Reaktion auf Kritik

05. Januar 2016 14:57; Akt: 05.01.2016 16:25 Print

Bernaqua verbietet Filmen und Fotografieren

Das Berner Erlebnisbad Bernaqua hat nach kontroversen Diskussionen seine Badeordnung angepasst. Aufnahmen im Bad sind nun wieder verboten.

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Die Betreiber des Erlebnisbads Bernaqua haben im Dezember entschieden, das Film- und Fotoverbot aufzuheben. «Das Fotografieren und Filmen von fremden Personen sowie das Telefonieren ist verboten», steht neu in der Hausordnung. Badegast Nick Kittelmann hat dafür kein Verständnis: «Niemand kann kontrollieren, was mit den Aufnahmen geschieht.» Diese könnten etwa auf Pädophilen-Portalen oder anderen einschlägigen Internetseiten gestellt werden. Lediglich Erinnerungsaufnahmen von sich selbst und eigener Familienmitglieder seien erlaubt, entgegnet Sharon Zwahlen, Leiterin Kommunikation vom Bernaqua. «Ich bin erstaunt, dass das Verbot aufgehoben wurde», sagt BDP-Nationalrat Bernhard Guhl. Er hoffe schwer, dass das Personal die Situation beobachte und den Entscheid sofort rückgängig mache, sobald sich die Fälle häuften, in denen Badegäste gegen ihren Willen fotografiert werden. Im Erlebnisbad der Swiss Holiday Park AG in Morschach bei Brunnen (SZ) dürfen die Gäste Kameras auf sich tragen. Im Römisch-Irischen Thermalbad im Swiss Holiday Park in Morschach dagegen haben Fotokameras nichts verloren. Im Bad Schinznach sind alle elektronischen Geräte verboten. Im Aquarena fun im Bad Schinznach AG ist Fotografieren nicht erlaubt. Eltern, die ihre Kinder beim Planschen aufnehmen wollen, können sie aber laut Martin Allgäuer, Bereichsleiter Empfang Thermalbäder und Spa, beim Baby- und Kinderschwimmen in einem abgesonderten Teil der Poolanlagen von einem Fotografen ablichten lassen. Die Fahrt durch die Rutschbahn kann noch so spektakulär sein: Fotos dürfen im Aquarena fun im Bad Schinznach AG keine gemacht werden. Unangebrachte Fotos müssten die Gäste im Bad Swiss Holiday Park nicht befürchten: «Alles ist transparent und es gibt keine dunklen Ecken mehr», sagt Betreiber Walter Trösch. Seit dem Umbau habe sich niemand mehr belästigt gefühlt. Familien dürfen im Swiss Holiday Park auf der Kamera jeden Moment ihres Kindes festhalten.

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Nach massiver Kritik haben die Betreiber des Erlebnisbades Bernaqua das Fotografieren und Filmen ab sofort wieder verboten. «Wir gewichten den Persönlichkeits- und Kindesschutz höher als ein schönes Erinnerungsfotos aus dem Bad», begründet Sharon Zwahlen vom Bernaqua den Entscheid gegenüber 20 Minuten. So wolle man das Risiko minimieren, dass Kinder oder auch Erwachsene in krimineller Absicht fotografiert oder gefilmt werden.

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«Auch die etlichen Kommentaren in Zeitungen haben uns zu diesem Entscheid bewogen», sagt Zwahlen. Hunderte 20 Minuten-Leser diskutieren ebenfalls über die gelockerte Vorschrift der Berner Schwimmanlage. «Dieses Bad wird von mir nicht mehr besucht», schrieb etwa ein Leser. Andere wiederum begrüssten die Knips-Erlaubnis im Bad. Auch im Unternehmen selber sei eine Diskussion darüber entbrannt, heisst es von Seiten der Betreiber.

Das Verbot wurde erst im vergangenen Dezember aufgehoben, weil Familien ihre Kinder beim Plantschen fotografieren wollten. Die vorübergehend installierten Tafeln am Eingang des Bades hatten darauf aufmerksam gemacht, dass Erinnerungsfotos von sich selbst und Kindern erlaubt seien. Das Personal hätte überwachen sollen, dass niemand fremde Personen fotografiert oder filmt.

Da die gelockerte Regelung aber eine kontroverse Diskussion ausgelöst habe, führe man das Verbot nun wieder ein.

(ij / miw )

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schneiter Tami am 05.01.2016 13:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Privatsphäre

    Finde ich richtig ich will auch nicht im Hintergrund im Bikini auf irgendwelchen Fotos auftauchen. In einem Bad gehört Privatsphäre dazu. Die können ihre Kinder gerne sonst überall aufnehmen.

    einklappen einklappen
  • Romy am 05.01.2016 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fotos und Filme in Bad

    muss man wirklich immer und überall fotografieren?

    einklappen einklappen
  • Hodor am 05.01.2016 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    Richtige Entscheidung

    Die einzig richtige Entscheidung. Das Fotografieren in einem Schwimmbad ist erstens unnötig und zweitens wird dem fotografieren von Fremden Personen konsequent ein Riegel vorgeschoben. Keine Ausflüchte und Entschuldigungen, es ist klipp und klar nicht erlaubt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bielermami am 08.01.2016 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das prüde, protestantische Bern

    Wenn ich meine Kinder fotografiere, frage ich bestimmt nicht erst irgendwen um Erlaubnis! Nur weil ein paar verklemmte Jugendliche oder solche die es gerne wären prüde sind, werde ich bestimmt nicht aufs Fotografieren meiner Familie (ausschliesslich!) verzichten.

  • Klarer Fall am 08.01.2016 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VORSCHLAG ZUR GÜTE

    Schon wieder eine Regeländerung! Ich schlage vor, dass an allen Wochentagen, welche mit "...tag" aufhören, das Fotografieren und Filmen in Bernacqua verboten ist!

  • Anonym am 07.01.2016 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Niemand braucht und

    möchte Fotos kreischender 3jähriger mit grusigen Windeln und Nuggi oder staksiger 9jähriger mit strähnig-nassen Haaren, hässlichem Überbiss, vorlautem Mundwerk und auch sonst unschönem Äusseren. Deshalb Bravo zum Fotoverbot. Es müsste noch auf ein Zutrittsverbot erweitert werden, denn eigentlich stören diese Altersklassen nur.

  • VosoV am 06.01.2016 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnfrei

    Also nur damit ich das richtig verstehe: Es ist kein Problem wenn ihr jemandem im Schwimmbad im Bikini gegenübersteht wohl aber wenn ihr so auf einem Foto seid. Und bei Urlaubsfotos in Kleidern ist das egal, wenn ihr auf fremden Fotos seid? Versteh ich nicht.

  • Ehrlich am 06.01.2016 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Interessant wäre mal

    eine Umfrage (ohne Familien mit Kindern), wie viele Erwachsene diese Generation frecher, unschöner Kinder, ihren Anblick und das Gerenne, Piepsstimmchen-Gequake und ihr vorlautes Überbiss-Gerede wirklich schön finden (oder Fotos davon) und wie viele sich auch gestört fühlen.