Internetzugang

21. September 2015 05:56; Akt: 21.09.2015 05:56 Print

Bern soll mit Gratis-WLAN punkten

Mit Gratis-WLAN durch die Stadt surfen? Anderswo ist das längst normal. Das solls jetzt endlich auch in Bern geben, fordern zwei Politiker.

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Eine Touristengruppe auf der Suche nach dem richtigen Weg in der Berner Altstadt: Ein Gratis-WLAN steht ihnen nicht zur Verfügung, sie müssen sich mit Papierkarten behelfen. Das wollen zwei Politiker ändern. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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«Zu teuer» – zu diesem Schluss kam der Berner Gemeinderat Anfang des Jahres in seiner Beurteilung über einen kostenlosen Gratis-WLAN-Zugang in der gesamten Stadt. Er rechnete damals vor, dass sich die Betriebskosten jährlich auf 100'000 bis 300'000 Franken belaufen würden –und brach den Versuch ab.

Motion nach den Herbstferien

Doch damit will sich EVP-Stadtrat Matthias Stürmer nicht zufrieden geben. Schliesslich machen es Städte wie St. Gallen und Luzern vor und bieten flächendeckend kostenlosen Internetzugang an. «Daher habe ich mich mit Freunden aus der Informatikbranche zusammengesetzt und gesehen, dass die Umsetzung durchaus möglich ist. Es ist nur eine Frage des Koordinierens und der Kosten, die einmalig für eine zentrale Infrastruktur getätigt werden müssen», sagt Stürmer. Deshalb will er zusammen mit Manuel Widmer von der GFL nach den Herbstferien eine entsprechende interfraktionelle Motion einreichen.

Kosten sollen geteilt werden

Stürmers Idee: Die Kosten sollen zwischen der Stadt und Privaten geteilt werden. Die Stadt oder die Burgergemeinde sollen eine zentrale Plattform errichten. Kostenpunkt: einmalig 100'000 bis 150'000 Franken.

Läden, Restaurants, Hotels oder öffentliche Gebäude sollen dann für ihre Gäste einen Access Point mieten und damit den Unterhalt finanzieren. Dass diese bereit sind, in die Tasche zu greifen, davon ist der Stadtrat überzeugt: «Gerade Hotels geben beispielsweise schon heute Geld aus, um ihren Kunden gratis Internetzugang anzubieten.» Ausserdem will der Politiker die Uni Bern mit an Bord holen, damit auch deren Access Points von Touristen oder Berner ohne Daten-Abo genutzt werden können.

«Eine Win-Win-Situation»

Stürmer weiss, dass es nicht einfach wird, die Motion durchzubekommen. «Es herrscht eine gewisse Ermüdung, was das Thema anbelangt. Auch ich musste mich selbst wieder überwinden, mich damit auseinanderzusetzen», so Stürmer. Trotzdem glaubt er an sein Projekt. «Die Stadt hat versucht, das WLAN auf die Beine zu stellen, ohne selbst Geld zu investieren. Nun hat man eingesehen, dass dies nicht funktioniert. Die Einrichtung des Gratis-WLAN wäre für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation.» Deshalb will Stürmer auch versuchen, weitere Partner wie Bern Tourismus mit an Bord zu holen.

(nel/nc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 21.09.2015 07:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratis?

    Nichts ist gratis, oder stellt der Netzwerkbetreiber alles gratis zur Verfügung inkl. Gratismitarbeiter? Nein es wird einfach via Steuern bezahlt!

  • Alfred A. am 21.09.2015 07:37 Report Diesen Beitrag melden

    Datenabo billiger statt Gratis-WLAN

    Ich denke, viele Internet User würden günstigere Tarife fürs Datenabo deutlich mehr nützen als ein Gratis-WLAN in der Stadt.

  • Delphin64 am 21.09.2015 06:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betriebskosten

    Ich möchte gerne mal einen Einblick in die Aufstellung der "Betriebskosten". Danke.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jorgo Ananiadis am 21.09.2015 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Freifunk und Mesh-Net

    Man könnte auch einfach die Piraten fragen und/oder beim Freifunk mitmachen ... es gäbe ja so einfache und günstige Lösungen, ab ca. 15.- pro Router, der Rest läuft automatisch und via Mesh-Netzwerk ... oder noch besser: Das nächste Mal Piraten wählen.

  • Michael Hänzi am 21.09.2015 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unbedingt - für eine moderne Kultur- und Tourismus

    Unbedingt - für eine moderne Kultur- und Tourismus Stadt ein Muss! Ich bin überzeugt, dass Gratis-WLAN in absehbarer Zeit zum Standard wird in den Städten. Also, wieso nicht einmal zu den Ersten gehören?

    • Super Mario am 21.09.2015 14:27 Report Diesen Beitrag melden

      zu den ersten gehören?

      Ich finde es auch ein Muss, wenn man mit der Zeit gehen will. Aber zu den ersten gehört Bern schon lange nicht mehr, hat doch selbst das kleine Domodossola schon gratis-WLAN.

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  • D.Z. am 21.09.2015 12:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gratis W-Lan

    Ist völlig in Ordnung das man da kein Geld investiert, so gross ist unsere Altstadt auch wieder nicht, das man sich nicht mit dem Stadtplan zurecht findet.

  • Ideengeber am 21.09.2015 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Anstelle Velobrücke

    Die Stadt Bern könnte einen Bruchteil des Geldes der geplanten Velobrücke investieren und zehtausende Menschen könnten profitieren, über die Jahre sogar hundertausende. Die Velobrücke dafür nicht bauen. Das wäre eine Win-Win Situation. Stadt spart Geld und sehr viele Menschen hätten eine super Dienstleistung. Zudem noch Tourismus-Gratiswerbung.

  • Christian Duerig am 21.09.2015 10:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WLAN TOURISMUSFÖRDERUNG UNIVERSITÄT

    Die Universität Bern könnte sich viel mehr für die Stadt Bern einsetzen. Studenten werden als Touristenführer mindestens 10 Stunden pro Jahr auf die Strassen von Bern geschickt. Besonders die Institute der Physik und Mathematik könnten sich profilieren, indem sie die Gedanken von Albert Einstein den Interessierten erötern. Die Kontrolle der 10 Stunden lassen sich mit einer entsprechenden App leicht überprüfen. Studenten, die mehr leisten möchten, könnten mit einem Taschengeld entlöhnt werden. Wer kennt schon die Geschichte vom Zytglogge ? Bern ist einmalig: Hier war Einstein kreativ !