Politisch überkorrekt

03. Juni 2010 12:46; Akt: 03.06.2010 14:20 Print

Bern verbietet Fussgänger-Streifen

Anordnung von ganz oben: In der Bundesstadt gibt es künftig keine «Fussgängerstreifen» mehr. Schliesslich sind mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung «Fussgängerinnen».

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Bern geht künftig über «Zebrastreifen». Was wohl die heimischen Pferde dazu sagen?

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Die Zürcher können doppelt aufatmen: Ihr Stadtrat hat ihnen doch noch erlaubt, die Fussball-WM in Gartenbeizen mit Ton zu geniessen. Und das Gespött der Schweiz dürften sie nach der neuesten Veröffentlichung der rot-grünen Berner Stadtregierung auch nicht mehr sein. Denn diese hat im eifrigen Bestreben um politische Korrektheit den «Sprachleitfaden für die Stadtverwaltung» herausgegeben. Und darin hat das Wort «Fussgängerstreifen» keinen Platz mehr. Das ist aus ihrer Sicht keine geschlechtergerechte Formulierung und sollte tunlichst vermieden werden. Stattdessen sollen die städtischen Angestellten künftig das Wort «Zebrastreifen» verwenden.

Auch «Mannschaften» sind ab sofort verpönt: Dem Personal der Bundesstadt wird nahegelegt, stattdessen «Gruppe» oder das neudeutsche Wort «Team» zu schreiben. Der «Anfängerkurs» heisst jetzt «Einstiegskurs» und sollte nicht «anwenderbezogen» sein, sondern «anwendungsbezogen».

Der zwölfseitige Leitfaden sei für die Stadtverwaltung verbindlich, heisst es in einem Communiqué. Wer sich nicht daran hält, wird wohl Ärger beim «Mitarbeitergespräch» kriegen. Pardon: Beim «Beurteilungsgespräch», wie es neu heisst.

(jcg/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sabbersagg am 03.06.2010 21:02 Report Diesen Beitrag melden

    Jedes Volk ....

    ... hat DIE Regierung die es verdient. Na, dann .....

  • Julia Bachmann am 04.06.2010 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll ich tun?

    Sehr geehrte Fundamental-Feministinnen Was soll ich tun? Ich, weiblich, bald 46 Jahre alt, heisse mit Nachnamen, den ich von meinem geliebten Vater erhalten habe, BACHMANN. Muss oder soll oder kann ich meinen Namen nun ändern auf BACHFRAU, um den sprachlichen Umgang als Grundlage für die Gleichberechtigung nicht zu gefährden, denn das würde sich ich mit meinem Gewissen kaum vereinbaren lassen. Schön das man in Bern keine anderen Probleme zu haben scheint. Ich bin wieder einmal mehr sehr betroffen bernische Steuerzahlerin zu sein.

  • Hans Wurst am 03.06.2010 19:39 Report Diesen Beitrag melden

    Warum überhaupt Zebrastreifen ???

    Ist denn noch niemandem aufgefallen, dass Zebras (wie auch die Stuten) weiss-schwarz sind und nicht gelb-schwarz ? YB Streifen wäre wohl angebrachter. Aber YB müsste man ja auch umbenennen wenn man korrekt sein will zu Young Kids. Also hört auf mit dem Schwachsinn und kümmert Euch um echte Probleme !

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc am 10.06.2010 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    Uns geht's also gut

    Sonst wären wir ja an Anderen Themen drann,, aber nein, Pokern verbieten, Benamslungen ändern... Ich ess jetzt aus Protest ein Croque-Monsiuer!

  • Muhkuh am 07.06.2010 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hatten...

    ein paar Beamte und Politiker wohl mal wieder Langeweile.... Und ich zahl die Idioten auch noch. Ausserdem: Die Emanzipation ist erst abgeschlossen, wenn die Wehrpflicht für Frauen eingeführt wird.

  • sinnlos am 07.06.2010 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    zu viel zeit?

    Es gibt sinvolles und sinnloses. Doch das übertrifft alles xD

  • Willi am 07.06.2010 06:03 Report Diesen Beitrag melden

    Schweiz komplett neutralisieren

    Alle Wörter der deutschen Sprache gehören nun auch neutralisiert. Es heisst ab nun: Das Schweiz, das Mutter, das Frau, das Beamte, das Feministin, das Emanze, das Gleichberechtigung (ach, das Wort dürfte es ja gar nicht geben solange das Mann benachteiligt wird) Super Witz aus das Hauptstadt !

  • Alfredos am 07.06.2010 01:40 Report Diesen Beitrag melden

    Fussgängerzone

    ich bin mal gespannt, wie die Berner die Fussgängerzone benennen. Vielleicht heist es dann Zebrazone :-)