr sicher herumlaufen. Es gesteht uns im zivlisiserten Westen nicht zu, über solche Probleme zu urteilen !!!

    • Karin Pesse am 05.07.2011 13:37 Report Diesen Beitrag melden

      Rumänien, Hunde-Massenmord und Bären?

      Martina,ich kann es auch nicht nachvollziehen,dass die beiden Bären ausgerechnet in ein Land abgeschoben werden,wo es nur so von Tierhassern wimmelt und das leider nicht nur in der Bevölkerung!Die Strassenhunde werden aufs Brutalste abgeschlachtet (lebendig verbrannt oder begraben!Erschlagen,erhängt,vergiftet!)Kopfgeld pro Hund:25EUR!Ich könnte Euch Bilder zeigen,wo JEDEM der Atem stockt!Was in Rumänien bezüglich Tiere abgeht,ist jenseits von Gut und Böse!!Auch was mit den Wildpferden im Donau-Delta geschenen ist,lässt kein Auge trocken.Alles kann im Internet od auf Facebook nachgelesen werden

    • Mircea Albutiu am 11.07.2011 21:15 Report Diesen Beitrag melden

      Berner Baeren in Zarnesti Rumaenien

      der Park in Zarnesti ist sehr gut, modern und kuemmert sich sehr um die Baeren. Ich war letztes Jahr vor Ort und konnte kaum glauben was ich gesehen hab, war sehr positiv ueberrascht.

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  • Jesse James am 17.06.2011 02:53 Report Diesen Beitrag melden

    Gejammer

    Ich kann das gejammer kaum ertragen... Bären züchten? In Bern? Blödes geschwätz. Das letzte mal als es in Bern junge Bären gab ist jahrzehnte her. Schliesst doch zuerst mal die Zoos in Zürich und Basel und lasst den Bärenpark in Ruhe. Von mir aus kann man die Viecher auch metzgen oder was unterscheidet sie denn von Kälbern, Hirschen, Lämmern, etc.? Alles blödes geheuchel...!

    • Corinne Wälchli am 17.06.2011 15:30 Report Diesen Beitrag melden

      Das ist kein Gejammer

      Mann wie bist du den drauf. Es geht hier um Tiere, ob Kälber, Hirsche oder Lämmer oder Bären, was soll den das? Wieso den Zoo in ZH und BS schliessen und den Bärenpark offen lassen, bist du noch ganz bei Trost? Die Bären sollen nach Rumänien abgeschoben werden, eines der schlimmsten Länder in Sachen Tierschutz. Du solltest deine Einstellung über Tiere mal überdenken, ansonsten bleibt dir bald mal ein Stück Fleisch im Halse stecken. Das sind nicht Viecher sonder Tiere und die haben auch eine Seele, wobei deine dir sehrwahrscheindlich abhanden gekommen sein muss.

    • Eldesco Nocido am 01.07.2011 11:44 Report Diesen Beitrag melden

      Gejammer?

      Das ist ja kein Gejammer; es geht ums Leben von Lebewesen. Was unterscheidet denn das Leben vom Autor (Mr. James) von denen der Bären, Kälbern, Hirschen, Lämmern, etc.?

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  • Claudia am 16.06.2011 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    Tierschutz muss / sollte sich wehren

    Ausgerechnet nach Rumänien abschieben wo sowieso Armut und schlechte Haltungs- Bedingungen vorherrschen. Diesen Wahnsinn sollte man verhindern.

    • Corinne Wälchli am 17.06.2011 11:34 Report Diesen Beitrag melden

      Bären gehören nicht nach Rumänien

      Wie recht du hast Claudia, Rumänien das schlimmste Land in Fragen Tierschutz. Wie können wir dies verhindern?

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  • John Kipkoech am 16.06.2011 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kolumbien hätte ein gutes Bärenklima!!

    Wenn der Zoo in Kolumbien im Hochland liegt, auf über 2000 Meter Höhe - dann wäre er klimatisch sicher genügend - die Nächte in Bogota sind sehr kühl, die Tage Frühlingshaft und bei Schlechtwetter ist es Wochenlang herbstlich kalt !!!